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Ich liebe Skandinavien. Gib mir eine Winterjacke, Gummistiefel und einen warmen Strickpullover und schon bin ich glücklich. Regen, Schnee, wenig Licht, Wind. Kaminfeuer, heißer Tee und ein Blick auf das Europäische Nordmeer. Die Reise nach Norwegen hat mir so viel gegeben. Ich bin unendlich verliebt und möchte euch daran teilhaben lassen. Auf Norwegen wäre ich nie gekommen, wenn nicht genau dort die Könige der Meere im November auf Jagd gehen würden. Mein Herz gehört den Schwertwalen; auch Orcas genannt. Über meine Erfahrungen mit diesen wundervollen Lebewesen habe ich bereits in einem separaten Blogeintrag geschrieben. Über Tromsø und meine entflammte Liebe gegenüber Skandinavien geht es also in den kommenden Zeilen.

Insgesamt war ich fast drei Wochen in Norwegen. Zwei Tage Tromsø, eine Woche auf dem Meer und den Rest der Zeit wieder in Tromsø. Für die ersten beiden Tag buchten wir (naja eigentlich du, Miri) uns im Smarthotel ein. Die Lage ist unschlagbar. Man konnte sehr gut alles zu Fuß erreichen. Das Zimmer war sehr spartanisch eingerichtet. Doppelbett, Schreibtisch, und Badezimmer. Einen Schrank gab es nicht. Für mich aber kein Problem – ich habe die drei Wochen eh aus einem Rucksack gelebt. Auf den ersten Blick schien Tromsø nichts Besonderes für mich zu sein. Auf den zweiten Blick hatte ich allerdings Schmetterlinge im Bauch. Der Hafen, die Innenstadt, das Wasser überall um mich herum.

Tromsø ist eine winzige Insel. Sie beherbergt ca. 72.000 Einwohner und ist die zweitgrößte Stadt nördlich des Polarkreises. Die Stadt wirkt eher wie ein Vorort, der von allen Seiten von Bergen und Fjorden umgeben ist. Von November bis Januar geht die Sonne im norwegischen Tromsø nie richtig auf. Es gab jeden Tag für einige Stunden etwas Licht, wenn die Sonne unter dem Horizont kurz hervorglänzte, aber nie richtig aufging. Der Winter in Tromsø kann einzigartig sein. Tromsø bietet im November einen atemberaubenden Ausblick auf die Polarlichter, umgeben von Bergen und dem Meer. Egal also, ob Tageslicht oder Dunkelheit. Die einmaligen Eindrücke lassen das Herz zu jeder Tageszeit höher schlagen.

14.00 Uhr in Norwegen.

Für die ersten beiden Tage mieteten wir uns ein Auto. Da man in Tromsø sehr schlecht kostenlos parken kann, holten wir das Auto nicht am Flughafen ab, sondern in der Stadt. Ziel war die arktische Inselwelt rund um Tromsø. Ich wollte nicht shoppen. Ich wollte Natur. Die Insel Kvaløya schützt mit ihren hohen Felsen Tromsø vor den Einflüssen des Atlantischen Ozeans. Die Fahrt war für mich wie ein Kinofilm. Die Hauptdarsteller Sonne, Meer und Berge. Das erste Ziel in unserem Navigationssystem war Skavberg. Dann ging es weiter nach Straumen Gård, wo auf der Seite zum Meer ein wunderschöner alter Hof aus dem 17. Jahrhundert steht. Wir hielten an. Keine Touristen, keine Autos. Der Wind und das Rauschen des Meeres. Mehr nicht. Weiter ging es Richtung Ersfjordveien 55, 9107 Kvaløya. Zwischendurch haben wir immer mal wieder angehalten. Die Hand ausgestreckt, um zu prüfen, ob die Landschaft vor meinen Augen echt ist oder ich eine riesige Leinwand anfasse.

Ersfjordbotn ist für mich einer der wunderschönsten Plätze auf der ganzen Welt. Hier kann man im November atemberaubende Polarlichter sehen. Unsere wunderschöne Rundstrecke lässt sich super nach Beschilderung fahren. Wer sich verfährt muss sich nicht ärgern. In Norwegen kann man an jeder Ecke das Leben und die Stille genießen. In Tromsø haben übrigens die Supermärkte von Montag- Samstag von 07.00 Uhr bis 23.00 Uhr geöffnet. Es lohnt sich also, sich für den Trip ein paar Stullen zu schmieren und Obst mitzunehmen, denn viele Cafés und Restaurants gibt es im Umland nicht.

