Sag „Ja“ zum Leben!

Mein Kopf arbeitet. Gedanken kreisen von A nach B. Warum fühlen sich so viele Frauen unwohl in ihrem Körper? Weshalb macht uns unser Aussehen manchmal psychisch kaputt? Wieso ist so oft das Essen der Feind? Der einzige Ausweg – das Verweigern von Essen. Ich schaue aus dem Fenster und bekomme Gänsehaut. Ich spiele meine letzten Jahre nochmal im Kopf ab. Liebe, Tränen, Abschiede, Hoffnung – alle Gefühle haben eines gemeinsam: LEBEN! Und das möchtest du doch auch, oder? Dein Leben spielt sich nicht vor deinem Spiegel, einem leeren Teller oder ausschließlich im Fitnessstudio ab. Es hat so viel mehr zu bieten. Ich möchte dich um etwas bitten. Bevor du weiterliest, höre dir den Song „Bottled Up Tight“ von Luke Sital an, schließe dabei die Augen, stell dir vor, dass du die Welt erkunden möchtest und lächle dabei. Tu es einfach! Auch wenn du dir doof dabei vorkommst. Achte nicht auf den Text. Nur die Melodie und die Stimmung.

Fertig? Dann möchte ich dir jetzt einen Text von einer Frau vorstellen, die mit einer Essstörung zu kämpfen hatte. Ihr Leben, ihr Glück und all ihre Hoffnung hat sie in die Magersucht gesteckt. Heute möchte ich, dass du dir diesen Text und ihre Hilfestellungen durchliest. Vielleicht sogar zwei- oder dreimal. Ich möchte, dass du dir klarmachst, dass du verdammt nochmal JA zum Leben sagen darfst! JA zu dir selbst!

Meine Essstörung war so sehr ein Teil von mir, dass ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen konnte und ich auch lange Zeit der Überzeugung war, es sei alles gut und richtig so, wie es ist. Natürlich habe ich unter den physischen und psychischen Begleiterscheinungen gelitten, es gab Zeiten, in denen es mir damit so schlecht ging, dass ich nicht mehr leben wollte, aber letztlich habe ich all das als Preis für (m)einen dünnen Körper und die Tatsache, irgendwie „besonders“ zu sein angesehen. Einen Preis, den ich gewissermaßen gerne zahlte, oder einfach zahlen musste, weil mir nichts anderes übrig blieb. Die Anorexie hat mich seit der frühen Pubertät begleitet bis ins Erwachsenenalter, ich kannte nichts anderes und ich hatte große Angst vor der Leere, die sich einstellen würde, wenn da einfach „nichts“ mehr ist.
Inzwischen bin ich 30 Jahre alt und seit mehreren Jahren gesund. Mit „gesund“ meine ich, dass mein Essverhalten sich nach Hunger und Appetit richtet, mein Gewicht sich im Normalbereich befindet und keine größeren Schwankungen aufweist und – für mich der wichtigste Aspekt, dass ich mich in meinem Körper und „mit mir insgesamt“ wohl fühle. Natürlich gibt es Dinge an mir, die ich gerne anders hätte, Stellen an meinem Körper, die mir weniger gut gefallen, aber die meiste Zeit bin ich zufrieden.

Ich habe viel darüber nachgedacht, was mir auf meinem Weg raus geholfen hat und möchte einiges davon aufschreiben, in der Hoffnung, dass es vielleicht ein „Wegweiser“ sein kann für alle diejenigen, die sich noch irgendwo auf der Strecke befinden. Ich habe versucht, die einzelnen Punkte von „ziemlich konkret“ bis „einigermaßen abstrakt“ zu sortieren.

