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Achtung. Dieser Text „Weil ich eine Frau bin.“, wird feministisch klingen. Ich möchte aber betonen, dass ich in den kommenden Zeilen nicht nur Männer, sondern auch Frauen ansprechen möchte.  Im Grunde möchte ich uns alle ansprechen. Zum Nachdenken anregen. Aus irgendeinem Grund habe ich ein Kapitel unserer heutigen Gesellschaft unwissentlich übersprungen. Ein Kapitel, in welchem anscheinend entschieden wurde, dass Frauen als schlampig abgestempelt werden dürfen, wenn sie nackt in die Sauna gehen oder viel Haut in der Öffentlichkeit präsentieren. Ein Kapitel, in welchem Frauen beim Joggen keine kurzen oder engen Kleidungsstücke mehr tragen dürfen, ohne dabei angeglotzt oder begrapscht zu werden. Ich rede hier von unserer ganzen Gesellschaft. Nicht nur von Männern. Nicht nur von Frauen. Wir alle können viel zu schnell und ohne nachzudenken zu Monstern werden. Und das muss sich ändern.

Ich frage mich immer öfter was ich verpasst haben muss. Seit wann man als schlampig, billig oder aufmerksamkeitsgeil (gibt es das Wort überhaupt?!) betitelt wird, wenn man sich ästhetisch nackt zeigt. Wenn man stolz auf seinen Körper ist und kein Problem damit hat es mit der gesamten Welt zu teilen. Wenn man Nacktheit und seinen Körper als etwas selbstverständliches sieht. Sollten wir nicht alle unser Leben leben dürfen ohne es von fremden Menschen andauernd kommentieren zu lassen? Eigentlich ja. Aber wir leben in der Generation „Social Media“. Wir leben in der Generation „Porno“. Und wir leben in der Generation, in der man lieber mit dem Finger auf andere zeigt, anstatt mit sich selbst im Einklang zu leben.

Weder Frauen noch Männer dürfen verurteilt werden. Wir dürfen nicht über andere Menschen urteilen. Es steht uns nicht zu fremde Körper zu bewerten oder sie anzufassen. Der Körper ist und bleibt unser Eigentum. Leider wird in der Generation „Porno“ das Gut unseres Körpers bis aufs Kleinste minimiert. Ein nackter Körper wird in Pornos oft nur noch als ein Stück Fleisch, dass man fesseln und anspucken kann symbolisiert. Dabei ist er so viel mehr. Er ist natürlich. Er gehört zu uns dazu. Ohne ihn könnten wir nicht atmen. Nicht überleben.

Ich möchte euch alle ermutigen. Zieht an was immer ihr auch anziehen möchtet. Zeigt euch so, wie immer ihr es wollt. Aber behandelt eure Mitmenschen bitte immer so, wie auch ihr behandelt werden möchtet. Es ist an der Zeit, dass wir alle selbstbewusst genug sind, um unseren eigenen Körper als selbstverständlich anzusehen. Für uns selbst. Es ist aber auch an der Zeit, dass wir verstehen, dass es eben nicht selbstverständlich ist zu glauben, dass wir ein Mitspracherecht haben, wenn es um fremde Körper geht. Girls an boys, women and men – wir sind verdammt nochmal gut so wie wir sind. In all unseren Facetten. Und wir sollten über dämliche und intelligenzlose Kommentare drüber stehen. Nicht nur einige Stufen, sondern ganze Etagen. Nur dann können wir fremden Menschen zeigen, dass sie mit ihren dummen Kommentaren und Handlungen nichts an uns ändern werden.

Und damit bin ich schon fast am Ende angelangt. Aber nur fast. Denn den letzten Absatz widme ich den fremden Menschen, die mich auf Grund meiner Fotos oder meines Körpers beleidigen, kritisieren oder auslachen. Wie wäre es, wenn ihr euch hinsetzt und euer Leben mal ganz entspannt selbst reflektiert? Gibt es vielleicht einiges, was ihr in eine positivere Richtung lenken könntet? Oder seid ihr perfekt? Ich für meinen Teil kann nach einer Selbstreflexion von mir behaupten, dass es mein ganzes Leben lang kleine Rädchen geben wird an denen ich drehen kann, um wieder etwas besser machen zu können. Und zwar deshalb, weil auf diesem Planeten mit mir niemals alle Menschen einer Meinung sein werden. Ich bin keine Schlampe, nur weil ich Haut zeige. Ich habe kein ADS, weil ich Nacktfotos von mir präsentiere. Vielmehr ist es meine Art und Weise zum einen den vielen  Menschen da draußen zu zeigen, dass man sich für seinen Körper nicht schämen muss und zum anderen ich stolz auf diese Fotos bin. Ich schaue sie mir gerne an. Ich bin selbstverliebt. Und verdammt stolz darauf.

