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Wenn du mit Macht gegen etwas ankämpfst, kämpft das Etwas manchmal zweimal so stark zurück. Der Hella Halbmarathon war dieses Jahr eine große persönliche Enttäuschung für mich (hier der Blogeintrag dazu). Zu allem Überfluss nahm ich aus diesem Lauf eine Leistenzerrung mit. Seit bald vier Wochen kann ich weder laufen noch schwimmen gehen. Meinen Startplatz für den Triathlon in Hamburg musste ich verfallen lassen. Eine große und doch kleine Katastrophe in meinem Leben. Groß, weil sie mich emotional getroffen hat. Klein, weil ich ansonsten kerngesund bin und andere Menschen glücklich wären, wenn sie überhaupt gehen könnten anstatt in einem Rollstuhl zu sitzen.

Und doch kann man diese Enttäuschung und den Frust nicht einfach so wegwerfen. Man fühlt sich, als würde man nicht mehr dazugehören. An jeder Ecke sieht man Läufer, auf Instagram sieht man Laufbilder und zu allem Überfluss kommen tolle Kooperationsanfragen im Laufbereich rein. Aber jetzt genug gejammert. Denn man sollte aus Rückschlägen immer etwas Positives rausziehen. Und genau das mache ich. Wie sieht das aus? Ich konzentriere mich während meiner Sportpause einfach auf andere Dinge wie zum Beispiel:

  • mehr neue Rezepte ausprobieren
  • Bücher lesen
  • und vor allem Körperregionen beim Krafttraining stärken, die ich bisher vernachlässigt habe

Der Vorteil an der Sportpause? Ich kann meinen Körper grad optimal darauf vorbereiten irgendwann wieder einen Halbmarathon zu finishen. Körperhaltung optimieren und den Rücken stärken. Immer vernachlässigt und durch die Laufpause ein wichtiger Teil in meinem jetzigen Alltag. Und trotzdem kommt mich an manchen Tagen wieder der Frust besuchen. Genau dann, wenn man auf dem Sofa liegt und sich unwohl fühlt. Und genau für diese Situationen habe ich eine Übung. Eine Übung zum Frust loslassen. Dabei versuche ich meinem Kopf bewusst zu befehlen, dass er nicht über die Sportpause und den daraus entstehenden Frust nachdenken soll. „Stopp“ sagen. Inzwischen schaffe ich es wirklich diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen und mich nicht dadurch runterzuziehen. Damit ist die Übung aber noch nicht beendet.

Danach setze ich mich bequem und aufrecht hin, schließe die Augen und halte mir diesen Frust und meine Sportpause vor Augen. Balle mit der Rechten Hand meine Finger zur Faust und stelle mir vor, dass ich in der Hand meinen Frust gefangen halte. Danach atme ich tief ein und spanne dabei alle Muskeln an bzw. verkrampfe mit Absicht und ziehe die Schultern hoch. Anschließend atme ich aus, öffne die Faust und stelle mir dabei vor, wie ich meinen Frust loslasse und schüttele dabei meine Hand aus. Die Übung hört sich ersteinmal etwas befremdlich an, aber ich kann euch nur empfehlen es mal auszuprobieren, wenn ihr negative Gedanken habt, die euch belasten.

Wie geht es jetzt bei mir weiter? Ich werde nicht krampfhaft probieren wieder in die Laufschuhe zu schlüpfen. Viel zu groß ist meine Angst, dass ich mir nochmal etwas weghole. Deswegen werde ich geduldig sein, weiterhin zum Osteopathen gehen und Stunden beim Physiotherapeuten verbringen. Vernunft und Geduld spielen bei einer Sportpause eine große und gesundheitliche Rolle – merkt euch das unbedingt! Eine Sportpause bedeutet nicht das Ende der Welt. Es bedeutet auch nicht, dass man nie wieder glücklich sein wird. Es bedeutet einfach nur Veränderung. Das Gleis wechseln. Und wer weiß – vielleicht treffen sich die Gleise irgendwo wieder und man fährt weiter wie bisher.

