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Alles braucht seine Zeit. Und genau das habe ich in den letzten Monaten so ziemlich jedem Vegetarier und Veganer versucht zu erklären. Es bringt nichts, wenn man Menschen seine eigenen Werte aufzwingen möchte. Jeder von uns hat das Recht darauf „echt“ zu sein. Echte Gefühle, die man jede Sekunde des Lebens leben sollte. Das tue ich auch. Trotzdem sollten wir niemals auf einer Stelle stehenbleiben. Wir sollten immer neue Richtungen im Leben erkunden und gleichzeitig unserem Leben die Chance geben, Richtungen zu ändern. Alles braucht eben seine Zeit. Ich persönlich bin kein Mensch, der in allen Lebensbereichen seine Werte und Gedanken von 0 auf 100 über Bord werfen kann, um den Kurs zu wechseln. Vielmehr braucht es bei mir diesen einen Moment, der mir das Gefühl gibt, dass ich bereit für eine Veränderung im Leben bin. Immer wieder wurde mir die letzten Monate unterstellt, dass es Bullshit sei, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, wenn man nicht vegetarisch bzw. vegan lebt.

An dieser Stelle an alle Leser, die nicht vegetarisch oder vegan leben: Ihr könnt in vielen Lebensbereich nachhaltiger Leben. Und wenn es bei euch nicht der Bereich Ernährung ist, dann ist es vielleicht der Bereich Müllvermeidung, Stromeinsparung oder Fair Trade Kleidung. Wichtig ist doch nur, dass wir überhaupt anfangen darüber nachzudenken, wie wir unserer Erde etwas Gutes tun können. Und alle Menschen, die euch mit negativen Vibes überfallen, weil ihr nicht vegetarisch oder vegan lebt, könnt ihr fragen, ob sie dann auch in allen anderen Bereich vorbildlich nachhaltig leben. Macht euch keinen Stress. Setzt euch Step für Step mit neuen Themen auseinander. Lasst nach und nach gern mal das Fleisch weg oder baut fleischlose Tage in eure Woche ein. Und selbst, wenn ihr das nicht machen möchtet, bin ich mir sicher, dass ihr in anderen Bereichen die Welt ein Stück grüner machen könnt.

Ich persönlich habe dieses Jahr besonders hier in Kalifornien gemerkt, dass ich das Fleisch (Fisch esse ich sowieso nicht) nicht vermisse. Im Gegenteil. Es hat mir Spaß gemacht in den Speisekarten oder im Supermarkt nach vegetarischen Gerichten bzw. Lebensmitteln Ausschau zu halten. Ich habe gemerkt, wie sehr ich mich über jedes Tier freue, das an mir vorbeifliegt, läuft oder schwimmt. Sie geben mir jedes Mal ein gutes Gefühl. Der letzte Schlüsselmoment zu meinem Entschluss, mich fleischfrei zu ernähren, waren die Delfine, die ich auf dem Meer gesehen bzw. getroffen habe. Sie waren so friedlich und schenkten mir ein Gefühl von Freiheit. Freiheit, die auch jedes Tier verdient hat. Das ist der Grund, weswegen ich kein Fleisch und Fisch mehr essen werde. Mir wird es nicht fehlen. Natürlich gibt es noch andere Aspekte, weswegen es löblich ist auf Fleisch zu verzichten:

  1. Die Herstellung von Fleisch verbraucht sehr viel Wasser und Energie. Hier werden beispielsweise mehr Treibhausgase freigesetzt, als beim Autofahren. Folge: der Klimawandel schreitet noch schneller voran.
  2. Viele Menschen glauben, daß das vorhandene Ackerland die Menschen in der Dritten Welt nicht ausreichend ernähren könne. Dies aber ist nicht so. Die dort produzierten Nahrungsmittel werden für die Fleischproduktion nach Europa und in die USA exportiert. 10 Kilo Getreide werden benötigt, um 1 Kilo Fleisch zu erzeugen. Für die Viehfütterung werden fast 70% der Weltgetreideproduktion verwendet. Würden mit diesem Getreide auf direktem Weg Menschen ernährt, könnten für ein 225g-Steak 40 Kinder einen Tag überleben! (Quelle: veggiswelt.de)

