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Die grüne Suchmaschine: Ecosia

Es ist Freitag, der 3. April 2020. Der neuartige Corona-Virus bestimmt nun schon seit Wochen unser Leben. Viele Menschen arbeiten jetzt im Home-Office und allgemein hat die Pandemie dazu geführt, dass wir vermehrt vor grellen Bildschirmen sitzen, weil unsere Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände kaum noch existent sind. Wir beschäftigen uns mit Dingen online – streben nach Ablenkung. Bei so viel Zeit im Internet sollten wir trotzdem nachdenken, wie wir fortlaufend den Umweltschutz nicht aus den Augen verlieren. 

Eine simple, aber effektive Möglichkeit wäre meiner Meinung nach Ecosia als Startseite festzusetzen. Ecosia ist die größte europäische Suchmaschine, erlaubt eine klimaneutrale Nutzung und schützt die Privatsphäre, indem keine User-Profile erstellt werden. Am berühmtesten ist Ecosia für seine Baumpflanzungen. Seitdem das Unternehmen 2009 in Berlin gegründet wurde, wurden schon 90 Millionen Bäume in Ländern wie Madagaskar und Brasilien gesät. Exakt ist es so, dass alle 0,8 Sekunden durch die Ecosia Nutzer ein Baum finanziert wird. Alle gepflanzten Bäume stehen noch, wachsen weiter in Richtung Himmel und versorgen uns mit frischem Sauerstoff. 

Wie funktioniert Ecosia?

Als Nutzer kann ich bei Ecosia ganz genau nachvollziehen, welche Projekte durch die monetären Gewinne unterstützt werden. Allgemein sind Suchmaschinen eine zunehmend relevantere Schnittstelle zwischen Menschen und Informationen. Wie die Webseiten dargestellt und gefiltert werden, geschieht bei den meisten Suchmaschinen auf Basis von Kapitalinteressen und Marketingmöglichkeiten. Bei Ecosia hingegen werden die Treffer auf Basis ökologischer Werte angezeigt. Speziell ist Ecosia im Oktober letzten Jahres durch ein spannendes Feature noch anwendungsfreundlicher geworden. 

Bei der sogenannten Grünen Suche sind die meisten Ergebnisse mit einem kleinen Icon versehen, dabei handelt es sich entweder um ein grünes Blättchen oder Kohlekraftwerk. Die Kennzeichnung differenziert zwischen nachhaltig, sozial agierenden Unternehmen und solchen, die dem Planeten schaden. Die Kategorisierung gründet auf der ethischen Auszeichnung von Unternehmen mit Ökolabels wie Hilfswert, Economy for the Common Good, Natrue oder B-Corp-Zertifizierungen. Das Kohlekraftwerk weist hingegen aktuell auf 200 Institutionen hin, die Kohle abbauen oder transportieren, Maschinen für den Kohleabbau zur Verfügung stellen, neue Minen ausfindig machen oder schmutzige Energie verkaufen. Eine Industrie die Hauptgrund für den menschengemachten Klimawandel ist. Manchmal ist es nämlich selbst nur schwer herauszufinden, wer an einem zerstörerischen Umgang mit fossilen Brennstoffen beteiligt ist.

Ich habe die Grüne Suche seit dem Launch getestet und dabei gelernt, dass es sich bei den Suchergebnissen mit dem grünen Blatt nicht um bezahlte Werbeanzeigen handelt. Es ist einfach ein kostenfreier Service, der von Ecosia angeboten wird, um uns im Alltag dabei zu helfen, sachkundige und intelligentere Entscheidungen zu treffen. 

Kleine Symbole mit großer Wirkung

Ich kann mir gut vorstellen, wie die Good Data Base in Zukunft noch weiter ausgebaut wird, um uns Verbrauchern mehr Transparenz zwischen den globalen, undurchsichtigen Wirtschaftsstrukturen zu geben. Bei Ecosia wird es bald so sein, dass mir als Nutzer, wenn ich beispielsweise eine neue Waschmaschine anschaffen möchte, nicht das Produkt oben angezeigt wird, welches die höchste Marge hat, sondern jenes mit der höchsten Energieeffizienz und einer Herstellung unter fairen Produktionsbedingungen ohne Kinderarbeit. Damit wird sich Ecosia wieder deutlich von anderen Plattformen abheben, weshalb das Unternehmen eng mit Universitäten und anderen Initiativen forscht. Ecosia ist sich bewusst, dass uns Suchergebnisse stark beeinflussen und damit eine gewisse Verantwortung einhergeht. Dadurch weiß ich, dass die kommenden Widgets ebenfalls mit Bedacht ausgewählt werden und die Quellen vertrauenswürdig sind. Bei wem ich jetzt das Interesse geweckt habe, kann sich auf den folgenden Seiten weiter über Ecosia informieren:

https://de.blog.ecosia.org/grune-suche/

https://de.blog.ecosia.org/covid-19-ecosia/

Wie wir alle, ist leider auch Ecosia durch die globale Corona-Pandemie schwer getroffen. Mit eurer Unterstützung könnt ihr dafür sorgen, dass die einzelnen Projekte nur aufgeschoben werden und die Aufforstungspartner Vorort ihren Betrieb am Leben halten können.

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