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Südschweden Trip 2019

Befreiend. Entspannend. Schön. Mit diesen drei Adjektiven würde ich immer wieder Skandinavien beschreiben. Leser*innen, die mich schon länger verfolgen wissen, dass ich die skandinavischen Länder liebe. Besucht man sie, fühlt es sich an, als würde man in eine andere Welt katapultiert werden. Und in eine dieser Welten habe ich mich vor einer Woche erneut katapultieren lassen. Ein spontaner Südschweden Trip mit viel Natur, Wasser und schönen Momenten. Lasst euch in diesem Blogeintrag verzaubern und inspirieren. Ich lade euch ein, für ein paar Minuten in die skandinavische Welt einzutauchen. 

Seitdem ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftige, bin ich mir selbst gegenüber oft kritischer und gleichzeitig achtsamer geworden. Ich hinterfrage Dinge, die ich tue oder denke. Warum also Schweden? Ein Urlaub innerhalb Deutschlands wäre umweltfreundlicher gewesen. Ja. Und trotzdem möchte ich mir nicht alles verbieten. In meinen ersten Schwedenurlaub bin ich geflogen. Das wollte ich dieses Mal vermeiden.

Mit dem Zug ging es aus Braunschweig los nach Rostock. Dort wartete dann die Fähre auf uns. Nach ca. sechs Stunden kamen wir in Trelleborg an und holten unseren Mietwagen ab. Wenn man in Schweden Auto fährt, sollte man ein paar Dinge wissen. Es gibt Geschwindigkeitsbegrenzungen, welche ich absolut befürworte. 110 km/h war das Maximum. In Schweden herrscht überwiegend Kreisverkehr. Ampeln begegnen einen sehr selten. Außerdem muss man in Schweden das Licht am Auto bei Tag und bei Nacht anhaben. Egal, ob bei Sonnenschein oder einer grauen Wolkenwand. 

Insgesamt waren sieben Tage für den Südschweden Trip eingeplant. Die Route und die Air BnB’s wurden von mir bereits in Deutschland herausgesucht und gebucht. Wenn ich über Air BnB buche, achte ich immer darauf, dass es sich um privaten Wohnraum handelt. In Berlin z.B. werden Wohnungen oft gewerblich gekauft, die dann zum Vermieten auf AirBnB angeboten werden. Das nimmt meiner Meinung nach Wohnraum weg. Private Zimmer oder ein Gartenhäuschen wiederum, finde ich super.

Zurück zu Südschweden. Unseren ersten Halt legten wir 30 Minuten von Trelleborg entfernt auf dem „Hundebadplats Skanör“ ein. Man kann dort an dem Strandabschnitt einen gemütlichen Spaziergang machen und neben dem Ausblick auf die Öresundbrücke, die typischen schwedischen Badehäuschen begutachten. Wir hatten den Strand für uns allein. Generell kann ich die Reisezeit Anfang Mai sehr empfehlen, denn zu diesem Zeitpunkt ist Schweden noch nicht „aufgewacht“ und die vielen Touristen besuchen das Land erst ab Anfang Juni.

Strandabschnitt in Skanör

Auf dem Weg zu unserer ersten AirBnB Unterkunft in Jonstorp, machten wir einen weiteren Halt in Malmö. Mein Tipp: ladet euch bereits in Deutschland die App „Lime“ herunter. Im Malmö stehen inzwischen an jeder Ecke Elektroroller zur Verfügung mit denen man die Stadt erkunden kann. Man braucht jedoch über die App ein Benutzerkonto und muss eine Kreditkarte hinterlegen. Lohnt sich aber. Nach einem Besuch am Hafen fuhren wir dann nach Jonstorp. Hier übernachteten wir in einem Zimmer bei unserem Gastgeber Peter. Abends kann man hier übrigens wunderbar aufs Meer gucken, den Wellen lauschen und alles um sich herum vergessen. Mein Tipp: spaziert von Jonstorp nach Svanshall und folgt immer dem Wanderweg. Svanshall ist das Nachbardörfchen und hat mich von Sekunde eins an verzaubert. 

In der Nähe von Jonstorp befindet sich die Halbinsel und das Naturschutzgebiet „Kullaberg“. Hier solltet ihr euch definitiv einen ganzen Tag einplanen. Ihr wandert durch Wälder, über Hügel, könnt hinunter zum Meer klettern, trefft auf einen Leuchtturm und könnt in eine alte Höhle hineinschauen. Wir haben mit dem Auto auf dem Parkplatz vom Mölle Golfklubb geparkt, sind ein paar Meter die Straße weiter hochgelaufen und dann links zwischen den Golffeldern abgebogen und waren nach wenigen Minuten auf der Wanderroute. Ein weiteres Muss auf der Halbinsel Kullaberg ist „Nimis“. Was sich dahinter verbirgt, solltet ihr unbedingt selbst erkunden. Im Navi „Himmelstorps Parkering“ eingeben und von dort an „Nimis“ im Navi auf dem Handy eingeben. Wenige Minuten später ist dank ein paar eifrigen Wanderern „Nimis“ ausgeschildert. Festes Schuhwerk und etwas zu trinken sollte man aber auf jeden Fall dabei haben.

