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Ich hatte alles andere als eine spektakuläre Kindes- und Jugendzeit. Was soll ich sagen. Ich liebte den Sport. Ich konnte das ein oder andere vielleicht ganz gut aber es hat nie dafür gereicht um mit dem Sport auf Leistungsebene meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Im Rampenlicht musste ich nie stehen. Ich war eher der etwas schüchtere, zurückhaltende „Junge von nebenan“. Oft habe ich mich sogar wohl mit der Rolle gefühlt, einfach mit der großen, grauen Masse mitschwimmen zu können. Ich musste und wollte nie großartig auffallen.

Ich war und bin kein Genie. Kein wahnsinnig intelligenter Mensch. Lange genug habe ich Tag für Tag einfach so in mein Leben hineingelebt. Ohne zu wissen, wo ich in ein paar Jahren mal sein wollte. Mir fehlte der „Drive“. Mir fehlte etwas was mich antrieb. Die Leidenschaft bzw. der Wille und die Überzeugung etwas Großes schaffen zu können. Mehr sein zu können als bloß „der nette Junge von nebenan“. Irgendwie war ich zu dieser Zeit der Spielball meines Lebens. Ich saß in meinem Lebenszug aber ich bestimmte komischer Weise nicht selbst wo er hinfuhr. Das übernahmen andere Leute für mich. Ich saß bloß auf einer der bequemen Bänke in der hintersten Reihe und schaute mir das Ganze brav an.

Alles andere als perfekt

Wie eingangs beschrieben, konnte ich mich über meine Voraussetzungen nicht beschweren. Ganz im Gegenteil – die äußeren Umstände waren völlig okay. Meine Eltern hätten sicherlich alles für mich getan. Guter Nährboden.  Doch ich verharrte weiter in meinem Alltagstrott. Ohne all dies mitzubekommen wurde ich gefühlt immer bequemer.

Ich war nie der überragende Schüler. Mit 17 Jahren habe ich meinen Realschulabschluss „erworben“. Mittelmäßig, nicht mal der Erweiterte. Danach ging es weiter auf der höheren Handelsschule. 1 Jahr um meinen erweiterten Realschulabschluss nachzuholen. Ich will nun nicht direkt sagen, dass ich unterfordert war, aber dieses ganze „blöde Schul-Ding“ ging mir schon nach kurzer Zeit so richtig auf die Nerven. Ich hatte das Gefühl ich würde meine Zeit verplempern. Nun ja, zumindest hatte ich nach dem Jahr meinen erweiterten Realschulabschluss in der Tasche.

Danach lieferte ich meinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr ab. Und ich muss sagen, auch dort fand ich keinesfalls meine Bestimmung. Es tat mir zwar spürbar gut in jungen Jahren das „Nest“ zu verlassen und ich wurde selbstständiger, aber meine Erfüllung fand ich in dieser Zeit ganz und gar nicht. Nach dem 9-monatigem „Pflichtprogramm“ wollte ich eigentlich eine Ausbildung zum Sport-und Fitnesskaufmann oder zum Physiotherapeuten beginnen. Und auch das sollte nicht sein. Ich riss mir zwei Mal kurz in Folge kurz hintereinander die Kreuzbänder und verpasste so jeweils die Bewerbungsfristen. Schon wieder musste ein Plan B her. Dieser hieß kurz darauf Abitur nachholen. Das war zu dieser Zeit eben auch einfach das Bequemste. Weitere 3 Jahre, um die Zukunftssorgen vor sich her zu schieben. Gesagt, getan. 3 Jahre Wirtschaftsgymnasium.

Aber auch zu dieser Zeit hatte ich wenig Ehrgeiz mich zu engagieren. Zumindest nicht für Dinge wie Schule oder Karriere. Und so hieß es schon nach dem zweiten Jahr – „Wiederholen bitte!“. Ich drehte eine Ehrenrunde in der 12. Klasse. Ich war antriebslos und irgendwo genoss ich vielleicht sogar meine fehlende Verantwortung. Ich hatte meine Eltern und naja, ich dachte mir immer – wird alles schon werden. Und irgendwie hat das auch immer funktioniert mit dieser Einstellung. Ach übrigens: Ich fiel sowohl einmal durch die schriftliche als auch durch die praktische Führerscheinprüfung. Und dennoch schaffte ich es zumindest schulisch dann doch einen relativ guten Abschluss hinzulegen.