  • Gewohnheiten etablieren: Mir hat es geholfen, einfach stur und mechanisch zu essen, „egal was kommt“. Keine Mahlzeit auszulassen und nicht zu überlegen, ob ich jetzt X oder Y esse. Dazu habe ich einen Plan gemacht, der anfangs noch recht einseitig aussah und sicher auch mengenmäßig zu wenig war, aber davon ausgehend, bin ich mutiger und sicherer geworden. Ich denke, dieses „von Null auf Hundert“, was in vielen Kliniken praktiziert wird, führt oft in eine totale Überforderungssituation und hat ein hohes Risiko, dass sobald die äußere Kontrolle wegfällt wieder das alte Muster eintritt. Für mich war der sanfte Weg, das langsame Herantasten, wesentlich nachhaltiger und natürlich auch angenehmer. Ich möchte darauf hinweisen, dass er natürlich auch ein gewisses Risiko birgt, sich selbst in die Tasche zu lügen, von wegen „Ich bin einfach noch nicht so weit, Lebensmittel X einzubeziehen“, daher habe ich teilweise jede Woche eine kleine „Steigerung“ eingebaut und beibehalten. Es gibt da sicher viele Möglichkeiten und kein Patentrezept, das Ausprobieren, was am besten klappt, lohnt sich!
  • Alternativen schaffen: In den akuten Zeiten meiner Essstörung war ich sehr einsam und ich hatte quasi nichts mehr, was mir Spaß macht. Also hatte ich auch sehr viel Zeit und Gelegenheit, mich ausschließlich mit der Essstörung zu beschäftigen. Es bedingt sich also gegenseitig bzw. anders ausgedrückt – die Essstörung nimmt sich so viel Raum, wie ich ihr gebe… Daher war es hilfreich für mich, mich wieder am sozialen und kulturellen Leben zu beteiligen und Hobbys nachzugehen, auch wenn ich mich das eine Menge Überwindung gekostet hat und ich mich vor allem am Anfang eher dazu zwingen musste. Ein wichtiger Gedanke, der meine Essstörung immer aufrecht erhalten hat war „Ich brauche nichts und niemanden“ und es war sehr hart für mich, mir einzugestehen, dass ich doch ein soziales Wesen mit Bedürfnissen (nicht nur, aber auch körperlichen) bin. Ich habe ganz langsam gelernt, offener zu sein, auf Andere zuzugehen, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu pflegen. Dadurch ist mein Leben bunter und reicher geworden, und die Essstörung war weniger im Vordergrund, konnte irgendwann ganz verschwinden. Die Angst, dass „nichts von mir übrig bleibt“, wenn ich die Essstörung nicht mehr habe, hat sich jedenfalls nicht bestätigt.
  • Trigger reduzieren / vermeiden: In den akuten Essstörungs-Phasen habe ich sehr viel Zeit im Internet verbracht: In Essstörungs-Foren geschrieben oder E-Mails mit anderen Essstörungs-Betroffenen getauscht, Videos von Leuten angeschaut, denen es auch nicht gut ging, Essstörungs-Blogs gelesen etc. Ich habe das gemacht, weil ich irgendwie das Gefühl brauchte, nicht alleine zu sein mit meinem Elend, verstanden zu werden, wenn auch nur virtuell. Letztlich habe ich mich dadurch aber auch immer wieder Triggern ausgesetzt, absichtlich oder unabsichtlich. Selbst in einem Forum wie Hungrig-Online.de, in dem keine Zahlen erlaubt sind und der Grundgedanke „Recovery“ heißt, passiert dies, einfach weil dort Menschen schreiben, die selbst unter der Essstörung oder anderen Dingen leiden. Ich hatte also nicht nur mein eigenes Elend zu bewältigen, sondern auch noch das der Anderen und oft konnte ich mich schlecht abgrenzen, wenn es Anderen nicht gut ging, teilweise sogar bei mir völlig fremden Menschen. Durch die ständige Beschäftigung mit dem Thema „Essstörung“ hatte ich irgendwann ohne das richtig zu bemerken, das Gefühl, dass es „normal“ ist, eine Essstörung zu haben oder auch dass es „normal“ ist, sich die meiste Zeit schlecht zu fühlen und zu leiden. Warum sollte es dann bei mir anders sein? Ich habe hier einen radikalen Schnitt gebraucht, habe mich irgendwann aus allen Essstörungs-Foren löschen lassen und die Kontakte zu anderen Betroffenen abgebrochen. Das ist hart, aber zeitweise bestand quasi mein gesamter Freundeskreis aus Menschen, die ich entweder in Kliniken oder über Essstörungs-Foren kennengelernt habe. Diese Freundschaften haben mir damals viel gegeben, aber sie haben mir auch viel genommen an Möglichkeiten, etwas Anderes als das gewohnte Leid zu erleben. Inzwischen sortiere ich sehr genau, mit wem und mit was ich meine Zeit verbringe. Ich möchte, dass es mir gut geht und auch wenn das furchtbar egoistisch ist – ich möchte um mich zu schützen nicht mehr mit Menschen befreundet sein, bei denen die Essstörung (oder eine andere psychische Erkrankung) so viel Raum einnimmt. Ich will damit nicht sagen, dass das der einzige Weg ist, sicher gibt es Menschen, die sich besser abgrenzen können als ich oder die mit anderen Essgestörten befreundet sein können, ohne heimlich zu konkurrieren und sich zu vergleichen, aber für mich war es ein wichtiger Schritt, diese Trigger-Zeiten erst zu begrenzen und dann ganz abzuschaffen.
