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Du denkst ständig, dass du zu dick bist und zählst deswegen täglich deine Kalorien? Jeder Käse, jeder Joghurt, jedes Stück Fleisch wird vor dem Verzehr auf die Kalorienanzahl überprüft? Beim Essen im Restaurant ertappst du dich heimlich dabei, wie du im Kopf schon wieder rechnest? Wir können dir sagen, dass du nicht allein bist! Soooo vielen Menschen (besonders jungen Mädels ab dem  14. Lebensjahr) geht es wie dir! Sie zerbrechen sich tagtäglich den Kopf über das Essen und bemerken gar nicht, dass dieses Verhalten negative Folgen hervorrufen kann!

Nicht selten kann solch ein Verhalten der Beginn einer Essstörung sein! Klar ist: Kalorien zählen raubt einem dem Spaß am Essen! Mit Sicherheit ist es zum Vorteil, wenn man weiß, dass eine Tüte Chips mehr Kalorien enthält als eine Gurke! Auf Dauer sind diese ständigen Zahlen im Kopf jedoch ungesund! Wir möchten versuchen dich mit diesem Beitrag davon zu überzeugen, dass Kalorien zählen (für den Großteil von uns) nicht förderlich bzw. nicht die richtige Lösung ist.

Was will man durch das „Kalorien zählen“ erreichen?

Viele Menschen zählen Kalorien, um abzunehmen! Die Formeln dafür scheinen ganz einfach!

  • Kalorienanzahl, die der Körper aufnimmt, ist kleiner als diejenigen, die der Körper verbrennt = Abnahme
  • Kalorienanzahl, die der Körper aufnimmt, ist grösser als diejenige, die der Körper verbrennt = Zunahme

Das Umsetzen kann einen allerdings schnell in die falsche Richtung führen. Ein großer Kritikpunkt unsererseits: Ein Kalorienzähler im Internet weiß überhaupt nicht, wieviel Energie der Körper verbrennt (jeder Körper ist genetisch individuell veranlagt). Dadurch können stumpfe Vorgaben, was den täglichen Kalorienbedarf angeht zum Teil für „Laien“ sogar gefährlich sein.

1) Kalorien sind nicht gleich Nährstoffe

Kalorien sind nicht gleich Nährstoffe! Einerseits ist es wichtig seinen Energiebedarf zu decken. Viel wichtiger ist es jedoch dabei auch satt zu werden (Hungern ist der falsche Weg). Wir können rechnerisch die passende Menge an Energie aufnehmen, aber trotzdem hungrig sein, weil unsere Nahrung zu wenige Nährstoffe enthält, die der Körper verarbeiten kann.

Hier ein Beispiel:

Iss eine Tiefkühlpizza, eine Tafel Schokolade und trinke eine Flasche Cola, Fanta oder Sprite (alles sehr zuckerhaltige Lebensmittel) und schon ist laut dem Konzept „Kalorien zählen“ der Energiebedarf für den gesamten Tag schon aufgebraucht. Mit diesen Lebensmitteln kommt man aber nicht 24 Stunden aus! Denn man hat kaum sättigende Nährstoffe konsumiert und ist demnach hungrig! Um nicht zuzunehmen, müsste man jetzt (laut „Kalorien zählen“) also den Rest des Tages hungern. Eine solche Ernährung ist definitiv zum Scheitern verurteilt!

Wie wird es richtig gemacht?! Man muss seinen täglichen Energiebedarf decken und dabei auch satt werden. Was sättigt nun genau? Eiweiß, langkettige Kohlenhydrate und gesunde Fette! Dann erübrigt sich das Kalorien zählen. Achtet auch darauf, frische Lebensmittel zu essen!

 2) Kalorien werden im Körper unterschiedlich verbrannt

Nicht jede Kalorie wird von unserem Körper gleich verarbeitet. Energie aus einfachen Kohlenhydraten (z.B. Zucker, Weißbrot) lässt den Blutzuckerspiegel ziemlich schnell in die Höhe schießen. Dadurch produziert der Körper viel Insulin, welches die Energie in die Zellen abtransportiert. Unsere Muskeln und Organe kommen manchmal mit dem schnellen „Ansturm“ jedoch nicht zurecht. Das beudetet: alles, was z.B. Muskelzellen oder Organe nicht schaffen aufzunehmen, wird in der Fettzelle eingespeichert (als Reserve für „Notfälle“).