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Sophie Arnomd

    geschrieben am 16. Juli 2017

    Liebe Lou, toller Beitrag! 🙂
    Das was du ansprichst kenne ich so gut! Habe mir beim Laufen durch ein Loch im Boden stark die Bänder überdehnt. Rat vom Arzt: Mindestens 6 Wochen Sportpause und viel Ruhe. Nach 4 Wochen hielt ich es nicht mehr aus und ging laufen . Am nächsten Tag kam dann die Quittung: dicke geschwollene Drüsen und Schüttelfrost, habe mir direkt eine starke Angina eingefangen und musste somit weitere 3 Wochen pausieren.
    Es ist so wahr, der Körper signalisiert immer wenn es Zeit ist, eine Pause einzulegen und das ist auch gut so. Einfach Zeit für sich nehmen, zur Ruhe kommen und danach wieder mit voller Power durchstarten. 🙂
    Und nochmal ein großes Lob an deinen Blog und deine Beiträge. Ich folge dir so gerne, einfach zu 100 % authentisch und echt.
    Viele Liebe Grüße
    Sophie 🙂

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 17. Juli 2017

      Ach danke Sophie für die lieben Worte. Irgendwie ist es doch gut, wenn man sich bei manchen Themen hier austauschen kann und merkt, dass man mit seinen Wehwehchen nicht alleine ist 🙂

      Liebe Grüße und eine schöne Woche für dich,

      Lou

      Antworten
  • Sarah

    geschrieben am 16. Juli 2017

    Und ich hatte jetzt bei „Osteopath“ erwartet, dass du zu Lena Kluge, jetzt Heidenreich, gehst. Hornburger in Hamburg und so… 😀

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 17. Juli 2017

      Oh, wusste ich gar nicht, dass Lena Kluge in Hamburg ist 🙂
      Man lernt nie aus haha

      Antworten
  • Anna

    geschrieben am 16. Juli 2017

    Tut mir leid, dass Du immer noch nicht den Sport machen kannst, wie Du möchtest. Für das Schwimmen würde ich Dir eine Ziehboje empfehlen. Ich durfte eine Woche nach einer KnieOP damit wieder schwimmen. Ich finde es anstrengend für Rücken und Arme, aber die Beine werden geschont. Brustkrebs, Kraulkurs und Rücken gehen damit gut. Kostet fast nichts. Gute Besserung und ggfs gutes Schwimmen!!!

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 17. Juli 2017

      Danke für den Tipp liebe Anna 🙂
      Das werde ich mal ausprobieren.
      Ganz liebe Grüße,

      Lou

      Antworten
  • Julia

    geschrieben am 17. Juli 2017

    Hey Lou,
    ich hatte auch mal eine Sportpause und kann total nachempfinden, wie du dich fühlst. Es ist echt hart, wenn man regelmäßig Sport gemacht hat, dieser Teil des Lebens ist und man sich dadruch geistig und körperlich einfach gut fühlt und einem das plötzlich genommen wird. Aber diese Phase geht vorbei, es ist nur eine Frage der Zeit. Und wer weiß, vielleicht treffen sich die Gleise irgendwo wieder und du fährst auf einer schnelleren Strecke weiter (vorher Metronom, dann IC, dank Rücken- und Haltungsübungen 🙂 ) Ich bin mir sicher, du wirst von dieser Zeit profitieren und daran wachsen.
    Und die Übung, die du beschrieben hast, klingt wirklich gut. Erinnert mich ein bischen an progressive Muskelrelaxation und Autosuggestion. Gedanken haben einfach eine mächtige Wirkung.

    Antworten
  • Iris

    geschrieben am 17. Juli 2017

    Ich habe mir vor knapp drei Monaten einen Kreuzband- und Meniskusriss zugezogen und kann seit der OP nicht mehr laufen gehen. Für mich wirklich schlimm, denn auf Instagram und im Fernsehen sieht man ständig Leute, die sich sportlich betätigen, und ich fühle mich schlecht, weil ich gar nichts machen kann. Das ist ein so absurdes Gefühl, weil das ja wirklich eine ernsthafte Verletzung ist. Und irgendwann geht das ja auch wieder vorbei. Zum Glück bin ich ja gesund und kann mein Bein irgendwann wieder benutzen. So eine Sportpause ist ja nicht das Ende der Welt. Das muss ich mir dringend immer wieder sagen. Dir wünsche ich gute Besserung für deine Leiste!

