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Laufen im Dunkeln

Stellt euch vor ihr schnürt eure Laufschuhe und verabschiedet euch für eine Stunde bei eurer Familie oder dem Freund. Ihr lauft los. Die Strecke am Feld ist super. Es ist Winter. Die Kälte und Dunkelheit sind für euch ein bitterer Beigeschmack, aber ihr möchtet trotzdem ganz vorbildlich etwas für eure Gesundheit tun. Ihr lauft weiter. Zwei Stunden vergehen. Drei Stunden. Eure Familie wartet, aber ihr kommt nicht zurück. Ich möchte mit diesem Text nicht den Teufel an die Wand malen. Heute habe ich die Nachrichtenseite aufgemacht und als erstes das Bild von Carolin Gruber gesehen. Carolin ist 27 Jahre alt, lebensfroh und geht gern laufen. Genauso wie ich. Genauso wie ihr. Carolin ist vom Laufen nicht zurückgekehrt. Und in diesen Sekunden bekomme ich Gänsehaut, hoffe, dass sie wieder auftaucht und überlege mir, dass auch ich oder jeder andere von euch in dieser Situation stecken könnte.

Ja, es ist löblich in der Winterzeit früh morgens oder spät abends die Laufschuhe zu schnüren. Aber es ist kein MUSS. Ich möchte euch ein bisschen für dieses Thema sensibilisieren. Natürlich kann überall und zu jeder Tageszeit etwas Schlimmes passieren. Egal, ob wir Laufen, Fahrradfahren oder Spazierengehen. Trotzdem gibt es einige Dinge, die wir im Winter grundsätzlich beachten sollten oder optimieren können, damit wir sicherer durch die Dunkelheit laufen.

  1. Ein Wald- oder Feldweg ist verlockend. Der Untergrund zum Laufen verführerisch. Trotzdem rate ich euch, dass ihr im Winter (besonders morgens oder abends) eine Laufstrecke durch die Stadt oder an einer Straße auswählt. Am Wochenende könnt ihr ja tagsüber eine schöne Waldstrecke wählen.
  2. Nicht immer machbar, aber sicherer ist es, wenn man zu zweit läuft. Sollte euch jemand beobachten oder euch etwas zustoßen, habt ihr euren Laufpartner an eurer Seite, der Hilfe holen kann.
  3. Ich weiß, ich spinne ein bisschen rum. Aber, wenn ich laufen gehe, habe ich immer mein Handy bei mir. Alle Ortungsdienste und die GPRS- Funktionen sind eingeschaltet. Falls ihr Hilfe benötigt, kann man so euer Handy orten.
  4. An meinem Arm ist neuerdings eine Lampe befestigt. Diese macht zwar auf mich aufmerksam, aber ihr könnt auch schneller erkannt oder gesichtet werden.
  5. Eine weitere Möglichkeit ist eine Trillerpfeife, die ihr euch umhängt. Habt ihr das Gefühl verfolgt zu werden, könnt ihr damit ein lautes Signal erzeugen, um Hilfe zu holen oder eine fremde Person einzuschüchtern bzw. abzuschrecken.
  6. Solltet ihr alleine laufen, würde ich euch raten keine Ohrstöpsel zu tragen. Ihr bekommt nichts von eurer unmittelbaren Umgebung mit. Macht lieber die Musik auf dem Handy an. So könnt ihr auf Geräusche in eurer Nähe reagieren.
  7. Eine Person aus eurem Umfeld sollte immer eure Laufstrecke kennen. Vielleicht schreibt ihr sie auf und hängt sie an den Kühlschrank.

Ich möchte mit diesem Text wie bereits erwähnt keine Panik auslösen. Es ist aber wichtig, dass ihr darüber nachdenkt. Es ist nicht in jedem Falle nötig früh aufzustehen und im Dunkeln laufen zu gehen. Es gibt den Nachmittag, die Mittagspause, Fitnessstudios oder ihr schließt euch einer Laufgruppe an. Passt einfach einmal mehr auf euch auf. Der aktuelle Fall von Carolin hat mich emotional einfach sehr ergriffen und ich wünsche der Familie ganz viel Kraft und ein gutes Ende.

 

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28 Kommentare

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    Leni
    7. November 2016 at 20:22

    Ich habe grad auch Gänsehaut bekommen! Ich finde es echt gut, dass du drauf aufmerksam machst!

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    Cerstin
    7. November 2016 at 20:22

    Meine Mama ist auch immer um 4 Uhr morgens unterwegs,
    Sie hat immer Pfefferspray dabei.
    Man soll damit vorsichtig ungehen weil man sich selbst strafbar machen kann aber wenn es wirklich darauf ankommt kann man sich verteidigen und es gibt ein wenig Sicherheit.