Ballaststoffreiche Lebensmittel (z.B. Gemüse, Vollkorn) hingegen lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen. Dadurch wird weniger Insulin ausgeschüttet. Unsere Muskeln und Organe können die Energie besser verarbeiten, da sie mehr Zeit haben. Das bedeutet: Die aufgenommene Energie gelangt zu einem geringeren Anteil in die Fettzellen.

Was nützt also das Kalorienzählen, wenn die eine Hälfte der Kalorien von den Muskeln verbrannt wird, während die andere Hälfte in unseren Fettzellen landet?

3) Jeder Mensch ist genetisch individuell veranlagt

Kalorienempfehlungen suggerieren oft, dass jeder Mensch gleich wäre. Auf Lebensmittelverpackungen wird häufig von einem Tagesbedarf in Höhe von etwa 1.900 – 2.000 Kalorien ausgegangen. Dieser Wert gilt als Anhaltspunkt, kann jedoch sehr irreführend sein!

Mein persönlicher Energiebedarf liegt auf jeden Fall über diesem Wert, während aber eine ältere Frau, die sich kaum bewegt, mit etwa 1.500 Kalorien auskommen würde.

Selbst wenn man einen Kalorienrechner aus dem Internet verwendet, kommt bei jedem etwas anderes heraus. Einige rechnen auf Grundlage oberflächlicher Informationen (Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht). Andere gehen etwas tiefer, aber beruhen auf subjektiven Angaben (körperliche Belastungen im Alltag, etc.).

Alle Empfehlungen und alle Rechner haben eines gemeinsam: Sie werden nie den tatsächlichen Kalorienbedarf ermitteln. Jeder Körper verbrennt Energie anders! Das liegt an unserer unterschiedlichen Ernährung, dem Stoffwechsel, der täglichen Bewegung, unseren Muskeln, unserem Schlaf und vielen anderen Faktoren.

 4) Verzichten bedeutet oft „quälen“

Kalorien zu zählen bedeutet oft Verzicht oder sogar Qual. Wir verzichten dabei oftmals auf Energie, die unser Körper gern hätte. Mit Verzicht erzeugen wir stets das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen. Beispiel: Schokoriegel. Ich habe das Verlangen nach ein bisschen Schokolade, verbiete es mir aber! Meine Gedanken kreisen danach die ganze Zeit um das Stück Schokolade! Viel entspannter ist es doch sich das Stück Schokolade zu gönnen und danach glücklich zu sein! Aber denk daran: Qualität statt Quantität. Ein kleines Stück Schoki um das Verlangen zu stillen reicht völlig aus.

Verzicht erzeugt Verlangen! Wenn wir den ganzen Tag daran denken, was wir alles nicht dürfen, um unseren Kalorienhaushalt nicht überzustrapazieren, wollen wir nur noch mehr essen. Diese Form von Selbstkontrolle kann funktionieren, wenn man motiviert ist und es einem mental gut geht. Doch nach einer Weile lässt die Willenskraft nach. Dann wird man wahrscheinlich rückfällig und der ganze Kampf war umsonst. Man ist deprimiert und empfindet Essen immer und immer mehr als etwas „schlechtes“.

Kalorien zählen gehört nicht zu einem „HEALTHY LIFESTYLE“

Kalorien zu zählen bedeutet für uns, dass wir machen bzw. essen können was wir wollen, solange wir nur die Kalorienzufuhr einschränken. Doch das ist nicht der richtige Weg…

Wie man an den oben aufgeführten Gründen bereits gesehen hat, liegen die Probleme ganz woanders! Anstatt nur noch an Kalorien zu denken, sollten wir gesunde Gewohnheiten in unseren Alltag etablieren. Frische Lebensmittel zubereiten statt Fertiggerichte aufwärmen, achtsamer essen statt große Portionen verschlingen und uns mehr bewegen. Wir sollten aufhören uns die falschen Fitnessaccounts bei Instagram als Vorbild zu nehmen, wenn wir merken, dass sie uns nicht gut tun! Abnehmen funktioniert auch ohne Kalorien zählen- und macht eindeutig viel mehr Spaß! Natürlich gilt dies nicht für die gesamte Menscheit und jeden Fitbessbegeisterten! Uns ist bewusst, dass man durch ein gesundes Kalorien zählen auch Erfolge erzielen kann. Wichtig sind hierbei nur die Grundvoraussetzungen.