  • Kopfkino stoppen: Im Sommer 2011 lief ein Lied in Dauerschleife im Radio, in dem die Textzeile vorkommt „Das ist alles nur in meinem Kopf“… Ich hatte in meinem Weg raus aus der Essstörung viele Momente, in denen mir klar wurde, dass tatsächlich „alles“ nur in meinem Kopf ist, dass ich längst nicht so fett, unwürdig, hassenswert bin, wie es mir erscheint. Das Stichwort heißt hier wohl „Realitätsprüfung“. Ich kann mich z. B. an einen Moment erinnern, an dem ich festgestellt habe, dass die Hose einer Freundin, die ich als „dünn“ bezeichnen würde, mir noch zu groß war. Oder an Situationen, in denen mir Menschen nette Dinge über mich gesagt haben, die ich kaum glauben konnte. Manchmal habe ich auch gezielt nachgefragt und tue das heute noch, z. B. wenn ich das Gefühl habe, ich gehe jemandem auf die Nerven oder habe jemanden gekränkt. In den allermeisten Fällen ist das Kopfkino deutlich schlimmer als die Realität es je sein könnte! Es erfordert viel Übung, nette Worte und Gesten von anderen nicht abzuwehren, sondern aufzusaugen und zu speichern. Aber auf die lange Sicht betrachtet, ist das die bessere Strategie, als sich auf ewig im fett-faul-unwürdig-Gedankenkarussell zu drehen.
  • Worte statt Taten: Am Anfang meiner Essstörung stand der Gedanke, ich müsse irgendwie sichtbar machen, wie schlecht ich mich fühle. Ich denke, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits an einer Depression gelitten habe, leider unerkannt und somit auch unbehandelt. In den folgenden Jahren hatte es für mich immer eine große Bedeutung, möglichst „schlecht“ und möglichst bedürftig auszusehen, obwohl ich natürlich gleichzeitig strikt abgelehnt habe, Hilfe anzunehmen. Ich wollte mich unabhängig und un-bedürftig fühlen, nichts und niemanden brauchen. Und gleichzeitig brauchte ich so viel, dass sich die Bedürftigkeit wie ein Fass ohne Boden anfühlte. Auch im Rahmen der Therapien konnte ich es mir kaum zugestehen, etwas mehr zu wiegen, etwas lebendiger zu werden, würde das doch möglicherweise bedeuten, dass ich „keine Hilfe mehr brauche“ oder zumindest der Eindruck entsteht, es könnte so sein. Ganz langsam habe ich verstanden, dass ich a) Hilfe annehmen darf, auch wenn ich nicht „kurz vor tot“ bin und b) andere Strategien außer dem Hungern habe, um auf mich aufmerksam machen. Ja, es war fast eine überraschende Erkenntnis für mich, einen Mund zu haben und diesen auch zu benutzen zu können! Ich muss gestehen, es fällt mir heute immer noch nicht leicht, um Hilfe zu bitten, zumindest nicht, wenn es um persönliche Dinge geht. Ich warte tendenziell zu lange, bis ich den Schritt wage. Aber solange ich um diesen Umstand weiß und mir zugestehe, nicht perfekt sein zu müssen (auch nicht im „gesund sein“!), ist das vollkommen in Ordnung, finde ich.
  • Die Sinnlosigkeit erkennen: Wie viele essgestörte Menschen hatte ich immer den Gedanken, dass mein Leben besser wäre, wenn ich nur ein bestimmtes (sehr niedriges) Gewicht hätte. Ich habe dieses bestimmte Gewicht mehrmals erreicht und festgestellt, dass damit gar nichts besser wird, eher sogar schlimmer, denn die „Nebenwirkungen“ waren erheblich und vom Rest des Lebens war ohnehin nichts mehr übrig. An meinem Körper gab es immer noch Stellen, die mir nicht gefallen haben, die ich als „zu viel“ empfand. Vielleicht musste ich diese Erfahrung tatsächlich machen, nicht nur ein Mal, sondern mehrfach, dass ein niedriges Gewicht keine Probleme löst, sondern im Gegenteil, noch ein paar neue schafft. Mir ist bewusst, welche Risiken dieser Punkt birgt. Ich meine damit natürlich nicht, dass es wichtig ist, so schwer wie möglich essgestört zu sein um dann erst den Weg raus zu finden. Ich denke aber, es kann sinnvoll sein, sich die bisherigen „Tiefpunkte“ vor Augen zu halten um zumindest im Nachhinein Schlüsse daraus zu ziehen.