Nächste Station Magdeburg. Uninspiriert wie eh und je begann ich ein BWL-Studium. Warum genau BWL? Das kann ich euch heute gar nicht mal mehr so genau beantworten. Ich glaube ich dachte mir einfach, dass man damit immer schon irgendetwas machen kann.

Und genau in dieser Zeit hat es „Klick“ bei mir gemacht. Ich war 22 Jahre alt – nicht mehr wirklich der Jüngste. Ich wusste rein gar nichts über mich und mein Leben. Ich fühlte mich leer. Ich will nicht sagen, dass ich bereits depressive Züge hatte, aber ich bekam plötzlich große Angst um meine Zukunft.

Bisher war ich nichts weiter als ein Traumwanderer gewesen. Nur ohne den Traum. Und so wanderte ich überall umher, ohne überhaupt zu wissen, wo ich hinwollte. Und genau das wurde mir in Magdeburg bewusst. Ich hatte es nicht einmal geschafft mir eine Wohnung zu organisieren. Die ersten 2-3 Monate verbrachte ich die Nächte auf der Couch eines Freundes in einer WG. Es war kalt. Herbst – Winter, soweit ich mich erinnern kann. Das Studium langweilte mich zu Tode.

Ich telefonierte mit meinen Eltern und erzählte ihnen von meiner Situation. Ich erzählte alles. Was mich bedrückte und dass ich panische Angst vor der Zukunft hatte. „Ich lebe nicht mein eigenes Leben.“ sagte ich zu meiner Mutter. Und dann sagte sie mir etwas, was so simpel und doch so bedeutend für mich war, dass ich es heute als das Schlüsselerlebnis meines ganzen bisherigen Lebens beschreiben würde. Sie sagte: „Jan, wir stehen immer hinter dir. Mach einfach das was dir Spaß macht. ICH ZOG EINEN SCHLUSSSTRICH!

Ich machte mir tagelang Gedanken. Schwänzte die Uni für das wirklich Wichtige. Um mir Zeit für meine Zukunft, für mein Leben, zu nehmen. Im Nachhinein die richtige Entscheidung. Ich schrieb Listen, mit Dingen die mich interessieren, die ich möchte. Und nach einigen Tagen war ich mir sicher. Back to the Roots.

Ich wollte mit Menschen zusammenarbeiten. Etwas im Bereich Sport/Gesundheit lernen. Geld damit zu verdienen, Anderen zu helfen. Das war/ist mein Traum.  Nur kurze Zeit darauf begann ich mein Duales Studium im Bereich Fitnessökonomie in Braunschweig und ich lernte Louisa kennen…

Mittlerweile stecke ich mitten in meiner Bachelorarbeit. In meinem Leben hat so quasi alles geändert. Wir selbstständig. Mit Fit-trio. Einem Projekt, an das anfangs kaum Jemand geglaubt hat. Wir haben hart dafür gearbeitet. Es gibt immer noch diese Tage, an denen wir keine 7,8 oder 9, sondern 10 oder 11 Stunden am Tag arbeiten. Der ganz große Unterschied aber ist. Wir sind dabei uns gerade etwas zu erschaffen. Und wir stecke all unser Herzblut, unsere Leidenschaft gerne in dieses Projekt. Ich arbeite nicht an stumpfen Projekten oder hantiere mit Zahlen, die nicht im Geringsten etwas mit der Realität zu tun haben. Das war nie mein Ding und ich glaube das wäre es auch nie geworden. Meine Sichtweise auf viele Dinge, hat sich mit dem Schritt ein selbsterfüllteres Leben zu führen, auf einen Schlag extrem geändert.

Auch wenn mit der Arbeit, meinem Studium und Fit-trio momentan sehr viel in meinem Leben los ist. Ich bin glücklich und es ist ein tolles Gefühl jeden Tag an seinem eigenen Projekt zu arbeiten. Diesen ganz besonderen Drive zu spüren. Den Drive weiter kommen zu wollen. Gerne noch eine Stunde länger an etwas zu arbeiten, weil du weist, dass es sich lohnt. Sich zu freuen, wenn etwas funktioniert.

Und genau aus all diesen Gründen rate ich dir hier und heute, lebe dein Leben! Mach das was dir Spaß macht. Finde deine Erfüllung. Jetzt! Warte nicht länger darauf. Deine Erfüllung wird nicht zu dir kommen und dich fragen, ob du dein bisheriges Leben für sie aufgeben möchtest. Das musst du selbst tun. Worauf wartest du?

