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Warum wir weniger Fleisch und Fisch essen sollten

In mehreren Blogposts habe ich mich zu dem Thema bereits geäußert. Ich möchte es erneut aufgreifen – doch diesmal nicht, um meine Ernährungsweise zu diskutieren (das habe ich oft genug getan), sondern um euch Denkanstöße für eine umweltbewusstere Ernährung mit auf den Weg zu geben. Ohne erhobenen Zeigefinger oder Wut auf Menschen, die einfach gerne Fleisch essen. Von Mensch zu Mensch.

Wenn ihr mehr über mein persönliches Essverhalten erfahren möchtet, lege ich euch den Artikel „Schwein oder Tofu“ ans Herz. Spoiler-Alarm: Ich bin schon seit geraumer Zeit fleischlos unterwegs. Fleisch oder Fisch fehlen mir nicht. Doch was ist so toll daran, weniger Fleisch und Fisch zu essen?

Eurer Gesundheit zuliebe

Rotes Fleisch soll nachweislich die Chance an Darmkrebs zu erkranken erhöhen (Quelle: Weltgesundheitsorganisation).  Fleisch und Fisch sind meist sehr fettreich und können auf lange Zeit gesehen zu Übergewicht führen. Zu viel Übergewicht führt zu einem höheren Gesundheitsrisiko. Essen wir weniger Fleisch, leiden wir auch seltener an Bluthochdruck, Diabetes oder Gallen-und Nierensteinen. 

Den Tieren und der Umwelt zuliebe

Ein Blick auf die nackten Tatsachen: Im Jahr 2017 wurden allein in Deutschland rund 600 Millionen Hühner, 54 Millionen Schweine, 35 Millionen Puten und 3,5 Millionen Rinder getötet. Bevor sie getötet werden, leben sie in viel zu kleinen Käfigen oder bekommen zu wenig bis keinen Auslauf, entwickeln Verhaltensstörungen und Krankheiten.

Um die Krankheiten einzudämmen, werden den Tieren Medikamente (neben Wachstumshormonen) zu gefüttert. Diese nehmen wir durch den Fleischkonsum wiederum in unserem Körper auf. Dies kann zu Resistenzbildungen führen. Das bedeutet, dass wir im äußersten Falle resistent gegen Antibiotika beispielsweise werden. Unsere üblichen Medikamente helfen dann nicht mehr; Infektionen sind schwieriger zu behandeln.

Große Teile unserer Meere sind überfischt und ganze Ökosysteme deswegen gefährdet. Bedrohte Arten wie Thunfisch sollten deshalb seltener auf dem Speiseplan stehen. Fisch aus Nachzuchten sind keine besonders gute Lösung, denn in vielen Zuchten ist die Besatzdichte (Fischzahl/Kubikmeter) viel zu hoch und die Tiere entwickeln ebenfalls Krankheiten. Das zugeführte Antibiotika könnte auch hier wieder zu Resistenzbildungen führen. 

Was mich besonders erschrocken hat, ist der Fakt, dass wir Unmengen an Energie und Wasser benötigen, um Fleisch zu produzieren und anschließend zu konsumieren. Für ein Kilo Fleisch werden zehn Kilo Getreide benötigt. Die Folge ist, dass fast 70% der Weltgetreideproduktion für die Viehfütterung gebraucht werden. Ganz zu Schweigen von dem Wasserverbrauch. Für die Herstellung eines 150-Gramm-Rindfleischburgers werden durchschnittlich 2.350 Liter Wasser gebraucht. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. 2.350 Liter Wasser. 

Bei der Fleischproduktion werden übrigens auch mehr Treibhausgase freigesetzt als beim Autofahren. Bei einer Gesamtbevölkerung von 82,18 Millionen Menschen ergibt sich für 2016 durch den Fleischverzehr eine Freisetzung von 26,6 Millionen Tonnen CO2. Die Folge: Der Klimawandel findet noch mehr und schneller Nährboden.

Essen wir weniger Fleisch und Fisch tragen wir auch dazu bei, dass weniger Tiere leiden müssen. Ihr tragt dazu bei, dass unsere Erde ein klein wenig mehr aufatmen kann und dass sich der Klimawandel verlangsamt. Übrigens: Würde der Fleischkonsum in Deutschland auf die Hälfte sinken, könnten 13,3 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Aber was tun? Es gibt Menschen, die möchten nicht komplett auf Fleisch verzichten. Ich persönlich glaube, dass es Utopie bleibt, irgendwann mal auf einem Planeten zu leben, auf welchem die Menschen sich ausschließlich vegetarisch oder vegan ernähren. Eine gesunde Mischung macht’s und ist realistisch. Worauf man auch als Fleisch- oder Fischliebhaber/in immer achten kann:

1. Das Fleisch der Tiere sowie der Fisch sollte aus artgerechter Haltung und Fütterung stammen. 

2. Tierische Produkte sollten nur jeden zweiten Tag in einer einzigen Hauptmahlzeit vorkommen. 

Veränderungen müssen nicht immer Verzicht und Verbot bedeuten. Veränderungen sind wichtig. Heutzutage sogar essenziell, um unseren nachfolgenden Generationen einen halbwegs gesunden Planeten zu hinterlassen. Veränderung kann bedeuten, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Auszuprobieren. Schritt für Schritt Dinge oder Verhaltensweisen zu ändern. Nur so können wir nachhaltig von Veränderungen profitieren. Auch beim Thema Fleisch- und Fischkonsum.

