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Wie du aufhörst, dich mit anderen zu vergleichen

Jeden Tag stehen wir mit allen und jedem im Wettbewerb. Schöner, schneller, schlanker, intensiver – so ziemlich alles in unseren Gedanken endet auf ein „er„. Wettbewerb bedeutet sich zu messen. Besser zu sein als die anderen. Warum tun wir sowas? Wieso leben wir nicht einfach unser eigenes Leben? Wieso fokussieren wir uns nicht darauf, was uns glücklich macht? Leider denken wir viel zu oft, dass wir erst glücklich sein können, wenn wir so Leben wie andere. Oft sind die „anderen“ unsere Vorbilder, Stars oder einfach Menschen, die einen anderen Lebensstil verfolgen. Die Medien sagen uns, wie wir zu denken haben. Die Foodblogger, wie wir uns zu ernähren haben und die Modebranche, was wir anziehen müssen, um #vollimtrend zu sein. Wir optimieren uns über Hashtags, schöne Bilder und teure Dinge. Am Ende (wenn wir 70 Jahre alt sind) könnte es passieren, dass wir denken: Mein Leben war das eines Fremden. Ein Leben, welches mich nicht erfüllt hat. Ich habe ein fremdes Leben kopiert.

Wir vergleichen uns so gut wie täglich. Ab und an ertappe auch ich mich dabei. „Ich hätte gern dies, ich hätte gern das.“ Laut aussprechen tue ich sowas allerdings nie. Es sind die kleinen Gedanken- Monster in meinem Kopf, die sich immer vergleichen möchten. Warum können die uns nicht einfach in Ruhe lassen, damit wir unser eigenes Ding durchziehen können? Damit wir zum Beispiel unsere Figur so akzeptieren, wie sie ist. Nicht mehr den Drang danach haben, unseren Körper durch Schönheits- OP’s optimieren zu wollen. Vergleichen wir unsere Stärken mit denen anderer Menschen, wird es immer die Situation geben, dass jemand stärker ist. Größer, muskulöser, wohlhabender.

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Indem wir uns mit anderen vergleichen, werden wir uns immer minderwertig fühlen. Wir werden unser Leben lang unzufrieden sein und unsere persönlichen Erfolge nicht genießen können, weil es ja jemanden gibt, der noch erfolgreicher ist. Wir kommen uns also durch den ständigen Wettbewerb wie ein großer Versager vor. Ich möchte euch nun eine Geschichte vorstellen:

Es war einmal ein kleiner Junge, der sich mochte. Oft war er sogar richtig stolz, wenn er zum Beispiel herausgefunden hatte, wie man das Spielzeug benutzt oder auf den großen Zweig der alten Birke neben dem Spielplatz klettert.

Es waren einmal Eltern, die sich mit anderen Eltern auf dem Spielplatz trafen. Da erfuhren sie, was die fremden Kinder konnten. Manche schienen die Spielzeuge viel schneller zu verstehen als der kleine Junge, andere erklommen die alte Birke viel weiter nach oben. Als sie wieder zuhause waren, sprachen sie mit dem kleinen Jungen. „Horst-Kevin ist heute viel höher geklettert als Du. Und Britney-Bärbel weiß viel mehr mit den Spielzeugen anzufangen. Vielleicht gibst Du Dir das nächste Mal mehr Mühe.“

Ein kleiner Junge, der sich mehr anstrengte (und weniger mochte)

Es war einmal ein kleiner Junge, der sich von diesem Tag an mehr anstrengte und weniger mochte. Wenn er spielte und kletterte, schielte er immer auf die anderen Kinder. Kletterten sie höher, waren sie geschickter? Wenn ja, dann strengte der kleine Junge sich noch mehr an. Er wollte nicht mehr vor allem sich selbst, sondern seine Eltern stolz machen.