Kullaberg

Nimis

Am nächsten Tag steuerten wir zuerst Göteborg an. Mich persönlich holen die größeren Städte in Skandinavien generell nicht wirklich ab. Ich mag es lieber klein und verschlafen. Den einzigen Tipp, den ich euch für Göteborg mitgeben kann ist ein vegetarisches Restaurant. Im Café Andrum gibt es leckeres Buffett mit vegetarischen und veganen Speisen. Nach nur wenigen Stunden Göteborg machten wir uns auf den Weg Richtung Tjörn. Tjörn ist eine Insel vor der Westküste Schwedens und die Landschaft ist einfach atemberaubend. Mich erinnert es hier immer an Norwegen. Ein absolutes Muss auf der Insel ist das Örtchen Skärhamn. Der Hafen ist kaum übersehbar. Steigt aus und lasst den schwedischen Charme einfach auf euch wirken. Geht ihr am Hafen bis ganz hinten durch, könnt ihr noch das Nordic Watercolor Museum bestaunen und die dahinterliegenden Hügel hinaufklettern, um einen wunderschönen Blick auf die Küste zu erhaschen. 

Nordic Watercolor Museum

Typisches Skärhamn Fischerhäuschen

Unsere AirBnb Unterkunft auf der Insel Tjörn war einmalig. Hier hatte sich eine private Familie etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Ein kleines Häuschen auf einem Berg. Um uns herum nur Wald, der Sonnenuntergang und Vögel, die sich unterhielten. Wer kein Problem mit wenig Platz, spartanischer Einrichtung und einem Klo ohne Spülung hat, dem kann ich dieses Abenteuer nur ans Herz legen. Ich habe euch das Häuschen hier verlinkt. 

Unsere Unterkunft auf der Insel Tjörn

Eigentlich sollte es nächsten Morgen weiter nach Smögen gehen. Wir haben aber super spontan entschieden, dass wir einen Abstecher nach Norwegen machen. Und das war mit Abstand die beste Entscheidung. Norwegen ist nicht weit von Tjörn entfernt. Zweieinhalb Stunden Autofahrt und man sieht keine schwedischen, sondern norwegische Flaggen im Wind wehen. Wir steuerten den Ytre-Hvaler-Nationalpark an. Hier haben wir gegenüber von der „Hvaler Kirke“ (Svanekilveien11) geparkt und sind dann zu Fuß Richtung Storesand Strandcafé spaziert. Man hat Strand, Steine, Wald, Bäume, Campingplätze und norwegischen Flair. Wir haben es nicht bereut, die Fahrt nach Norwegen in Kauf genommen zu haben. 

Hallo Norwegen

Angekommen in Smögen machten wir uns auf den Weg zur Smögenbryggan. Ein fast ein Kilometer langer Holzsteg direkt am Hafen. Hier kann man alte auf Stelzen stehenden Fischer- und Speicherhäuser bestaunen. Ein bisschen weiter Oberhalb der Smögenbryggan findet man mit Hilfe von Google Maps einen kostenlosen Parkplatz. Von dort aus kann man einen Rundgang über die Felsen starten bis hin zu einem lohnenswerten Aussichtspunkt. 

Smögen

Übrigens habe ich bisher noch keine Cafés oder Restaurants empfohlen, da Anfang Mai in Südschweden meistens noch alles geschlossen ist. Besonders in kleineren Dörfern findet man außer Supermärkte nicht viel. Wir haben uns oft unseren Tee gekocht und mitgenommen und abends in unseren Unterkünften Abendbrot gegessen.

Nachdem wir nun die ganze Zeit an der Küste waren und das Meer genossen hatten, sollte es jetzt noch -typisch schwedisch – an einen See für uns gehen. Also entschieden wir uns für den Vänern See. Mit einer Wasserfläche von 5.600 km² ist der Vänern der größte unter Schwedens Seen. Was eignet sich also besser als ein Haus am See? Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich gerne noch ein paar Tage länger an dem See geblieben wäre. Unsere Unterkunft war wunderschön. Wir konnten auf der Terrasse sitzen und auf den See schauen und den Sonnenuntergang sehen. Für mich persönlich einer der schönsten Momente während des gesamten Trips. Die Unterkunft findet ihr hier.