    Antworten
  • Sonja

    geschrieben am 17. Juli 2017

    Liebe Lou,
    ich habe selber vor 1 1/2 Jahren bei einer ganz dummen Geschichte mir einen Bänderriss am linken Knöchel zugezogen. Ich bin jetzt keine Person, die sehr viel laufen geht bzw. lange Strecken hinter sich bring, sondern nur 2-3 mal die Woche 5-6 km laufen geht, aber diese Verletzung hat mich trotzdem ganz schön runter gezogen. Fast 2 Wochen konnte ich selber kein Auto fahren, war also auf andere angewiesen, musste einige Tage mit Krücken laufen und ich dumme Nuss habe nicht hören wollen und war mit der Aircast (Ich hoffe ich das ist richtig geschrieben) Schiene direkt eine Woche später auf einer Messe von der Arbeit aus. Ich habe mich nicht so geschont wie ich es sollte und habe ein 3/4 Jahr gebraucht, bis ich wieder ansatzweise Joggen gehen konnte, weil mein Fuß/Knöchel sehr rum gezickt hat und diese Bewegungen und die Belastung nur schwer ertragen konnte
    Heute würde ich das nicht mehr machen, wir haben nur diesen einen Körper und dürfen nicht vergessen, das auch dieser mal Ruhe benötigt und Zeit um sich zu erholen. Das habe ich daraus gelernt.
    Ich verstehe dich und finde es toll, das du dieses Thema ansprichst und anderen damit auch helfen oder beistehen möchtest.

    Danke dir für deine tollen Beiträge 🙂 <3

    Liebe Grüße
    Sonja 🙂

    Antworten
  • Lena

    geschrieben am 18. Juli 2017

    Ich kann dich so gut nachvollziehen. Ich mache jeden Tag Sport, liebe es, wollte dieses Jahr den Berliner Marathon finishen. Dann nach dem Halbmarathon der Schlag: Sehenentzündung. Ich bin weiter gelaufen, konnte danach nicht mehr auftreten, war mir egal. Besser wurde es nie, jetzt zwinge ich mich zur Sportpause und es ist hart. Meinen diesjährigen Traum Marathon quasi aufzugeben, jeden Tag vor dem aufstehen hoffen heute ist es besser, die Enttäuschung wenn es dann nicht so ist. Klar ich bin gesund und habe mit keiner schlimmen Krankheit zu kämpfen. Trotzdem: Das Laufen und der Sport gehört zu mir, ist ein Teil von mir. Dazu kommt noch die Trennung von meinem Freund. Aber dieser Post hilft mir ein bisschen und gibt Mut!

    Antworten
  • Eileen

    geschrieben am 18. Juli 2017

    Oh nein, ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Gerade, wenn man Sport als Stresspuffer, als Alltagshelfer, als Seelentröster entdeckt hat, ist so ein herber Rückschlag schwer zu ertragen – denn es ist ja nicht nur der Sport, der dann wegfällt. Musste vor etwa einem Jahr auch eine Sportpause einhalten; habe mir eine Liste gemacht, mit Alternativen, aber so wirklich glücklich hatte mich das nicht gemacht. Die Stärkung bisher vernachlässigter Muskelgruppen ist eine gute Idee! Wünsche dir weiterhin eine gute Genesung, Viele Grüße !

    Antworten
  • Nina

    geschrieben am 19. Juli 2017

    Toller Beitrag!
    Ich darf seit knapp einem Jahr keinen Sport machen, am 07.08. ist es dann aber wieder soweit!
    Ich kann deinen Frust sehr gut nachvollziehen und finde es toll wie viel positives du aus deiner Situation ziehst

    Antworten
  • Doris

    geschrieben am 20. Juli 2017

    Absolut toller Bericht! Diese „Technik“ muss ich mir unbedingt antrainieren! Ich bin manchmal wegen vielen „Kleinigkeiten“ so frustriert, da ich mich nach paar Woche regelrecht frage wieso überhaupt!
    Danke du inspirierst einen total! 🙂

    Liebste Grüße

    Antworten
  • Charoline

    geschrieben am 1. August 2017

    Hallo Lou,
    ich fühle total mit dir. Ich habe mir vor fünf Monten beim Bouldern meine Bänder gerissen und muss seitem mit sämtlichem Sport pausieren – kein Laufen, kein Klettern, nicht einmal Fahrradfahren kann ich mit meinem Fuss. Zwar sind die Krücken mittlerweile wieder eingemottet, aber mein Fuß ist leider durch zu lange Fixierung versteift. Jetzt heißt es Krankengymnastik und fleissig zuhause üben. Ich wünsche dir, dass du deine Sportpause bald hinter dir hast und wieder das machen kannst, was dir Spaß macht. Alles Liebe, Charoline

    Antworten
  • Esther

    geschrieben am 3. August 2017

    Hallo Lou,

    danke für diesen Beitrag. Er zeigt mir, dass ich nicht die einzige bin, die mit diesen Problemen zu kämpfen hat. Ich hätte deinen Blog schon vor 1 1/2 Jahren kennen sollen. So viele motivierende Worte. Vielleicht hätte ich es dann auch mal geschafft ein paar Monate kein Sport zu machen, und mein Problem wäre jetzt nicht noch da.