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    Luise
    7. November 2016 at 20:24

    Guter Beitrag! Ich hatte sehr ähnliche Gedanken. Nur lief Carolin ja sogar am Sonntagnachmittag um 14:15 Uhr los. Also tagsüber. In den wenigen Stunden Helligkeit, die man im Winter noch hat und bei denen man sich im Wald sicher fühlt… Ich wohne in Freiburg und ich werde meine üblichen Läufe durch den Wald erst mal lassen und ins Fitnessstudio gehen. Ist auch nicht rational, aber dabei hätte ich nur ständige Angst. Oder nur in Begleitung laufen gehen…

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    M.
    7. November 2016 at 20:50

    Sehr guter und wichtiger Beitrag! Ich befinde mich seit der Zeitumstellung auch in der Bredouille. Leider kann ich weder morgens noch in meiner Mittagspause laufen. Abends, wenn ich von der Arbeit komme, ist es dunkel. An schlecht beleuchteten Wegen muss ich zwangsläufig vorbei. Deswegen geht es nur noch am Wochenende laufen. Oder zu zweit abends. Wenn das nicht klappt (wie morgen) – Fitnessstudio. Es muss nicht immer ein Axtmörder sein… Man knickt unglücklich um, wird angefahren oder von freilaufenden Hunden o.ä. angefallen. Ich hoffe, dass sich der Fall Carolin schnell positiv aufklärt.

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    Anna
    7. November 2016 at 21:09

    Ich finde gut das du das ansprichst. Im Winter sind die Tage einfach so kurz, dunkel und die Welt immer gefährlicher. Ich muss leider durch die Woche auch immer im dunklen laufen, weil wenn ich Feierabend habe es schon dunkel wird. Ich laufe jetzt immer mit Kopflampe, Reflektoren und nur durch den Ort wo es beleuchtet ist. Aber sicher fühlen ich mich trotzdem nicht wirklich.

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    Kyra
    7. November 2016 at 21:28

    „Ihr lächelt. Ihr lauft los und kehrt nicht mehr zurück.“ Davon laufen vor den Problemen. Stärker werden und nicht mehr zurückkehren an den Ausgangspunkt. Daran hab ich im ersten Moment gedacht. Normalerweise haben deine Texte hier immer etwas positives. Ich war erschüttert und hatte Gänsehaut als mir klar wurde was du eignt. damit meinst. Dieser Text war bewegend und wichtig. Leidenschaft im Sport ist wichtig. Sicherheit auch. Deshalb vielen Dank für den Text/die Tipps und ich hoffe viele nehmen ihn sich zu Herzen und passen in Zukunft besser auf sich auf!

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    Caro
    7. November 2016 at 21:29

    Liebe Lou!
    Ich finde es gut, dass du dieses Thema ansprichst, denn als ich heute Nachrichten geschaut habe ging es mir ähnlich.
    Ich selbst vermeide es immer im Dunkeln laufen zu gehen aber deine Tipps sind super und man fühlt sich direkt ein bisschen sicherer.

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    Julia
    7. November 2016 at 21:48

    Liebe Lou,
    den Beitrag finde ich super, ich sehe das genauso wie du. Im Dunkeln laufe ich nur zu zweit und an der Straße. Alleine laufe ich auch nur im hellen, an der Straße und lasse mein Handy „überwachen“, dass meine Mutter oder mein Freund gucken können wo ich bin. Mir kam ein richtiger Schauer über den Rücken, als ich das gelesen habe, mit dem Mädchen. Hoffentlich geht alles gut aus.
    Schönen Abend euch noch 🙂

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    Dani
    7. November 2016 at 22:09

    Ich bin 15 und darf (was ich auch verstehen kann)c nicht alleine laufen gehen.. auch tagsüber..da hätte ich auch viel zu viel Angst.. Ich habe immer pfefferspray und ein eltrnteil oder meinen großen bruder dabei. Ich finde es immer total krass wenn ich sehe dass manche Frauen (aber auch bei Männern) im Dunkeln ganz alleine laufen oft dann auch noch an verlassenen wegen…Ich finde da sollte man wirklich vorsichtig sein, aber dass muss ja jeder für sich wissen wie vorsichtig er da ist. Ich verstehe dich auf jeden Fall total.
    LG Dani

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    Conni
    7. November 2016 at 22:22

    Hallo Lou,

    Ich freue mich, dass sich endlich jemand mit diesem Thema befasst. So oft sehe ich wie junge mädels morgen im Dunkeln laufen gehen und frage mich: Habt ihr keine Angst?
    Ich bin 21 und gehe im winter, weil ich von 8 bis 17 Uhr arbeite, entweder mit einer laufgruppe laufen oder abends auf dem laufband. Es ist ein so unnötiges Risiko. Auch 2 mädels zusammen machen die Sache nicht gerade besser. Also Mädels. Geht bitte ins Fitnessstudio aufs Laufband und setzt euch nicht einer so großen Gefahr aus !