  • Rückschläge akzeptieren: Vielleicht hört es sich so an, als wäre ich gerade so „herausmaschiert“ aus der Essstörung, was natürlich nicht zutrifft. Es gab viele Rückschläge, teilweise bin ich über lange Zeiträume wieder in mein altes Essverhalten zurückgefallen, häufig wenn sich in meinem Leben Veränderungen ereignet haben, wenn ich Verluste erlebt habe oder mit anderen negativen Emotionen zu kämpfen hatte. Ich habe versucht, geduldig mit mir zu sein und mir immer wieder zu sagen, dass die Anorexie ja nicht über Nacht entstanden ist, also wird sie auch nicht über Nacht wieder verschwinden. Ich habe einmal von einer Ärztin gesagt bekommen, dass ich von dem Zeitpunkt der Entscheidung, die Krankheit hinter sich zu lassen, mindestens so viel Zeit zur Genesung einrechnen soll, wie die Essstörung vorher bestanden hat, bei mir also etliche Jahre. Das hat mich damals sehr schockiert, denn natürlich wollte ich „schnell“ gesund werden, vielleicht sogar besonders gut sein im gesund werden (so wie ich vorher besonders gut im krank sein war), aber letztlich hat es sich für mich bewahrheitet.
  • Mutig sein: Ein amerikanisches Sprichwort heißt „Happiness is a form of courage.“ (übersetzt in etwa „Glücklich zu sein ist eine Art von Mut.“) und es beschreibt für mich ganz gut den Mechanismus, der (m)einer Essstörung zugrunde lag: Bei dem zu bleiben, was ich kannte, anstatt mutig zu sein und neue Wege zu beschreiten. Den Ängsten nachzugeben, anstatt sich ihnen zu stellen. In der Anorexie zu verharren, weil ich nicht den Mut hatte, eine Alternative auszuprobieren. Eine Essstörung zu überwinden erfordert in meinen Augen eine Menge Mut! Ich erinnere mich noch daran, wie ich vor Jahren in mein Tagebuch schrieb: „Ich glaube, ich könnte glücklich sein, wenn ich mich nur endlich trauen würde.“ Irgendwann habe ich mich getraut, nicht mehr das kranke, kleine Mädchen zu sein, sondern der erwachsenen Frau den Raum zu geben, den sie braucht. Ich habe mich getraut, Gefühle zuzulassen und auszuhalten, negative Gefühle, aber auch positive. Es klingt vielleicht verschroben, aber ich musste mir selbst die Erlaubnis zum „glücklich sein“ erteilen. Die Erlaubnis, dass es mir gut gehen darf. Auch das war ein wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Essstörung. Übrigens hat im Sommer 2013 eine der großen Modeketten ein T-Shirt mit dem Aufdruck des oben genannten Sprichwortes produziert. Ich habe es mir gekauft und trage es mit Stolz.
  • Verantwortung für das eigene Leben übernehmen: Ich hatte oft das Gefühl, die Essstörung ist eben einfach „da“, sie ist eine Sucht, ich kann nichts dagegen tun. Es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, dass es einzig allein um mich und um meine Lebenszeit geht, die ich da gerade verstreichen lasse in dem Glauben, ich könnte „nichts“ tun. Vielleicht ist die Essstörung als „großes Ganzes“ wirklich etwas, gegen das Betroffene nichts ausrichten können, aber Fakt ist, dass die Essstörung sich aus vielen kleinen Entscheidungen zusammensetzt und für diese Entscheidungen kann ich sehr wohl die Verantwortung übernehmen. Ich kann z. B. entscheiden, eine Mahlzeit auszulassen oder sie einzunehmen, ich kann mich für oder gegen ein bestimmtes Lebensmittel entscheiden, ich kann mich dafür entscheiden, negative Gefühle auszuhalten oder sie „wegzuhungern“ bzw. „wegzuessen“. Ich kann mich entscheiden, mich zuhause einzuigeln oder rauszugehen und zu leben. Die Medikamente nach Verordnung einzunehmen oder damit Schindluder zu treiben. Meinen negativen Gedanken was mich selbst betrifft zu glauben, oder es nicht zu tun. Ich kann mich entscheiden, mit dem Existieren aufzuhören und endlich mit dem Leben zu beginnen. Wenn ich es so betrachte, treffe ich über den Tag hinweg unzählige kleine Entscheidungen und ich kann mich an jeder Stelle für die Essstörung entscheiden oder eben gegen sie. Aus den vielen kleinen Entscheidungen wird dann irgendwann ein großes Ganzes… und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Routine einstellt, am Anfang war es furchtbar schwer, sich gegen die Essstörung zu entscheiden, aber es wurde leichter, je öfter ich es geschafft hatte. Auch habe ich erst im Verlauf gemerkt, wie viel Kraft und Energie ich eigentlich habe, Kraft und Energie, die vorher in die Essstörung geflossen ist und dadurch sozusagen „verpufft“. Ich habe gemerkt, dass ich Gefühle aushalten kann, auch wenn ich oft dachte, ich kann es nicht. Dass ich es schaffe, nicht nur zu kompensieren, sondern zu leben. Für mich ist das nach wie vor das, was den Weg aus der Essstörung am besten beschreibt: „Ja“ sagen zum Leben, „Nein“ sagen zur Anorexie. Denn beides zusammen funktioniert nicht. „Sag‘ ja zum Leben“ habe ich daher in Anlehnung an den Film „Trainspotting“ als Überschrift für diesen Text gewählt, nach wie vor ist das mein wichtigster Leitspruch und eine hilfreiche Erinnerung in schwierigen Zeiten.