Einmal rutschte er vom Ast der alten Birke ab und viel mitten aufs Gesicht. Er wollte mithalten und vergaß dabei, sich festzuhalten. Da beschloss er: ich kann nicht so gut klettern wie die anderen, da muss ich wenigstens größere Sandburgen bauen – etwas, das ihm zwar nicht so viel Spaß machte, aber Eindruck bei seinen Eltern und den anderen Eltern und den Spielkameraden machte. Nach dem Fiasko mit dem Sturz vom Baum hatte er etwas gefunden, das er besser konnte. Bis ein neuer Junge mit seinen Eltern in die Nachbarschaft zog. Noch zwanzig Jahre später würde er sich an den Namen erinnern: Malte. Malte konnte Sandburgen bauen wie ein Gott. Schon wieder war der kleine Junge nicht mehr der Beste.

Ein Junge, der in der Schule alles gab

Später, in der Schule, wurde seine Lage noch chancenloser: in jedem Fach gab es mindestens einen Schüler, der eine Eins schrieb, wenn der kleine Junge trotz allen eifrigen Lernens es nur zur Zwei oder Drei schaffte. Und auch in den Pausen, im Nachmittagshort und auf dem Fußballplatz, der den Spielplatz ersetzte, gab es immer Jungs, die mehr Tore schossen, teurere Klamotten trugen und mehr Mädchen um sich scharten. Wohin er auch schaute, es schien kein Platz für ihn zu geben.

„Wenn ich schon nicht so gute Noten schreiben, so viele Tore schießen und so viele Mädchen verzaubern kann wie die anderen … dann suche ich einfach nach ihren Fehlern!“, beschloss er. Die Nase des besten Fußballers etwa war krumm und zerbeult wie die alte Radioantenne in Opas Haus. Und Markus, der Mädchenschwarm, war zu blöd, um „Radioantenne“ überhaupt zu buchstabieren. Der nicht mehr ganz so kleine Junge entwickelte einen Röntgen-Blick für die Fehler der anderen, für ihre Schwachstellen, ihre Verwundbarkeiten. Er mochte sich nicht gerade, wenn er so schlecht über die Mitschüler dachte. Doch immerhin konnte er sich für einen Moment überlegen fühlen, wenn ihm die gute Note, die hübsche Freundin, das umjubelte Tor eines Mitschülers ins Herz stach.

Ein junger Mann, der alles verglich

Jahre vergingen und ein um den anderen Tag verglich sich der kleine Junge, dann Junge, dann junge Erwachsene, dann Erwachsene mit den Leuten um ihn herum. In der Oberstufe. Im Studium. Im Job. Im Fernsehen und im Angesicht der Stars und Models. Im Bus. Im Schwimmbad. Unter der Dusche. Er verglich alles: Aussehen, Ansehen, Freundinnen, Noten, Körperhaltung, Einkommen. Mit jedem Vergleich, den er verlor, verlor er sich selbst ein weiteres Stück. Und mit jedem Vergleich, den er dank seines Röntgen-Blicks für die Fehler der Mitmenschen gewann, gewann er vor allem eines: noch mehr Abstand. Zu Menschen, die seine Freunde hätten werden können, hätte er sie nicht spüren lassen, wie überlegen er sich in diesem und jenen Bereich fühlte.

Ein Mann, der so nicht mehr weitermachen wollte

Es war einmal ein Mann, der sich bis zu seinem 35. Lebensjahr tagein und tagaus verglichen hat und angestrengt, um möglichst gut dabei abzuschneiden. Was er besonders gut abschnitt: die Verbindung zu sich und zu dem, was er ist, braucht, träumt und liebt. Der Mann wollte so nicht mehr weiterleben. Er suchte einen Weg, sich selbst zu lieben und sich wohlzufühlen – egal, ob er gerade etwas leistete oder nicht, egal, ob ihm gerade jemand gegenübersteht mit dickeren Oberarmen, dickeren Portemonnaie oder famoserem Lebenslauf.  Doch was immer er probierte, stets fiel er wieder in die alten Muster zurück und verglich sich rechts und links, vormittags, nachmittags, abends.

Ein Mann, mehrere Bäume, eine wichtige Lektion

Eines Tages, nach einem langen Meeting, in dem er mal wieder Chef und Kollegen beeindrucken wollte (mit mäßigem Erfolg: niemand hatte applaudiert oder ihm auch nur auf die Schulter geklopft), setzte sich der Mann in der Mittagspause auf eine Bank im Park neben dem Bürogebäude.

Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten dem Frühlingsanfang ins Gesicht, das ganze Programm eben. Da ließ er seinen Blick zwischen den Bäumen schwanken. Manche waren groß, andere klein, manche symmetrisch, andere krumm. Manche dick, andere dünn. Manche mit vielen Ästen, Zweigen und Blättern behangen, andere fast kahl. Aber keinen konnte man mit dem nächsten vergleichen. Sie alle waren einzigartig.

Dann fiel ihm noch etwas auf. Die Bäume standen an ganz verschiedenen Stellen. Manche standen auf einer saftigen Wiese und wurden von der Sonne gebadet, andere bekamen nur wenig Licht ab, wieder andere standen nicht auf einer saftigen Wiese, sondern auf einem verdorrten Stück Boden. Obwohl die Bäume so dicht nebeneinander aufgewachsen waren, entsprang nicht nur jeder einem einzigartigen Samen, jeder von ihnen hatte auch seinen eigenen Untergrund und Hintergrund und damit einzigartige Voraussetzungen. Wie könnte sich ein Baum da über einen anderen lustig machen? Wie könnte sich der eine dem anderen unterlegen fühlen, wo der doch unter ganz verschiedenen Bedingungen geboren und gewachsen ist?

Dem Mann im Park, um den sich der ganze Text hier dreht, verdrehten die Bäume den Kopf. Sind nicht auch wir Menschen überhaupt unvergleichbar? Ist er selbst nicht auch unter einzigartigen Bedingungen aufgewachsen – selbst dann, wenn seine Spielkameraden im selben Viertel, seine Mitschüler in derselben Schule, seine Kommilitonen an derselben Uni waren und seine Kollegen im selben Unternehmen sind wie er?

Nur … um was geht es dann, woran soll er sich messen, wenn nicht mit den Leuten neben, vor und hinter sich? Wieder fiel sein Blick auf die Bäume. Jeder Baum hat seinen eigenen Weg zurückgelegt, dachte er, mit den Wurzeln nach unten und dem Stamm und der Krone nach oben, hat Frühlinge und Sommer und Winter erlebt. Jeder Baum war mal nichts weiter als ein Samenkorn und ist im Vergleich dazu heute ein stolzer, mächtiger, erfahrener Riese. Und so überlegte der Mann: „Wie die Bäume habe auch ich mich entwickelt, meinen ureigenen Weg bewältigt. Wenn ich zurückblicke, sehe ich, wie viel ich geschafft habe, und wenn ich nach vorn schaue, sehe ich mich selbst auf meinem Weg voranschreiten und wachsen“.

Der Mann verglich sich weiter mit seinem Umfeld, doch immer öfter bemerkte er dies und sagte sich: „Oh, ich vergleiche mich gerade wieder mit anderen Leuten. Das ist okay, aber eigentlich kann und brauche ich mich nur mit mir selbst vergleichen.“

Von da an erlebte der Mann sein Leben nicht mehr als Wettkampf, sondern als seine ganz eigene, einzigartige Reise. Er mochte sich wieder. Zum ersten Mal seit frühen Kindertagen mochte er sich aufrichtig und bedingungslos.

Diese Geschichte hat mir die Augen geöffnet. Als ich sie zum ersten Mal las, kamen mir die Tränen. Gleichzeitig schossen mir etliche Gedanken durch den Kopf. Gedanken, die sich um mich und mein Leben drehten. Nicht um das Leben anderer. Mit meinen 26 Jahren kann ich behaupten, dass ich mich auf das Glücklichsein fokussiere. Ein lebenslanger Prozess, den man pflegen muss. Es lohnt sich aber. Wir haben nur ein Leben. Machen wir das (für uns) Beste daraus.

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36 Kommentare

  • Avatar
    Emily Ann Jürgens
    30. August 2016 at 19:09

    Du bist so ein toller Mensch!!
    Du zeigst einem immer das man etwas besonderes ist und sich so lieben soll wie man ist.
    Danke dafür 🙂

  • Avatar
    Christin
    30. August 2016 at 19:29

    Danke dafür liebe Lou!