Lebe nicht das Leben eines anderen oder das, welches andere von dir fordern. Verlasse deinen goldenen Käfig. „Gold“ weil du evtl. gewisse Sicherheiten hast. Vielleicht hast du einen Job, ein sicheres Einkommen und regelmäßigen Urlaub. Du kannst dir Dinge leisten, die du dir ansonsten vielleicht nicht leisten könntest. Aber du bist eingeschränkt. Du liebst das was du gerade machst einfach nicht. Und genau dafür steht der „Käfig“. Dein Alltag schnürt dich ein. Deine Leidenschaft, deine Passion steht ständig hinten an. Du spürst wie dien Leben dir aus der Hand gleitet. Du hast alle Freiheiten, aber eben nur innerhalb deines Käfigs.

Mit meinem heutigen Eintrag möchte ich dich dazu ermutigen über den Tellerrand hinaus zu schauen. Entdecke das was dich antreibt. Erfinde dich neu. Und vor allem. Steh zu deinen Zielen und deinen Träumen. Spüre deinen Drive. Du kannst so viel. Ich meine das ernst – du kannst so viele Dinge erreichen! Du brauchst den Willen, den Ehrgeiz und vor allem die Leidenschaft, um auch mal durch ein kleines oder ein großes Tief zu gehen. Wenn du diese Eigenschaften hast, dass brauchst du vor rein gar nichts Angst zu haben. Ändere dein Leben nicht immer nur für Andere. Ändere dein Leben für dich. Höchste Zeit glücklich zu werden. Finde deine Erfüllung und lebe deine Erfüllung!

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Julia

    geschrieben am 13. März 2016

    Ich stecke momentan genau in der gleichen Situation wie du damals mit 22 Jahren.. Ich weiß nicht genau was ich machen will & auch nicht was mich wirklich antreibt. Ich fand deinen Beitrag gleichzeitig sehr traurig, aber auch sehr schön! Ich hoffe das ich es endlich schaffe einen Weg für mich zu finden der zu mir passt! Vielen Dank für deine inspirierenden Wort! Und du kannst auch sehr stolz sein auf das, was du bisher erreicht hast!
    LG Julia 🙂

    Antworten
  • Alicia

    geschrieben am 14. März 2016

    hey Jan 🙂
    ich finde deinen Post heute und auch die vorherigen Beiträge immer prima. Ich finde du hast einen angenehmen Schreibstil. & auch Inhaltlich finde ich deine Beiträge immer wieder inspirierend. Es sind kleine Anstöße, die einen zum nachdenken über sich und sein eigenes Leben bringen.
    Danke dafür und ganz viel Glück bei deiner Bachelorarbeit! 🙂
    liebe Grüße Alicia

    Antworten
  • Lis

    geschrieben am 14. März 2016

    Hey Jan, ich denke viele kennen diese Situation nicht zu wissen was sie beruflich werden sollen und haben so richtig keinen Plan von ihrem Leben und der Zukunft. Ich bin auch seid Jahren in der Zwickmühle, nicht zu wissen wo mein Weg hingeht. Außer Sport & die Natur, habe ich keine richtigen Interessen. Vielen Dank für deinen Artikel, er regt mich aufjedenfall zum nachdenken an. Ob ich nach meiner Ausbildung noch was anderes mache.. Ich werde in mich gehen 😉

    Antworten
  • posilli

    geschrieben am 19. März 2016

    Super Beitrag! Danke! Und hast du nicht Angst dass dir auch deine Passion irgendwann langweilig wird? Was ist wenn es dir irgendwann eintönig vorkommt?

    Antworten
    • fit_trio

      geschrieben am 31. März 2016

      Hi Sascha. Vielen Dank. Dieses Jahr leider nicht, aber nächstes Jahr sieht das bestimmt anders aus 🙂

      Antworten
  • Natalie

    geschrieben am 26. Juni 2017

    Ist ja lustig, der Post ist schon über ein Jahr her aber grade jetzt stolpere ich wortwörtlich darauf, eigentlich wollte ich mir nur Lous Erlebnisse des Marathon durchlesen und da springt es mich an… es scheint als wenn du direkt aus meiner Seele schreibst nur, dass ich mittlerweile 26 und in nem sicheren Job gefangen bin… und leider nicht die Möglichkeit habe das zu machen was ich will, da ich nicht „nochmal“ von meinen Eltern unterstützt werde… Aber es freut mich das du das Gefühl so gut beschreiben kannst und dabei so einige in der Situation ermutigst ihren Weg zu gehen 🙂

    Antworten

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