Fotocredit: Linda

About Lou

Louisa Dellert. Neugierig, abenteuerlustig und sehr emotional. Wie das mit Nachhaltigkeit, Politik und Selbstliebe zusammenpasst? Manchmal weiß ich das auch nicht so genau. Aber lest selbst! Viel Spaß auf meinem Blog

20 Comments

  1. Avatar Nina sagt:

    Wow… vielen Dank für den Blogeintrag! Ich befinde mich momentan leider in einer Essstörung, bin zwar noch im leichten Untergewicht, aber es ist trotzdem zu wenig. Den Text gerade zu lesen hat mir sehr geholfen. Momentan unternehme ich wirklich wenig und ich muss einfach mal schaffen aus mir raus zu kommen. Klar ist es schwierig wieder mehr zu essen, weniger Sport zu machen, etc. Aber was ist dieses Hungern wert? – Nichts! Man sollte einfach jede Mahlzeit, jeden Moment genießen und einfach versuchen glücklich zu sein. Ich hoffe, dass ich es auch eines Tages sein kann.
    Liebe Grüße, Nina

  2. Avatar Katzenkinder2 sagt:

    Habe den Text schon 2 mal gelesen und er spricht mir so aus der Seele… 🙁
    Ich leide seit ich denken kann an einer Essstörung, habe schon alles durch.
    Ich kann meiner selbst nicht annehmen, akzeptieren geschweige meinen Körper und mich selbst lieben.
    Es macht keinen Unterschied als ich dick war, oder jetzt wo ich dünn bin.
    Ich nehme jetzt Hilfe an und meine Ärztin hat eine Kur beantragt.
    Liebe Lou das habe ich dir zu verdanken das ich es jetzt angehe und gesund werden möchte.
    Du bist mein Vorbild das man es schaffen kann.
    Deine Worte und Posts auf Instagram geben mir Mut und bauen mich auf.
    Ich danke Dir von Herzen
    Carmen