Buchtipps

Hier möchte ich Euch noch zwei Bücher mit auf den Weg geben, die ich wirklich empfehlen kann! Diese Bücher vermitteln, dass die „Keine Diäte“ die beste Diät ist! Die Zusammenfassungen dazu könnt ihr auf Amazon nachlesen!

1) Intuitiv Abnehmen

2) Keine Diät ist die beste Diät

 

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Ginni

    geschrieben am 4. Juni 2015

    Ich sehe das mit dem Zählen von Kalorien per se nicht ganz so negativ. Ich denke, dass das Zählen auch durchaus positive Aspekte mit sich bringen kann und man sollte es nicht grundsätzlich verteufeln oder ausschließen. Ich halte es auch für wenig sinnvoll, Fitnessneulingen, Abnehmwilligen oder jenen, die sich erstmals mit einer gesunden Ernährung auseinandersetzen, zu suggerieren, dass man Kalorienzählen gar nicht braucht – dann kann die Enttäuschung sehr schnell sehr groß werden und die Motivation ist hinüber.

    Das Zählen von Kalorien kann zum Beispiel helfen, überhaupt erst einmal ein Bewusstsein für die Anzahl an Kalorien einzelner Lebensmittel zu entwickeln. Es gibt doch zum Beispiel genug Abnehmwillige, die auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, zusätzlich Sport treiben und sich ab einem gewissen Punkt wundern, dass sich auf der Waage nichts mehr tut – weil sie sich gar nicht bewusst sind, wie viel Kalorien die Nahrungsmittel auf ihrem täglichen Speiseplan überhaupt haben. Das kann dann schnell sehr frustrierend sein: Man denkt, man macht alles richtig und trotzdem bleibt man stehen. Ich halte es daher schon für sinnvoll, sich durchaus auch mal bewusst mit den Kalorien einzelner Lebensmittel auseinanderzusetzen: Wie viel Kalorien brauche ich denn circa pro Tag? Wie viel Kalorien hat überhaupt ein Löffel Leinöl? Denn auch wenn man auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achtet, kann man zunehmen. Ein Bewusstsein für Kalorien zu entwickeln ist natürlich nicht nur sinnvoll, wenn man abnehmen möchte – manche nehmen (vielleicht sogar verursacht durch einen besonderen Ernährungsstil) auch durchaus regelmäßig, also Tag für Tag, viel zu wenig Kalorien zu sich.

    Nicht mehr sinnvoll finde ich das Zählen von Kalorien, wenn es krankhaft wird oder jeglichem Sinn entbehrt. Wer normalgewichtig ist, sich ausgewogen ernährt und Sport treibt, sollte nicht ständig rechnen, da gebe ich Euch vollkommen recht!

    Antworten
  • Alina

    geschrieben am 4. Juni 2015

    „Intuitiv abnehmen“ kann ich jedem nur ans Herz legen der sich viele Gedanken um sein Essen macht – zu viel. Habe das bei euch auf eurerSeite gesehen, ist wirklich ein tolles Buch!!! 🙂

    Antworten
  • LeleiLena

    geschrieben am 6. Juni 2015

    Ich habe mir „Intuitiv abnehmen“ such geholt, weil ich von euch darüber positives gehört hab.
    Ist ein super Buch und ich glaube, darin fühlt sich wirklich jeder wieder, dem nur einmal der Gedanke eine Diät oder gesünderen Ernährung gekommen ist.

    Und ich will noch loswerden, dass ich das echt toll finde Lou , wie offen du über alles sprichst! Du bist mit deinen Account und deiner (bzw. eurer ???? Jan darf nicht vergessen werden ????) Botschaft leider fast ganz allein auf dieser Welt !!! Leider!!!
    Die Mädels dieser Zeit brauchen solche Vorbilder wie dich / euch !!!??????????

    Auch für mich seid ihr eine super Motivation! Ihr habt mir schon viel auf meinem Weg mitgegeben und ich werde euch weiter verfolgen.(ich hab sogar nur wegen euch Snapchat installiert!)