Das Haus am See

Der Blick auf den See

Unseren letzten Stop haben wir in der Nähe von Trelleborg eingelegt, weil unsere Fähre früh morgens Richtung Rostock zurückging. Solltet ihr bis hier hin durchgehalten und jetzt total Lust auf Schweden bekommen haben, dann habe ich jetzt noch ein paar allgemeinere Infos, die ihr auf jeden Fall im Hinterkopf behalten solltet. In Schweden kann man nicht mit Euro zahlen, sondern mit Schwedischen Kronen. In vielen Restaurants, Cafés oder an Tankstellen, wird aber am liebsten mit Karte gezahlt. Wir haben in Südschweden nie trinken gekauft, sondern immer aus der Leitung das Wasser getrunken. Solltet ihr vorhaben, auch in unterschiedlichen Unterkünften zu übernachten, würde ich euch empfehlen, ein paar Gewürze zum Kochen einzupacken. Außerdem hatte ich während dem gesamten Trip – egal, ob mitten im Wald oder auf einem Hügel – immer Handyempfang. Das LTE- Netz ist hier super ausgebaut. Nächstes Mal soll es nochmal nach Norwegen gehen. Ich liebe das Land und ich liebe Wale. Eine perfekte Kombination also. Wenn ihr noch weitere Südschweden Tipps habt, dann lasst mich und die anderen Leser*innen in den Kommentaren gerne daran teilhaben. 

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12 Kommentare

  • Avatar
    Lena
    5. Mai 2019 at 18:27

    Genau so reise ich auch am liebsten, letztes Jahr ging es mit Auto und zelt nach Norwegen und Schweden wird bald nachziehen , bei solchen Unterkünften auch gern per Air BnB. Aber wer ist denn eigentlich wir ? Ich glaub ich hab was verpasst 😀

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    Isa
    5. Mai 2019 at 19:47

    Wow mega Blogeintrag!!! Jetzt hab ich richtig Lust auch mal in den Norden zu reisen ? und wunderschöne Fotos. Danke für die Inspiration!

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    Birgit
    5. Mai 2019 at 20:03

    Ich liebe Schweden und war 8 Jahre lang mit einem Halb-Schweden zusammen. In dieser Zeit hab ich jeden Sommer und fast jedes Weihnachten in Schweden verbracht – ein Traum.
    Diesen Sommer gehts nach langer Pause endlich wieder nach Schweden! Bei meiner Recherche bin ich auch auf das kleine airbnb auf dem Hügel gestossen 🙂 wir fahren aber jetzt auf eine Schäreninsel bei Stockholm.
    Der Tipp mit dem selber kochen ist super, weil Essen gehen in Schweden echt teuer ist. Mittags gibts aber fast überall günstige Tagesgerichte um umgerechnet rund 10 – 12 Euro.

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    Lotte
    5. Mai 2019 at 20:15

    Die Fotos sehen mega schön aus! ? Für mich geht es im Sommer zum ersten Mal nach Schottland, aber vielleicht das Jahr danach dann nach Schweden. ?

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    Anna
    5. Mai 2019 at 21:09

    Ich war vor nun fast neun Jahren im September mit einer Freundin und einem Freund an fast den gleichen Orten in Südschweden campen! Am Kullaberg haben wir unter freiem sternenklarem Himmel geschlafen. Die kleine Hütte, die dort steht, gehört ihrer Tante. Leider hatten wir bloß den Schlüssel dafür nicht mit. Aber so war es umso traumhafter!! So toll diesen Ort durch deine Bilder wieder zu sehen. Wir haben auch dort unten bei den Felsen im kalten Wasser gebadet. Der ganze Trip war ein Traum und ich möchte jetzt sofort wieder hin! Werde auf jeden Fall die Fotos mal wieder heraus kramen. Danke dafür! 😉 Und mach weiter so. LG Anna

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    Anni
    5. Mai 2019 at 22:11

    Toller Reisebericht! Danke dir 🙂

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    Tina
    5. Mai 2019 at 22:14

    Klingt traumhaft ? habe gestern unseren Trip nach Norwegen Ende Oktober gebucht. Auch über AirBnb. Ich freue mich jetzt schon auf die tolle Landschaft und den skandinavischen Flair.

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    Greta
    5. Mai 2019 at 22:20

    Das ist der erste Blog Eintrag, den ich lese muss ich gestehen und er ist mega schön! Ich will schon immer nach Schweden aber hatte Horror vor der langen Auto Fährt. An Fähre habe ich gar nicht gedacht. Jetzt kann ich mir meinen Urlaub doch vorstellen und freue mich so! Vielen Dank für diesen Eintrag!

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    Franzi
    6. Mai 2019 at 9:42

    Hallo Lou,

    vielen Dank für die schönen Einblicke in deinen Schwedenurlaub. Da bekomme ich sofot Lust den Wohnwagen zu packen und los zu fahren, aber lange dauert es bei uns auch nicht mehr. Wir sind im Juni für drei Wochen in Schweden und haben schon unsere Route geplant, gerade deswegen war dieser Blogbeirag hilfreich. So können wir einige Spots noch mit einbauen auf der Route.
    Liebe Grüße,
    Franzi

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      Ninni
      11. Mai 2019 at 11:12

      Sehr schöner Blogeintrag,die Fotos finde ich auch klasse ? Schweden steht definitiv auch auf meiner reise Liste?

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    Patrick
    6. Mai 2019 at 17:17

    Hi Lou. Wow, so tolle Bilder! Du hattest in deiner Story bei Instagram den Rucksack vorgestellt, den du dabei hattest. Kannst Du vielleicht nochmal sagen, von welcher Marke der war? Grüße aus Hamburg. Patrick

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