  • Avatar
    Jana
    30. August 2016 at 20:37

    Liebe Lou,
    Das ist ein total toller und wertvoller Betrag und passt gerade zu meinem eigenen Leben und gibt mir Input wie ich mein Leben wieder in die richtige Bahn leiten kann! Vielen vielen vielen Dank dafür!!!
    Manchmal sind es gerade sowelche Geschichten die einen wach machen und zum Nachdenken anregen sein Leben einfach selbst in die Hand zu nehmen!!!
    Ich denke ich werde noch oft über diese Geschichte nachdenken weil mir liefen genauso die Tränen weil man sich irgendwie einfach in manchen Situationen wieder erkennt und merkt was man eigentlich im Leben vielleicht verpasst oder bereits verpasst hat!

    Ich bin eigentlich gar kein Typ der sich von Medien extrem beeinflussen lässt aber ich muss sagen, dass du es auf eine Art machst das selbst mich deine Beiträge total faszinieren. Danke für deine täglichen Tipps und den Mut den du immer verbreitest!!!
    Liebe Grüße Jana 🙂

  • Avatar
    Julia
    30. August 2016 at 20:57

    So wunderschön geschrieben. Ich bin wirklich begeistert, wie du es immer wieder schaffst einen (mich) zum Nachdenken anzuregen.

  • Avatar
    Hanni
    30. August 2016 at 21:09

    Eine tolle, sehr lehrreiche Geschichte! Danke, dass du sie mit uns geteilt hast 🙂

  • Avatar
    Rose
    30. August 2016 at 22:15

    Wow.. Die Geschichte ist so toll! Ich werde sie mir morgen ausdrucken und in mein Zimmer hängen und öfter mal lesen. Einfach nur TOLL!!!! Ich mache mir viel zu viele Gedanken darüber dass andere besser als ich sind… Fühle mich manchmal richtig schlecht weil ich zB so schwer im Studium voran komme und weine oft allein. Aber nach den Lesen der Geschichte habe ich mal zurück geblickt: Ich kann stolz auf mich sein. Ich habe doch trotzdem Klausuren bestanden. Es geht voran, langsam, aber ich komme doch weiter.
    Danke fürs Teilen. Du bist ein wunderbarer Mensch Lou!!! Ich hoffe ich treffe dich irgendwann mal im „echten Leben“ um dir das persönlich sagen zu können und dich zu umarmen..
    Ich hoffe du hast noch einen schönen Abend :-*

  • Avatar
    Franziska
    30. August 2016 at 22:39

    Was eine tolle Geschichte.
    Ein super Blogpost, der sicherlich jeden zum Nachdenken bringt.

    Liebe Grüße
    Franzi http://www.thefashionbalance.com

  • Avatar
    Julia
    31. August 2016 at 11:12

    Ein sehr toller Beitrag mit sehr viel Tiefe. Ich denke jeder von uns sollte mal über seine Denkweise und die Sicht auf sich selber nachdenken.

  • fit_trio
    fit_trio
    31. August 2016 at 11:12

    Es freut mich sehr, wenn ich dir damit ein bisschen helfen kann und du vielleicht jeden Tag ein bisschen positiver denkst 🙂

  • fit_trio
    fit_trio
    31. August 2016 at 11:13

    Es freut mich, dass dir der Blogpost gefällt liebe Hanni 🙂

  • fit_trio
    fit_trio
    31. August 2016 at 11:14

    Ahhhh das freut mich total Julia 🙂 Danke für dein Feedback

  • fit_trio
    fit_trio
    31. August 2016 at 11:15

    Liebe Jana,

    diese Zeilen sind der Grund, weshalb ich meinen Beruf liebe. Ich freue mich so sehr, dass ich euch wöchentlich ein Stückchen mehr positive Energie mit auf den Weg geben darf. Danke, dass du meine Texte liest 🙂

  • fit_trio
    fit_trio
    31. August 2016 at 11:15

    Sehr gern und vielen Dank fürs Lesen 🙂

  • Avatar
    Lottie
    31. August 2016 at 11:15

    Oh Lou! Du sprichst immer so so so wichtige Themen an! Obwohl ich inzwischen richtig glücklich mit mir selber bin, vergleiche ich mich auch nach wie vor. Und das ist nicht einfach und auch nicht schön. Es ist ernsthaft richtig schön, dass du uns Tag für Tag daran erinnerst, was die wichtigen Dinge im Leben sind.
    Eine Sache noch – wo kommen bitte die genialen Namen her? 😀 Horst-Kevin und Britney-Bärbel? 😀