  3. Avatar Sophia sagt:

    Ganz wundervoller Text! Egal welche Form von Essstörung man hat sind es genau die beschriebenen Punkte, die man im eigenen Tempo angehen und dann mutig verfolgen sollte. Schritt für Schritt, aber unaufhörlich, trotz Rückschlägen! Letztendlich kann man die Veränderung nur selbst herbeiführen! Ich habe seit Jahren psychotherapeutische Unterstützung erhalten doch solange ICH nicht wollte passierte gar nichts. Jetzt habe ich das Glück mit einem Therapiewechsel, dem richtigen Therapeuten für MICH und massiven Einschnitten in meinem Leben eine Ahnung von einem Leben ohne der Essstörung, in meinem Fall der Bulimie, zu erarbeiten. Es ist ein schwieriger u langer Weg mit Tiefpunkten und Rückschlägen, aber die kleinen Lichtblicke machen Mut weiterzumachen. Und so werden aus guten Momenten gute Minuten und manchmal sogar gute Stunden… und irgendwann traue ich mich dann vielleicht ja zu sagen. Ja zum Leben…
    Danke für diesen Text!!!

  4. Avatar Leila Jasmin sagt:

    Hei 🙂
    endlich habe ich die Zeit gefunden den Blogeintrag zu lesen und mir auch das Lied dazu anzuhören. Was soll ich sagen du hast so recht, wir alle sollten JA zum leben sagen und aufhören das unwichtige so „wichtig“ zu machen… Mehr umsetzen einfach machen, Mutig sein und zu sich selbst stehen.

    Weiter so du inspirierst <3

  5. Avatar Dani sagt:

    Super toller Post! Danke dafür! Ich denke der wird sehr vielen helfen und auch mich hat er sehr berührt! Danke Lou und Linda!
    Gaaaaaaaanz Liebe Grüße und meine größte Bewunderung
    Dani

  6. fit_trio fit_trio sagt:

    Danke Leila 😉

  7. Avatar Daniel sagt:

    Wow
    Toller Beitrag und sehr authentisch geschrieben. War sicher nicht einfach das nieder zu schreiben und dann auch hier zu veröffentlichen.
    Danke dafür und viel Kraft für die Zukunft!

  8. Avatar Korni sagt:

    Liebe Lou,
    Danke. Vom ganzen Herzen. Ich war früher mal magersüchtig und habe im Anschluss eine Bulimie entwickelt mit der ich seitdem zu kämpfen habe. Du schreibst, man brauche ungefähr so lange gesund zu werden wie man seine Krankheit auch praktiziert hat. Logisch, ist für mich aber grad eine Realitätsklatsche. Puh.
    Und doch, der Eintrag macht mir sehr viel Mut. Du strahlst so eine Lebensfreude und Energie aus, wenn man dich trifft. Auch als ich Dich letztens an der Alster gesehen habe beim Marathontraining. Da dachte ich:“Da will ich auch mal hin.“ Und das werde ich. Ich schicke dir ganz viel Wärme und Liebe!

  9. Avatar Anka sagt:

    Für mich bedeutet Fitness, sich um den Körper und Geist zu kümmern, einfach Zeit in mich selbst zu investieren und mich so wohl zu fühlen ? Dabei geht es aber nicht einzig um Sport. Ein Rätsel im Garten zu lösen oder einen ausgiebigen Spaziergang zu machen zählt für mich ebenso wie die Tennis- und Squashstunden zu meiner Fitnessroutine! Das wichtigste ist einfach der Spaß ?
    liebe Grüße aus Bayern und danke für eure tolle Arbeit, ihr bewegt – körperlich und geistig – so viele junge Menschen! ?

  10. Avatar Chrissi sagt:

    Hey Lou,
    Ich finde deinen Blog echt klasse.
    Gerade auch weil du so motivierend bist, mache ich endlich wieder mehr sport, ich habe leider das letzte Jahr total vergessen, wieviel der Sport mir einfach gegeben hat. Sport ist für mich einfach Freiheit und ich danke dir für jedes motivierende Wort ! 🙂
    Lg

  11. Avatar Melanie sagt:

    Eigentlich hätte ich gern einen tollen Kommentar unter eines deiner #mehrrealitätaufinstagram geschrieben, weil ich es mega gut finde, dass du und immer wieder daran erinnerst, das hier, und da eben nicht alles Gold ist was glänzt. Aber unter diesem Beitrag ist es genauso passend. Danke für everydays reminding….. Wir sind gut so wie wir sind….. und mit diesem mega frühlingshaften Laufschuh würde ich beim Laufen mit der Sonne und meinem zufriedenem Innersten sicher um die Wette strahlen. … hab noch ne mega Zeit….. bring etwas Sonne mit…. Ich drück mir mal selbst dir Daumen.