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9 Kommentare

  • Avatar
    Jana
    25. Juli 2019 at 12:23

    Liebe Louisa,

    Du hast betont „neutral“ und sachlich zu informieren und die Quelle für deine Aussagen zu benennen.
    Wo ist bitte die „neutrale“ Quelle (nicht eine „grüne“ NGO) für deine Behauptung, dass Tiere mit Wachstumshormonen und Medikamenten gefüttert werden?

    Deine Angaben zu der benötigten Getreidemenge ist ungenau: sie hängt von der produzierten Fleischart ab. Auch die 70% der Getreideproduktion sind „Augenwischerei“. Ein Großteil des Getreides erfüllt nicht die Anforderungen für menschliche Lebensmittel (Stichwort „Brotweizen“). Vergessen wird auch, dass Tiere insbesondere Kühe Gras fressen. Diese Flächen, auf denen das Gras wächst, sind für die menschliche Nahrungsproduktion absolut ungeeignet. Wir können gar kein Gras verdauen. Erst die Tiere produzieren durch deren Umwandlung für uns Nahrung.

    Auch der „Wasserverbrauch“ ist nicht sauber recherchiert. Wasser „verbraucht“ sich nicht, es fließt in einem Kreislauf. Die Zahlen wurden von grünen NGOs in den Umlauf gebracht. Tatsächlich wurde auch der Niederschlag auf den Feldern gemessen. Den Regen, der auf die Felder fällt können wir aber nicht anders nutzen. Das Wasser versickert und wird teilweise von der Pflanze aufgenommen.
    CO2-Einsparung: die Halbierung des Fleischverzehrs würde uns dem Klimaziel nur 1.1% näher bringen. Gleichzeitig würden wir mehr pflanzliches Protein essen, dass ebenfalls angebaut werden müsste. Auch die Erzeugung von Fleischersatzprodukten verbraucht Ressourcen. Die hast du nicht dem Verzicht gegenüber gestellt.

    Und nur mal im Verhältnis: wenn der Fleischkonsum 324kg CO2 pro Kopf/Jahr beträgt, hat dein Flug nach LA onway etwa 3.000kg CO2 ausgestoßen. Das ist der Fleischkonsum eines Durchschnittsdeutschen von 10 Jahren.

    Wenn man also mit dem CO2-Ausstoß argumentier sollte man einmal darauf schauen, mit welchem Verzicht tatsächlich wie viel CO2 fürs Klima eingespart werden kann.

    Abschließend:
    Du hast deinen Spendenaufruf mit „gutem“, „neutralem“ Content gerechtfertigt. Du bietest Content, allerdings extrem grün-einseitig. Das ist auch okay, das ist deine Überzeugung. Aber neutral oder objektiv ist deinen Content nicht, denn du hast ein nicht-neutrales Ziel. Vielleicht überdenkst du für die Zukunft dein Wording bzw. deinen Anspruch.

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    Marie Fiegenbaum
    25. Juli 2019 at 13:04

    Liebe Lou 🙂 vielen Dank für den post. Das hast du wirklich schön zusammen geschrieben. Nur bei einer Sache gibt es glaube ich Generell ein großes Missverständnis. Das Thema Medikamente. Natürlich werden die Tiere behandelt wenn sie es müssen. Heutzutage arbeiten die meisten Tierärzte aber schon mit pflanzlichen Produkten um Krankeiten zu lindern oder vorzubeugen. Sollte dann doch noch mal auf Antibiotika zugegriffen werden müssen. Wird dieses speziell kontrolliert so das niemals zu viel gegeben wird. Also wenn ein Schwein dann geschlachtet wird ist der Anteil an Restbeständen so klein das er keinen Einfluss auf uns hat. Dadurch wird unser Körper nicht geschädigt. Da ist es viel schlimmer eine Schnerztablette zu nehmen oder die Baby Pille. Ich finde es super das du das machst aber ich glaube gerade wenn es darum geht haben viele Vorurteile weil sie nicht die Prozesse der Tierärzte und Labore kennen. Sollte ein Schwein zum bespiel zu viele Rückstände haben wird es nicht für die Fleisch Produktion zugelassen um genau das zu vermeiden

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    Lea
    25. Juli 2019 at 13:43

    Sehr schon geschriebener Text. Ich selber ernähre mich auch vegetarisch und will versuchen mir auch noch die ein oder andere vegane Alternative zu suchen, eben aus den Gründen die du hier aufgeführt hast:)

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    Nina Preiß
    25. Juli 2019 at 15:18

    Hallo liebe Lou,

    ich finde deinen Beitrag echt motivierend und es ist eine Anregung um über das Thema nachzudenken. Im Moment esse ich noch Geflügel, wenn ich Fleisch esse. Wenn es hoch kommt 1/Woche.
    Ich überlege mir auf das Fleisch komplett zu verzichten.
    Eine Probe war für mich als ich in der Fastenzeit auf Fleisch verzichtet habe. Die ersten Tage, fiel es mir etwas schwer aber danach war es selbstverständlich.