    Lottie
    http://www.lottieslife.com

  • fit_trio
    fit_trio
    31. August 2016 at 11:15

    Emily, sehr sehr gern und an dich auch ein großes Dankeschön, dass du dir die Texte von mir durchliest 🙂

  • Avatar
    Tanja
    31. August 2016 at 11:31

    Vielen, vielen Dank für diesen tollen Blogpost und diese tolle Geschichte!
    Ich bin nicht gerade der positvste Mensch und vergleiche mich noch viel zu sehr, deshalb ging mir wirklich ans Herz und ich werde sie ausdrucken und mir von heute an jeden morgen durchlesen und so in den Tag starten.
    vielen Dank nochmal!
    Liebe Grüße
    Tanja 🙂

  • Avatar
    Sarah
    31. August 2016 at 11:45

    Liebe Lou,
    was für eine tolle Gesichte! Ich bin sprachlos.
    Leider gehöre auch ich zu denjenigen, die sich mit anderen vergleichen. Dadurch wird man nur unglücklich und die Selbstzweifel werden mehr und mehr. Das muss ich mir selbst noch viel deutlicher bewusst machen, dass das Vergleichen völliger Schwachsinn ist. Man sollte viel mehr stolz darauf sein, wer man ist und wie einzigartig man ist. 🙂
    Vielen Dank für diesen Beitrag!! 🙂 Mir wurden selten so die Augen geöffnet.
    Ganz liebe Grüße!

  • Avatar
    Katrin
    31. August 2016 at 12:01

    Ein rührende Geschichte, auch ich weine jetzt. Weil das genau mein Thema ist. Ich habe immer das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Nicht schlank genug. Nicht hübsch genug. Nicht diszipliniert genug. Einfach nicht genug von allem. Es geht immer noch besser. Dabei vergleiche ich mich ständig mit anderen. Gerade auf Instagram bleibe ich so oft an so Fitnessaccounts hängen und werde sehr traurig, weil ich so niemals aussehen werde. Allein genetisch schon nicht, da ich nun mal ein ordentliches Becken habe. Klar, mit ein paar Kilo weniger ist da auch nicht mehr so viel dran. Aber ich werde eben nie eine Bohnenstange sein.

    Mein Leitsatz letztes Jahr in der psychosomatischen Klinik war: Ich bin gut!
    Und zwar genau so, wie ich bin. Mit meinen Macken, mit meiner Depression, mit den weiblichen Rundungen, mit allem, was mich ausmacht.

    Die Psychologin hat dann in einem Gruppengespräch genau das mit dem vergleichen angesprochen.
    Nur wir legen uns unsere eigen Messlatte so hoch. Was andere von uns erwarten, sollte und muss uns herzlich egal sein.
    Aber wenn das, wie in der Geschichte, einem schon von Kindesbeinen an vorgelebt wird, wird es eben schwierig für einen, da wieder raus zu kommen. Gerade in unserer vorherrschenden Leistungsgesellschaft.

    Man sollte sich viel öfter vor Augen führen, was man schon alle geleistet und überstanden hat. Und auch mal berechtigt stolz auf sich sein.
    Die Therapeutin hat in diesem Gruppengespräch auch meine Geschichte und Vergangenheit in die Runde geworfen. Und fast alle hatten solche Augen, aus welcher Scheiße ich mich schon selber rausgezogen habe. Und was ich schon im Leben geleistet habe. Ich war sehr überrascht über die Reaktionen, das Staunen und den Zuspruch. Ich habe das alles für selbstverständlich gehalten, aber andere hätten vielleicht an dem einen oder anderen Punkt aufgegeben.

    Leider habe ich dieses gute Gefühl recht schnell nach der Klinik wieder verloren. Und heute, ein Jahr später, stehe ich wieder am gleichen Punkt.