  12. Avatar Johanna sagt:

    Was bedeutet für mich Fitness? Ich finde den Begriff sehr gewagt,da jeder mit dem Begriff anders umgeht. Ich denke es ist einfach eine Sache der Entscheidung. Meiner Meinung nach ist die Bewegung des eigenen Körpers in Bezug zum eigenen Wollen und dem Spaß an der ganzen Sache das Geheimnis. Entweder ganz oder garnicht. Die Leidenschaft ist entscheidend! 🙂

  13. Avatar Celine sagt:

    Hey Lou,
    Ich habe eine Freundin die hat langsam aufgehört zu essen. Am Anfang ist es uns als ihren freunden garnicht richtig aufgefallen aber nach paar wochen schon. Sie hat massiv abgenommen. Sie hatte einen guten Körper und jetzt ist sie sehr sehr dünn, ihr ist ständig kalt und kraft hat sie auch keine. Sie isst nix und will sich nicht von uns helfen lassen , sie meint immer wieder alles sei gut aber das ist es nicht.
    Wir machen uns ernsthaft sorgen. Hast du eine Idee was wir machen können um ohr zu helfen?
    Lg Celine

  14. Avatar Celine sagt:

    Hallo lou,
    Ich habe eine Freundin die hat langsam aufgehört zu essen. Am Anfang ist es uns als ihren freunden garnicht richtig aufgefallen aber nach paar wochen schon. Sie hat massiv abgenommen. Sie hatte einen guten Körper und jetzt ist sie sehr sehr dünn, ihr ist ständig kalt und kraft hat sie auch keine. Sie isst nix und will sich nicht von uns helfen lassen , sie meint immer wieder alles sei gut aber das ist es nicht.
    Wir machen uns ernsthaft sorgen. Hast du eine Idee was wir machen können um ohr zu helfen?
    Lg Celine

  15. Avatar Sophia sagt:

    Hallo Lou, ich finde diesen Beitrag super super schön! Ich selber habe auch eine Essstörung und kenne die Gefühle, die du beschrieben hast nur zu gut… Für mich bedeutet das Wort „Fitness“, eine ausgewogene Ernährung, wobei Süßigkeiten und die so genannten „Cheats“auch dazugehören… Man sollte sich dabei natürlich nicht den ganzen Tag einen Kopf ums essen machen… Fitness bedeutet für mich zu essen wenn man Lust hat und durch die gewonnene Energie Sport machen zu können (natürlich nur solange es Spaß macht)! Fitness verbinde ich mit einem gesunden Lebensstil, bei dem Spaß am Leben an erster Stelle steht!??

  16. Avatar jule sagt:

    Hei Lou, Super Eintrag!! Aber jz zu meinem Problem: ich bin noch relativ jung (13 Jahre) und fühle mich einnfach bisschen dick (auch wenn ich im unteren Bereich von Normalgewicht bin). Was würdest du empfehlen, damit ich mich wohler fühle? LG

  17. Lou Lou sagt:

    Hallo liebe Jule 🙂

    Erstmal vielen Dank für deine Nachricht.
    Schau mal, du bist noch süße 13 Jahre alt. Dein Körper wird sich
    in den kommenden Jahren noch entwickeln (das verspreche ich dir).
    Du bist im Normalgewicht- Bereich – da musst du nicht denken, dass du übergewichtig bist.
    Rede doch mal mit deinen Eltern darüber und frag sie, was sie darüber denken. Du musst dich in deinem
    Alter nicht mit anderen vergleichen. Du bist ein ganz toller Mensch und du solltest in deinem Alter noch viel
    mehr das Leben genießen. In meinem Alter wäre man nämlich gern mal wieder 13 Jahre alt 😛

    Mach dir keinen Stress. Du bist toll, so wie du bist.

    Fühl dich gedrückt, Lou 🙂

  18. Avatar Leah sagt:

    Danke für den Text… meine Freundin leidet seit Jahren, ich hoffe dass ich ihr jetzt mehr helfen kann und sie durch diesen Text an eine Heilung glauben kann!

  19. Lou Lou sagt:

    Ich drücke euch die Daumen :-*

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