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    Hannah
    7. November 2016 at 23:03

    Ein wirklich wichtiger Beitrag! Ich (17) gehe zwar nicht im Dunkeln laufen, wurde aber auch schon nachmittags auf einem Feldweg der in eine Landstraße mündet und in dessen Nähe einige Häuser stehen, aus einem Auto heraus angesprochen! Das war natürlich erstmal ein großer Schock und hat mich seitdem „sensibilisiert“. Bevor ich laufen gehe, erkläre ich immer jemandem die Strecke und die Zeit, die ich ungefähr dafür brauchen werde. Außerdem habe ich immer mein Handy dabei und während ich Waldschneisen durchlaufe, schalte ich die Musik aus, einfach um auf Nummer sicher zu gehen :- )

    Möchte aber auch wie du keine Angst verbreiten sondern nur meine Erfahrung teilen! Ich hoffe sehr, dass die Frau gefunden wird.

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    Isabell
    8. November 2016 at 6:36

    Ich find deinen Beitrag super, aber ich habe das mal gegoogelt und da stand sie ist mittags um zwei laufen gegangen?! Von dem her kann einfach immer was passieren und man sollte immer vorsichtig sein!

    Liebe Grüße und einen schönen Tag

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    Franziska
    8. November 2016 at 7:18

    Ich hab mit dem laufen erst angefangen und das ist mein erster Winter. Am Anfang Warnicke noch total motiviert, auch am späten Nachmittag (um 5) laufen zu gehen. Aber kaum habe ich gesehen, wie düster es dann schon ist, habe ich den Plan verworfen. Ich gehe jetzt freitags (bin ich schon mittags zu Hause) und am Sonntag. Da fühle ich mich im hellen viel sicherer.

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    Feli
    8. November 2016 at 9:17

    Sehe ich genauso 🙂 Danke dass du darauf aufmerksam machst. Ich habe beim Joggen im Dunkeln auch immer Angst, deswegen finde ich nicht dass du überreagierst :* Toll, dass du deine Reichweite dafür nutzt!
    Liebe Grüße, Feli von http://www.felinipralini.de

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    Ini
    8. November 2016 at 9:50

    Ein wichtiger Artikel, Danke liebe Lou! Neben virtueller Sichtbarkeit ist es (leider) zunehmend auch immer wichtiger, für sich selber sicher zu sein. Ich bin auch ein Morgens- bzw. Dunkel-Läufer. Natürlich bin ich nicht ganz „gedankenlos“, wenn ich laufe (egal ob im Hellen oder im Dunkeln). Aber mit Angst im Nacken könnte ich mich garnicht mehr vor die Tür trauen. Ein „gesundes Maß an Misstrauen“ könnte man das vielleicht nennen. Deshalb finde ich Deine Tipps wirklich toll, z. B. die Trillerpfeife. Ein Handy habe ich nie dabei, weil ich nicht immer eine Tasche an der Klamotte habe und nicht soviel „mitschleppen“ will. Allerdings habe ich eine GPS Funktion an meiner Laufuhr. Und das mit der Laufstrecke am Kühlschrank finde ich auch klasse, kommt gleich mal auf die „To-Do-Liste“.
    Ich hoffe sehr, dass die junge Frau wieder wohlbehalten auftaucht…

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    Anna
    8. November 2016 at 10:16

    Super Lou das du dieses Thema aufgreifst. Die Dunkelheit und Angst ist auch oft mein Problem beim Laufen im Winter. Daher versuche ich am Wochenende immer eine Runde zu drehen oder unter der Woche mit meinem Freund. Mir fehlt das laufen morgens vor der Arbeit wie im Sommer schon, aber so fühlt es sich sichere an. Alternativ überwinde ich mich immer mal wieder zu einer Home-Yoga-Session am Abend vor dem Schlafen. Tut dem Körper auch gut.

    Kannst du vielleicht mal ein Blogpost drüber schreiben was du im Winter an Laufsachen trägst bzw. wie viele Schichten etc.? Danke

  • fit_trio
    fit_trio
    8. November 2016 at 18:58

    Hallo Anna 🙂

    Schau mal in der Kategorie „Laufen“ auf unserem Blog nach.
    Da findest du (wenn du ein bisschen zurückscrollst) eine
    Menge Infos zu deiner Frage.