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Anna-Victoria

    geschrieben am 21. Januar 2018

    Es beginnt leider schon ziemlich früh. Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass es spätestens im Pubertätsalter los geht. Wenn plötzlich das eigene Aussehen wichtiger wird, als es in den Jahren zu vor war. Durch den Konkurrenzkampf, der einem schon in der Grundschule „mitgegeben“ wird, fängt man an, sich mehr und mehr mit anderen Personen zu vergleichen. Man wird feststellen, dass einige Menschen eine tolle, besondere Eigenschaft hat, die man nicht hat aber auch gern hätte. Man ist neidisch und unzufrieden mit sich selbst. Man beginnt nach Fehlern bei der anderen Person zu suchen. Was kann diese Person schlecht? Was macht sie, das nicht der Normen unserer Gesellschaft entspricht? Kleidet sie sich anders, komisch? Macht sie etwas Anderes, Komisches? Wir werden auch auf Fehler bei der Person, die wir beneiden, stoßen. Nun beginnen wir die Fehler, die wir bei ihr entdeckt haben, öffentlich Preis zu geben. Wir missachten, wie sich die andere Person dabei fühlt. Was zählt ist, dass wir selbstbewusst, stark und toll vor wiederum anderen Personen da stehen. Und selbst besser zu sein scheinen, als unser Opfer. Aber eigentlich sind wir nur schwächer. Das alles ist aus dem empfundenen Neid entstanden… „Besser“ sind wir dadurch nicht. Eher haben wir eigentlich preisgegeben, wie schwach wir sind, eine andere Person bloß zu stellen, zu beleidigen. Und unser Opfer wird auch irgendwann Neid für eine andere Person entwickeln. Denn ihre tolle Persönlichkeit wurde auch geschwächt, sodass sie die Fehler bei anderen Personen sucht, um selbst besser da zu stehen.

    Ob meine Meinung wirklich stimmt, kann ich nicht bestätigen. Mit meinen 16 Jahren, habe ich sicher noch nicht alle Lebensweisheiten erkannt, aber ich bin durch das Beobachten von Menschen und Aufwachsen in einer solchen Gesellschaft zu diesem Entschluss gekommen. Schon in der Grundschule bekommen wir manches falsch erlernt. So wie der Konkurrenzkampf. Einige geben sich ihm mehr hin, als andere, doch die damit verbundenen Vergleiche & der entstehende Neid führen zu weiteren Beleidigungen…

    Antworten
  • Lena N.

    geschrieben am 21. Januar 2018

    Genauso sehe ich das auch! Ich bin so froh, dass es Menschen gibt, die das genauso sehen. Schade nur, dass es so wenige gibt.. was wäre die Welt schön, wenn wir alle menschlicher wären und keine Monster …

    Antworten
  • Alex

    geschrieben am 21. Januar 2018

    ❤️ ein toller Eintrag. Danke, dass du mit deiner Reichweite zu wichtige Botschaften heraus trägst.

    Antworten
  • Sarah

    geschrieben am 21. Januar 2018

    Wow, alle Achtung! Du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht. Ich wünschte alle würden so denken wie du. Weiter so 💪🏻

    Antworten
  • Schäfer, Antje

    geschrieben am 21. Januar 2018

    Ich bin begeistert von dem was du machst, wie du bist und wie du lebst. Die Gedanken die du dir machst, einfach reif und Weise. Ich möchte mich hiermit bei dir bedanken. Mach weiter so. Ich profitiere sehr davon, trotz meines Alters 😉 Liebe Grüße Antje 👍

    Antworten
  • Anika Thelen

    geschrieben am 21. Januar 2018

    Liebe Louisa,dein Beitrag ist mal wieder super. Es sind die kleinen Rädchen an denen ich drehe,denn ich kann mich verändern. Mit sich im reinen sein,sich selbst lieben ist nicht immer leicht…doch du motivierst und unterstützt mich ungemein. Danke dafür. Mach weiter so. Ich finde dich toll und soll ich dir was sagen…mich auch!😘

    Antworten

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