    Liebe Lou, manche Deiner Blogeinträge oder Instaposts lese ich mehrfach, damit ich Deine tolle Message endlich verinnerliche.
    Ich finde es einfach super, wie Du „uns hier draussen“ ein besseres Leben „schenken“ willst.
    Bitte mach weiter so! <3

  • Avatar
    Katharina
    31. August 2016 at 13:40

    Danke für diese tolle Geschichte.
    Liebe Lou du inspirierst mich immer wieder aufs Neue und hilfst mir, dass ich an mir selber arbeite und an mich selber glauben zu lerne. Vielen Dank 🙂

  • Avatar
    Jasmin
    31. August 2016 at 17:56

    WOW! Wunderschöner Text und vor allem öffnet er einem die Augen. Danke dafür Lou! Du bist echt spitze 😉

  • Avatar
    Livia Nyffenegger
    31. August 2016 at 20:44

    Hallo Louisa
    Ich finde dich und dein Freund einfach total inspirierend, motivierend und extrem sympathisch. Ich selber leide seit Jahren darunter immer alles perfekt zu machen, mich zu vergleichen und immer die Beste zu sein. Deshalb geriet ich auch in eine Essstörung, welche ich bis heute noch nicht ganz überwunden habe. Ihr gebt mir viel Mut, Kraft und Motivation. Weiter so!!! herzlichen Dank dafür.

  • Avatar
    tanjybunny
    31. August 2016 at 21:16

    Liebe Lou,
    ich verfolge dich jetzt schon länger auf Instagram und Snapchatt und ich finde deine Message echt toll!
    Selbstliebe ist wichtig! Es ist so wichtig sich selbst zu akzeptieren, wie man ist und sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen, jeder ist individuell und das ist gut so. Wie auch diese Geschichte von dem Jungen zeigt. Leider wird einem nur von der Gesellschaft oft etwas anderes eingeredet…
    Danke, dass du mit Fittrio und TeamBodylove einem zeigst, dass man nicht immer auf die Masse hören sollte. Mach weiter so! :))

  • Avatar
    Anne
    1. September 2016 at 13:27

    So so toll! Ich muss gestehen, auch ich habe hier und da ein Tränchen gespürt. Es betrifft uns alle. Diese ständigen Vergleiche, dieser Neid, dieser Wettbewerb – all das schadet uns und macht uns nur unnötig unglücklich! Mittlerweile ermahne ich mich auch, wenn ich mich beim Vergleichen ertappe. Ganz abschalten kann ich es nicht, aber ich kann dagegenhalten oder es schlichtweg ignorieren und denken, wie toll ich mich finde 🙂
    Danke für deine Texte, danke für die große Dosis Selbstliebe, die ich täglich von deinem Blog, Instagram- und Snapchat-Account bekomme <3
    Mach weiter so!

  • Avatar
    Lisa
    1. September 2016 at 19:06

    Hey Lou, zuerst dachte ich „ja klar is ja nur ne geschichte“ doch dann kam die Stelle mit den Bäumen, die mich zum Nachdenken anregten und ich merkte, dass ich genau in dieser Rolle stecke. Ich bin jetzt fast 16 und meine Mutter hält mir jeden Tag vor wie andere sind, dass sie sportlicher sind dass sie besser in der Schule sind und dass ich mich eben mal mehr ansträngsn soll. Ich achte auch überwiegend auf die anderen und freue mich nicht mehr über meine Erfolge, eben weil sie nicht so gut sind wie die der anderen. Du hast mir die Augen mit dem Text geöffnet und wenn ich so weiter lebe werde ich genau wie der Mann. Immer unzufriedener mit mir und ich verliere das glücklich sein.
    Ich bin dir zu tiefst dankbar für diesen „wach rüttelnden“ Text! Du hast mir echt die Augen geöffnet!

  • Avatar
    Jasmin
    1. September 2016 at 21:02

    Es tut wirklich gut deine Posts zu lesen. Du bist klasse, Lou????

  • Avatar
    Jini
    2. September 2016 at 8:05

    Ein wunderbarer Text der wirklich zum Nachdenken/Umdenken anregt. Danke dafür, Lou!