    Liebe Grüße

  • fit_trio
    fit_trio
    8. November 2016 at 18:59

    Ja genau, deswegen habe ich ja geschrieben, dass zu jeder Tageszeit etwas passieren kann. In der Dunkelheit ist es aber nochmal besonders wichtig sich zu schützen 🙂 Ganz liebe Grüße

  • fit_trio
    fit_trio
    8. November 2016 at 19:01

    Hallo Conni 🙂
    Es ist natürlich auch schwer zu sagen, dass man gar nicht mehr draußen laufen gehen sollte. Damit würde man sich
    auch viel Lebensqualität nehmen und einige haben kein Geld fürs Fitnessstudio. Man sollte aber einfach darauf achten, dass man ein paar Dinge berücksichtigt.

    Ganz liebe Grüße

  • fit_trio
    fit_trio
    8. November 2016 at 19:01

    Danke für deinen Kommentar liebe Kyra 🙂

  • Avatar
    Vivien
    8. November 2016 at 21:17

    Liebe Lou, ich finde es super, dass du auf dieses Thema eingehst. Es ist wichtig auch die „Schattenseiten“ des Laufens zu zeigen und Tipps zu geben, wie man sich vor so etwas schützen kann. Ich (17) wohne in der Nähe der vermissten Frau und vor allem meine Mama hat jetzt noch mehr Angst um meinen Bruder (16) und mich, wenn wir alleine laufen gehen. Das krasse ist ja wirklich, dass das nicht mal bei Dunkelheit war, sondern tagsüber als es hell war. Ich hoffe sehr, dass die Frau wieder gefunden wird und niemandem so etwas passiert.

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    Manuel
    11. November 2016 at 3:06

    Danke für die Mühe ! Genau auf den Punkt gebracht. Klar im Sommer gibt es nichts besseres als bei guten Wetter draußen zu laufen, aber im kalten Winter und das noch bei Dunkelheit besonders für Frauen mehr als nicht angebracht. Ich kann einfach nur als Alternative ein Studio oder das Laufen mit dem eigenen Gerät von zu Hause ans Herz legen.

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    Noemi
    11. November 2016 at 12:16

    Ich hab mir eben deinen Text noch mal durchgelesen und werde mir ne Trillerpfeife besorgen, das ist ne super Idee. Die Läuferin wurde leider jetzt tot aufgefunden. Das geht mir auch sehr nahe. 🙁

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    Andrea
    11. November 2016 at 12:55

    Ich finde es sehr gut, dass du dieses Thema in einem Blogpost aufgreifst! Es ist verdammt wichtig und gerade für uns laufbegeisterte Frauen ein guter Denkanstoß. Ich gehe gerade im Winter selbst nur im Hellen laufen und meide sehr abgelegene Strecken. Erst vor etwas mehr als einem Jahr ist genau auf der Laufstrecke, die ich auch regelmäßig benutze eine junge Joggerin zum letzten Mal dort entlang gelaufen… Details möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Das hat mich geschockt, weil solche Vorfälle in den Nachrichten ja immer so weit weg scheinen. Hoffentlich erreichst du viele Läuferinnen und auch Läufer mit deinen Tipps, die ich allesamt sehr gut und hilfreich finde.
    Liebste Grüße
    Andrea von http://www.chapeau-blog.de

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    Nika
    11. November 2016 at 16:30

    Hallo Lou,
    Danke, dass du über dieses Thema schreibst und dafür sensibilisierst. Ich sage meinem Freund immer Bescheid, wenn ich laufen gehe, und sage ihm wo lang ich laufe und wie lange ich ungefähr brauchen werde – egal, ob es hell oder dunkel ist, denn man kann sich ja auch verletzten und nicht in der Lage sein, selbst Hilfe zu holen.
    Natürlich ist der aktuelle Fall um einiges schlimmer. Was passiert ist, ist so furchtbar und rüttelt vermutlich wieder einige Menschen wach. Deine Tipps finde ich da sehr passend und deinen Text sehr gut geschrieben. Dank.

    Liebe Grüße
    Nika von http://www.littletigersblog.de

  • fit_trio
    fit_trio
    15. November 2016 at 19:03

    Mach das und pass auf dich auf :-*

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    Iris
    5. Februar 2017 at 9:17

    Der Fall von Carolin lässt in mir ja schon ein etwas mulmigeres Gefühl zurück. Wenn ich laufen gehe, dann nie in der Dunkelheit. Ich wohne zurzeit in Frankreich und würde mich nie trauen, komplett alleine im Dunkeln irgendwo laufen zu gehen. Dafür bin ich tatsächlich auch zu ängstlich, oder eben sehr vorsichtig. Das GPS meines Handys ist beim Laufen auch immer eingeschaltet. Damit fühle ich mich auch einfach ein Stück sicherer.

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