    Mittlerweile war ich bei 3 Orthopäden, 5x in Physiotherapeutischer Behandlung, 4x beim Ostepathen und 1x im MRT und trotzdem kann ich wegen Schmerzen immer noch nicht Laufen. Immer wieder habe ich es versucht und bin gescheitert. Immer wieder wurde mir gesagt es wird besser und es wurde nichts. Mittlerweile habe ich sogar Angst vor dem Laufen, was vorher meine Passion war. Ich wollte immer einen Halbmarathon bezwingen, hatte gerade begonnen dafür zu trainieren.. Jetzt versuche ich mir deinen Rat zu Herzen zu nehmen. Den Frust einfach loslassen.

    Scheinbar machst du trotz Leistenproblemen auch weiter Kraftraining. Gehst du da bestimmt vor? Kennst du schonende Übungen?

    Danke für deine vielen Ratschläge hier und
    ganz viele Grüße,
    Esther

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 11. August 2017

      Mir macht meine Leiste nur beim Laufen (auftreten während dem Laufen) Probleme. Alles andere tut mir überhaupt nicht weh. Deshalb mache ich ganz normal Krafttraining und achte darauf, dass ich nicht zu viel Zusatzgewicht nehme.

      Antworten
  • Julia

    geschrieben am 3. August 2017

    Danke für den tollen Beitrag liebe Lou! Mir ging es in den letzten Wochen ähnlich, ich konnte wegen einer Erkältung keinen Sport machen und war dementsprechend frustriert. Aber dann bemerkte ich etwas unglaubliches, mir wurde erst richtig bewusst wie viel Zeit für mein Training „draufgeht“, wie oft ich andere Dinge schleifen lies um noch ein Work-Out einzuschieben. Ich bin den Krankheitswochen richtig dankbar, weil sie mir gezeigt haben, dass ich wieder mehr Energie für andere Aktivitäten aufwänden sollte. Ich wünsch dir gute Besserung für deine Zerrung und schicke ganz liebe Grüße, Julia

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 11. August 2017

      Danke liebe Julia 🙂
      Noch muss ich Geduld haben und darf noch nicht wieder laufen.

      Liebe Grüße

      Antworten
  • Anna

    geschrieben am 12. August 2017

    Hey Lou 😊
    Dein Beitrag hat mich echt aufgemuntert! Ich selber muss seit 12 Wochen eine Sportpause machen, da mein Bein einfach nicht mehr funktioniert und niemand weiß wieso. Durch dich werde ich immer viel schneller positiv gestimmt! Ich werde nun versuchen Übungen zu machen, bei welchen ich meine Beine nicht brauche !Danke 😘

    Antworten
  • Leen

    geschrieben am 20. August 2017

    Super Beitrag mal wieder von dir!! Kannst du vielleicht mal ein Workout abdrehen, bei dem man kaum Druck auf die Beine/ den Fersen ausüben muss? Habe seit 6 Wochen nun Probleme mit den Fersenbein, bin
    zurzeit aber so motiviert Sport zu machen.. und leider fallen mir da nicht genügend Übungen ein! Wäre echt toll von dir!☺️

    Antworten
  • Anna

    geschrieben am 22. August 2017

    Hi Lou 🙂

    ich verfolge dich schon länger und habe von deiner ungewollten Laufpause mitbekommen. Bei mir ist die Situation leider so, dass ich einfach lange Zeit nicht mehr gelaufen bin, weil die Motivation gefehlt hat. Aber so muss ich jetzt genau wie du auch wieder bei 0 anfangen. Ich dachte vielleicht könntest du deine Erfahrung mit uns teilen und mal berichten wie man sowas am besten angeht. Wenn man mal ordentliche Leistungen erbringen konnte und auch schon früher schon längere Strecken laufen konnte, aber sich jetzt beim Neueinstieg natürlich nicht übernehmen sollte. Mir fällt das schwer mich zu zügeln und ich weiß auch gar nicht ab wann ich wieder richtig viel machen kann. Ich lese überall nur , dass ich aufpassen muss dass ich meinen Körper nicht überlaste, aber das merkt man ja leider immer erst wenn es zu spät ist. Vielleicht hast du ja ein Paar Tipps oder Richtlinien parat. Ich arbeite auf den Halbmarathon in Berlin hin und möchte am liebsten alles richtig machen.

    Danke für deine Inspiration und Motivation!

    Gruß Anna

    Antworten

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