  • Avatar
    Jenny
    2. September 2016 at 20:53

    Eine sehr tiefsinnge Geschichte, die einen nachdenklich stimmt. Danke für diesen tollen Text und für Deine täglichen Posts, welche sehr ermutigend und aufbauen sind.
    Es ist schön, dass es Dich/Euch gibt ? einfach mal Danke sagen ????
    Liebe Grüße

  • Avatar
    Janina
    3. September 2016 at 14:31

    Was für ein schöner Post! Ich kann mich (leider) sehr gut mit dem Gedanken identifizieren immer besser sein zu müssen. Ich bin schon immer sehr perfektionistisch gewesen, bin mittlerweile aber wieder lockerer geworden. Man macht sich selbst nur verrückt, vor allen Dingen wenn man sich ständig mit anderen vergleicht. Vollkommen verrückt, NIEMAND ist wie eine andere Person und das ist gut so! Die Welt wäre langweilig, wenn wir alle gleich wären. Wir sind doch toll, wie wir sind! Natürlich ist es schön, wenn man die beste Version seiner selbst werden will, aber man muss es nicht übertreiben.
    Die Geschichte ist sehr schön und passend gewählt. Danke!

  • Avatar
    Petra
    4. September 2016 at 11:38

    Wie so oft ein ganz toller Post von dir. Vielen Dank! Leider finden sich wirklich viel zu viele Menschen darin wieder (und ich kann mich da nicht ausnehmen). Schön, dass du mit deinem Text die Augen öffnest und Mut machst.

  • Avatar
    Julia
    4. September 2016 at 20:03

    Was für ein toller Text! Ich fand mich darin doch oft wieder und in der heutigen Zeit wird es einem „leicht“ gemacht sich mit anderen zu vergleichen und sich auch oft schlecht zu fühlen weil man denkt man genügt nicht. Man vergisst ganz schnell, was man selbst schon alles erreicht hat und wie weit man im Leben schon gekommen ist.
    Danke für deine tolle Arbeit, Mut zu machen, das wir so sein sollen wie wir sind! ??

  • fit_trio
    fit_trio
    4. September 2016 at 20:54

    Danke für dein Feedback 🙂

  • fit_trio
    fit_trio
    4. September 2016 at 20:55

    Sehr sehr gern 🙂 Schön, wenn wir dir ein Stück weit den Tag versüßen können 🙂

  • Avatar
    Joulia
    5. September 2016 at 19:57

    Hallo liebe Lou, ich liebe deine Texte und finde es spannend, wie oft man sich in vielen Dinge wieder findet, und, dass man damit nicht alleine ist.
    Ich steh vor meinem SportAbi nächstes Jahr und mach mir seit ein paar Monaten enormen Druck und vergleich mich mit den anderen sportlichen Mädels in meinem Kurs. Sie haben ein trainierten Po und einen flachen Bauch. Natürlich möchte ich all das auch haben, allerdings in der Hoffnung die Leistung zu erbringen, die die anderen so erbringen. Ich liebe Sport aber hab Probleme damit am Ball zu bleiben. Höre ich für ein paar Tage auf, komm ich nicht mehr raus aus dem Trott. Finde dann selten Motivation, doch Du bist ein Licht am Ende des Tunnels. Und dafür bin ich dir dankbar und auch die anderen Mitglieder/-innen, geben mir oft Kraft weiter zu machen. Damit ich „mit halten“ kann. Wir sind ja schließlich ein Team!!!

  • Avatar
    FitnessFan
    9. September 2016 at 8:22

    Super schöner Artikel, hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt.
    Leider vergleiche auch ich mich viel mehr mit anderen, als dass es mir gut tut :S

  • fit_trio
    fit_trio
    10. September 2016 at 17:19

    Ich drück dich ganz doll liebe Julia :-*

  • Avatar
    Amira
    17. November 2016 at 22:46

    Und da kullern auch schon die Tränen :‘)
    Ein wundervoller Beitrag, der mich sehr berührt hat. Ich kannte dich zuvor nur von Instagram und finde dich und deine Beiträge dort schon so inspirierend! Super, dass es so einen ehrliche und sympathische Plattform gibt, durch die man wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.
    Ganz fantastisch! Vielen Dank

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