    Macht weiter so! Ihr seid super!!! Und Lou, du bist einfach wunderschön! Vom Wesen und vom Körper her!
    Du bist eine tolle starke Maschine mit einem tollen, motivierenden & ehrlichem Partner an deiner Seite ((: ????????????

    Antworten
  • Lena

    geschrieben am 7. Juni 2015

    Hei ihr beiden 🙂
    Ich verfolge euch nun schon etwas länger. Ich finde euren blog super und freue mich über jeden neuen eintrag. Eure tipps sind echt hilfreich.
    Zu mir : ich bin schülerin und wohne dementsprechend zuhause. Könnt ihr mir tipps geben, wie ich trotzdessen, das ich zeitlich nicht selber kochen kann Auf meine ernährung achten kann? Also quasi einen schülertauglichen ernährungsplan? Wäre superlieb von euch.

    Antworten
  • Elina

    geschrieben am 9. Juni 2015

    Hallo Lou, ich sehe es mit dem Kalorienzählen auch nicht ganz so negativ. Ich persönlich versuche auch momentan Fett zu verlieren und Muskeln aufzubauen und tracke seit ca. 9 Monaten mein Essen/Makros mit myfitnesspal.
    Als ich am Anfang dann mehrmals ein Oatmeal/Porridge mit an die 1000 kcal zum Frühstück hatte wurde mit klar, dass ich viel mehr auf meine Portionsgrößen achten muss. Natürlich ist ein Oatmeal bei weitem besser als eine TK-Pizza, ja. Würde ich aber drei oder mehr Mahlzeiten dieser Größe am Tag verzehren, so würde es mit dem Abnehmen definitiv nichts werden.
    Kalorienzählen kann also durchaus helfen am Anfang ein besseres Bewusstsein für die Lebensmittel, die man isst zu entwickeln.
    Vor Allem in Bezug auf die Makronährstoffe.
    Mittlerweile schätze ich den Eiweiß/KH/Fett-Gehalt meiner Mahlzeiten intuitiv relativ gut ein, kontrolliere aber immer noch mit der App. To be sure ????
    Aber du hast natürlich recht, dass das sehr schnell zu Essstörungen führen kann, iwenn man über gesunde Ernährung nicht Bescheid weiß!!
    Danke für den tollen Artikel!

    Antworten
  • Nicole

    geschrieben am 9. Juni 2015

    Hey ihr Lieben, finde euch Seite auch echt klasse und ich mag eure Denkweise. Finde es super, wie ihr anderen Mut macht 🙂
    Meine Frage: Ich bin auf der Suche nach einem kleinen Snack, den ich während der Arbeit essen kann, wenn ich mal keine Zeit habe mir Obst zu schneiden… Habt ihr da irgendwelche Tipps bzw. Ideen?

    Antworten
  • Isabell

    geschrieben am 8. August 2015

    Hat mich sehr motiviert und zur Vernunft gebracht, dieser Eintrag. Ich habe sofort meine Kalorienzählerapp gelöscht und versuche jetzt nach Hunger und nicht nach Kalorien zu essen!! Danke

    Antworten
  • Leonie

    geschrieben am 17. April 2016

    Hey,
    schon seit längerem versuche ich ein wenig Fett zu verbrennen, doch obwohl ich sehr viel Sport treibe und mich gesund ernähre, scheint sich nichts zu verändern. Das Problem ist, dass ich mich überwiegend ausgewogen und gesund, fast so wie euer Ernährungskonzept, ernähre, aber dafür viel zu viel esse und das weiß ich auch.
    Ich bin 16 und esse aus Hunger, nicht aus Appetit oder Langeweile.
    Wie schaffe ich es genug zu essen ohne schnell wieder Hunger zu bekommen, und trotzdem Fett zu verbrennen?

    Antworten
    • fit_trio

      geschrieben am 18. April 2016

      Ich glaube eher, dass es bei dir eine Kopfsache bzw. emotionales Essen ist. Du solltest dich fragen, WIESO du isst, wenn du Langeweile hast. Ansonsten ist es immer empfehlenswert bei Kohlenhydraten auf Vollkornprodukte zurückzugreifen 🙂 LG

      Antworten
      • Leonie

        geschrieben am 18. April 2016

        Aber ich esse doch gerade NICHT aus Langeweile 😀 aber den Tipp mit den Vollkornprodukten nehm ich gerne an 😉
        LG

        Antworten

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