Ersfjordbotn bei Sonnenuntergang.

Ersfjordbotn bei Nacht.

Am zweiten Tag fuhren wir mit dem Auto zur Fähre nach Breivikeidet. Von hier aus wollten wir nach Svensby. Noch mehr Natur. Noch mehr Einsamkeit. Noch mehr Balsam für die Seele. Von der Fähre runter fährt man rechts Richtung Lyngseidet. Auf dem Weg dorthin hielten wir die Augen offen, den Atem an und unser Herz fest. Es lässt sich für mich nur schwer in Worte fassen, wie unbezahlbar diese Reise für mich war. Anschließend gaben wir in unser Navigationssystem Nordkjosbotn ein und fuhren Richtung „Sentrum“. Das gemütliche Gasthaus „Vollan Gjestestue“ lädt dort zu einem heißen Tee und leckerem Kuchen ein. Anschließend ging es zurück nach Tromsø. Diese Tour sollte man nur machen, wenn man gerne Auto fährt, es liebt die Natur zu bestaunen und gute Musik dabei hat. Auf Spotify habe ich meine skandinavischen Gefühle in eine „Norwegen 2018“ Playlist verlegt. Hört gerne mal rein.

Polarlichter in Tromsø.

Rentiere in Norwegen.

Aurora borealis, deutsch: nördliche Morgenröte, ist der wissenschaftliche Ausdruck für Polarlicht. Ein magisches Ereignis, bei dem wir weinen mussten. Wir hatten sogar das Glück, die Lichter auch ohne Kamera relativ „grün“ sehen zu können. Wenn alles um dich herum ruhig ist, das Meer ein Lied singt und die Polarlichter tanzen, dann weißt du, dass das Leben es mehr als gut mit dir meint. Seit dieser Reise nach Norwegen schätze ich die Natur nochmal ein Stück mehr. Ich mache nicht immer alles richtig. Ich fliege. Ich bin in Norwegen mit dem Auto gefahren. Und es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein. Ich weiß jetzt aber noch ein Stück mehr, weshalb ich so bin, wie ich bin. Weshalb ich achtsam mit unserem Planeten umgehe – so gut es eben geht. Könnte ich es mir aussuchen, dann würde ich ein Haus mit einem Kamin an einem Fjord in Norwegen bauen. Einen Hund haben. Würde Holz hacken, um mich auf den kalten Winter vorzubereiten. Und würde mit meinem Segelboot hinausfahren, um den Orcas einen guten Morgen zu wünschen. Für mich wird es definitiv nicht der letzte Norwegen- Trip gewesen sein.

Abschließend habe ich nochmal ein paar Tipps für diejenigen, die eine Reise nach Tromsø antreten.

  • Man kann in Norwegen überall mit Kreditkarte zahlen. Ich hatte vorher kein Geld gewechselt.
  • Taxis in Norwegen sind sehr teuer. Lieber zu Fuß gehen und die Landschaft bestaunen. Wir sind zum Beispiel zum wundervollen Aussichtspunkt Fjellheisen hochgewandert und mit dem Cable Car wieder heruntergefahren. Absolut empfehlenswert.
  • Die Lebensmittel sind in Norwegen etwa um die Hälfte teurer als bei uns in Deutschland.
  • Eine AirBnB zu mieten lohnt sich. Da die Restaurants meiner Meinung nach relativ teuer sind, kann man sich in einer AirBnB mit Lebensmitteln eindecken und selber kochen.
  • Das Museum Polaria ist meiner Meinung nach nicht empfehlenswert. Dort sind Seelöwen und andere Meerestiere auf engem Raum eingesperrt.
  • Ein Auto hat uns für zwei Tage mit Vollkasko und Automatik ca. 140 € gekostet. Die Abholstation ist in der Innenstadt am Souvenir Shop.
  • Wir haben uns zwei Ausflüge über PUKKA Travel gebucht und waren sehr zufrieden. Nette Mitarbeiter und beide Touren waren für uns einzigartige Erlebnisse.