    Daher finde ich deinen Beitrag sehr motivierend, diesen Schritt vielleicht doch zu gehen.

    Vielen lieben Dank 🙂 Ich wünsche dir alles alles liebe und bleib so wie du bist. Lass dich nicht ärgern von den Menschen, die Blödsinn reden.

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    Daniela
    25. Juli 2019 at 15:36

    Liebe Louisa,

    zunächst einmal herzlichen Dank für deine tolle Arbeit, mit der du dich unermüdlich für unsere Umwelt und viele viele weitere Themen einsetzt. Auch deine natürliche Art ohne erhobenen Zeigefinger schätze ich sehr an dir.
    Ich bin selbst seit einigen Monaten immer wieder am Grübeln über meine Ernährung und auch andere Themen, finde es jedoch sehr schwierig, sich komplett vegan zu ernähren. Vegetarisch wäre für mich doch tatsächlich gut vorstellbar – ich esse auch jetzt schon sehr selten Fleisch.
    Dein Vorschlag, jeden zweiten Tag nur in einer Hauptmahlzeit tierische Produkte zu verwenden, würde allerdings fast schon einem veganen Lebensstil entsprechen. Ich gebe zu, es liegt natürlich auch viel an Gewohnheiten und einer gewissen Bequemlichkeit, sich umzustellen. Aber auf der anderen Seite denke ich, wenn man sich vegan ernährt, werden oftmals Ersatzprodukte verwendet, die auch nicht gesund sind. Für mich stellen sich da viele Fragen… Allerdings denke ich, dass wir schon einen großen Schritt in die richtige Richtung tun, wenn viele Menschen ihren Fleischkonsum stark einschränken würden.
    Vielen Dank nochmal und ganz liebe Grüße
    Daniela

    P.S. Ich glaube, die Information über die gesundheitlichen Nachteile durch einen hohen Fleischkonsum ist nicht richtig. Fett macht nicht fett, sondern Zucker bzw allgemein Kohlenhydrate sind für Adipositas, Fettleber etc verantwortlich – das weiß man mittlerweile. Allerdings ist ein hoher Fleischkonsum aus anderen Gründen nicht gesund.

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    Sarah
    25. Juli 2019 at 20:14

    Auch ein interessanter Tipp für Menschen die weniger Fleisch essen wollen: eine Regel einführen die beispielsweise erlaubt auswärts also beim Essen gehen oder Besuch der Großeltern den Konsum von Fleisch / Fisch erlaubt jedoch zuhause vegetarisch gegessen wird. Dadurch bleibt der Genuss erhalten und man isst bewusster, außerdem lernt man neue Rezepte kennen. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt.

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    Anna-Lena Klass
    26. Juli 2019 at 9:53

    Hey Lou,
    Ich esse leider sehr gerne Fleisch und besonders gerne Fisch.
    Für mich ist es leider sehr schwer darauf zu verzichten, aber ab jetzt bzw. Schon seit ein paar Tagen will und werde ich mehr darauf achten, weniger Fleisch und Fisch zu konsumieren. Könntest du vielleicht mal einen Blogpost darüber verfassen, welche Alternativen es gibt. Möglichst auch günstige?
    Ich bin noch Schülerin, weshalb ich mir nicht so viel leisten kann…
    Würde mich darüber freuen und danke dir, dass du uns immer so gut informiert und doch ein klein wenig an unseren Schwachstellen zwickt.
    Danke:)

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    Jahn
    26. Juli 2019 at 15:53

    Hi Lou,
    da ich einen recht ausgeprägten Fleischkonsum habe und diesen gerade schrittweise zu reduzieren versuche, will ich gerne Deine beiden Regeln für Fleisch- und Fischliebhaber beherzigen und versuchen, das in meiner Ernährung umzusetzen.
    Ich denke auch, dass kleine Veränderungen von vielen Menschen auch schon einiges bewirken können.
    Liebe Grüße
    Jahn

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    Jule
    30. Juli 2019 at 7:49

    Liebe Lou,
    Das ist ein toller Text den du da geschrieben hast. Genauso muss man schreiben, wenn man wirklich etwas erreichen will. Nicht mit dem Zeigefinger, sondern Tipps geben wie man den Fleischkonsum Schritt für Schritt reduzieren kann. Ich sehe es genau wie du, ich glaube nicht, dass sich die ganze Welt irgendwann vegetarisch oder vegan ernährt, aber das muss ja vielleicht gar nicht sein. Eine bloße Reduzierung würde schon reichen. Etwa 300g Fleisch in der Woche sind laut der Verbraucherzentrale ein gutes Maß, alles über 600g wirkt sich tatsächlich negativ auf die Gesundheit aus.
    Ich hab noch einen anderen Tipp, in der Woche vegetarisch oder vegan essen und dann kann man am Wochenende auch mal eine Wurst auf den Grill legen – die schmeckt dann auch gleich viel besser!

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