 

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Alexa

    geschrieben am 4. Dezember 2018

    Toll geschrieben. Einfach nur toll! Ich will auch unbedingt mal nach Norwegen 🙂

    Antworten
  • Katharina

    geschrieben am 4. Dezember 2018

    Hallo liebe Lou,

    WOW! Bei jedem Satz spüre ich wie begeistert du von Norwegen bist.
    Es freut mich sehr für dich das du so eine tolle zeit hast. Norwegen werd ich mir auch noch anschauen.

    Antworten
  • Jette

    geschrieben am 4. Dezember 2018

    Echt schön geschrieben! Ich kann dich so gut nachempfinden, da ich Ende September/Anfang Oktober mit zwei Freundinnen auch fast drei Wochen in Finnland war. Wir haben eine Rundtour durch Finnland gemacht, sind mit dem Zug gefahren, haben uns ein Auto gemietet, sind viel gewandert, hatten zwei Unterkünfte und sonst waren wir nur in der freien Natur. Wir haben bei Nacht die tollsten Polarlichter tanzen sehen und mussten für Rentiere anhalten. Waren kurz in Schweden und Norwegen und haben so viel erlebt. Diese Reise war einfach nur unglaublich und man kann so etwas einfach nicht in Worte fassen. Aber ich kann dich sehr gut verstehen. So ein Leben wäre schön 🌌💚

    Antworten
  • _clud_

    geschrieben am 4. Dezember 2018

    Dank deiner tollen Reiseberichte habe ich vor wenigen Tagen Tromsø gebucht. Schon vor vielen Jahren habe ich mich in Skandinavien verliebt und reise regelmäßig nach Schweden und Dänemark.
    Dieses Jahr stand ich wieder vor dem dämlichen Luxusproblem und wollte einen draufsetzten. Am besten Sonne im Winter, wieder mal Mexiko oder sonst was… zum Glück hast du mich rechtzeitig geerdet. Ich kehre in meinen geliebten Norden zurück, nur noch ein Stückchen nördlicher. Nichts kann mich so grundzufrieden machen wie die Stille und eine kühle Brise vom Wasser her kommend.
    Das schönste an der Sache: ich habe ein tolles AirBnB in Ersfjordbotn mit Blick auf den Fjord gefunden. Mit allem nötigem aber nicht zu viel Schnickschnack. Gerade genug um sich aufs Wesentliche konzentrieren zu können.
    Ich danke dir zutiefst für deinen Anstoß und freue mich riesig auf tolle neue Erfahrungen, natürlich mit ganz viel Respekt für unsere Mutter Natur 🙂

    Antworten
  • Nina

    geschrieben am 6. Dezember 2018

    Liebe Lou,
    ich habe 2016 mein Auslandssemester in Norwegen gemacht und fühle jede Zeile nach, die du schreibst. Die Polarlichter zu sehen, war eins der schönsten Erlebnisse meines Lebens….
    Sehr sehenswert und wahnsinnig beeindruckend sind auch die Lofoten, vielleicht ist das was für deine nächste Reise 🙂
    Tusen takk für die wunderschönen Bilder und deinen sehr berührenden Blogeintrag!
    Ich find dich und dein Wirken und dein Sein stark und inspirierend!
    Liebe Grüße, Nina

    Antworten
  • Svenja Steinhauser

    geschrieben am 7. Dezember 2018

    Wunderschöner Beitrag *-*
    Norwegen ist eines meiner Reiseziele, das ich irgentwann in meinem Leben besuchen will. Leider weiß ich noch nicht mit wann und mit wem.
    Ich denke, dass der richtige Zeitpunkt noch kommen wird und dann werde ich auf jeden Fall auch mit Tränen in den Augen dastehen und die atemberaubende Landschaft von Norwegen bewundern.

    Antworten
  • kruemelqueen

    geschrieben am 7. Dezember 2018

    Is ja witzig! Kvaløya vor zwei Jahren im (Winter)Urlaub besucht. Tromsø schon ganz oft besucht; 2015 dort den ersten und einzigen Wettkampf meines Erwachsenenlebens bestritten: den Polarnight-Run; Nordkjosbotn besucht, Vollan Gjestestue besucht (und leckerste norwegische Kuchenfladen gefuttert), bei der Nordlichtjagd mehrfach erfolgreich gewesen. Polarnacht erlebt. Skandinavien, vor allem der Norden, vor allem im Winter, ist einfach traumhaft.

    Antworten
  • Johanna

    geschrieben am 8. Dezember 2018

    Hey Lou!
    Das hört sich toll an. Norwegen steht auch oben auf meiner Travel Liste.

    Antworten

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