Nun stellt sich noch die Frage: Schwein oder Tofu? Fleischlos. Das habe ich ja bereits geschrieben. Meiner Meinung nach sollte man aber genauso mit Tofu eher sparsam umgehen. Wie bei Menschen, die nur wenig Fleisch essen, möchte ich, dass auch Tofu in meinem Speiseplan keine Überhand nimmt. Manche Veganer werden sich nun mit großer Sicherheit darüber auslassen, dass Louisa Dellert auch mit einer fleischlosen Ernährung noch nicht nachhaltig genug lebt. Louisa Dellert ist halt einfach nur ein Mensch. Und dieser Mensch reagiert und agiert in der Öffentlichkeit so, wie sie eben ist. Sie kann nicht sagen, wie sie in einem Jahr denken, fühlen und handeln wird. Sie kann aber sagen, dass sie ihren Weg gehen wird. Den Weg, der sich richtig anfühlt. Und das kann für verdammt nochmal jeden Menschen ein anderer Weg sein.

Ein kleiner Gedanke zum Schluss. Neben einer fleischlosen Ernährung, gibt es noch die Möglichkeit darauf zu achten, dass man keine Kosmetikunternehmen unterstützt, die noch immer mit Zulieferern zusammenarbeiten, welche Tierversuche durchführen. Vielleicht haben ja einige von euch Lust, sich näher mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Hier kann ich die Apps „CodeCheck“ und „Animal Liberty – Wer macht’s“ empfehlen. Einfach die Produkte, die ihr kaufen möchtet einscannen und nachschauen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind und welche Hersteller aufgrund von Tierquälereien oder Tierversuchen im Visier von Boykottkampagnen stehen.

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Hannah

    geschrieben am 25. März 2018

    Sehr treffend beschrieben! Es ist Quatsch, jemandem etwas aufzuzwingen. Jede*r einzelne von uns muss selbst zu seinen/ihren Überzeugungen kommen. Und Nobody is perfect! Wir können nicht in allen Bereichen perfekt sein. Wichtig ist, dass man versucht überhaupt etwas Gutes zu tun und nicht einfach nur egoistisch die Augen vor den Problemen dieser Welt verschließt. Ich habe übrigens 2 Jahre komplett vegetarisch gelebt. Das hat mich irgendwann gestresst und ich habe beschlossen, mich da nicht mehr 100% festzulegen. Jetzt lebe ich immer noch zu 99% vegetarisch und auch zu großen Teilen vegan. Aber ich schließe es eben nicht kategorisch aus, Fisch oder Fleisch zu essen. Das ist momentan für mich der bessere Weg. Ach ja, Tofu esse ich übrigens ab und zu. Bei mir besteht die vegetarische Ernährung aber hauptsächlich aus Gemüse und nicht aus Fleischersatzprodukten. Du wirst Deinen Weg weiter gehen! Hab viel Spaß auf Deiner vegetarischen Reise! Es ist gerade zu Beginn unglaublich spannend und macht sehr viel Spaß!

    Antworten
  • Paula

    geschrieben am 25. März 2018

    Sehr sehr schöner Beitrag👍🏻. Kein Mensch ist in jedem Bereich der beste, vortschrittlichste oder schnellste aber jeder kann sich stück für stück mit anderen bereichen befassen.😊

    Antworten
  • Lina

    geschrieben am 25. März 2018

    Liebe Lou,
    toller Beitrag! Ich sehe eine Entwicklung in deinem Schreibstil und in deiner Handhabe, die mir total gut gefällt <3 Auch wenn ich mit 30 nicht behaupten kann/möchte, dass ich erwachsen bin – so wird unsere Generation es ja irgendwie doch. Und mit so wundervollen Vorbildern wie dir macht es auch Spaß 🙂

    Antworten
    • Lou

      geschrieben am 25. März 2018

      Oh wow. Dein Kommentar hat mich grad besonders stolz gemacht. Dankeschön 🙂

      Antworten
  • Tini

    geschrieben am 25. März 2018

    Hallo Lou, ich war bis jetzt immer nur ein stiller Leser deiner Blogeinträge😊
    Ich finde deine Art, Gedanken und Veränderungen in deinem Leben, weiter zu geben wundervoll und lese alle gern.
    Vor allem bewegen sie mich auch dazu nachzudenken bzw. umzudenken.
    Ob es jetzt das Thema Selbstliebe ist oder Nachhaltigkeit.
    Zum Thema vegetarisch oder vegan, bin ich im Moment an dem Standpunkt, dass ich sage, für mich persönlich!, macht es nicht soviel Sinn komplett auf Fleisch oder Milch etc. zuverzichten, wenn ich dann andere Lebensmittel vermehrt konsumiere. Habe ich kein Fleisch oder Fisch auf dem Speiseplan, steht vermehrt Gemüse drauf, dann stellt sich mir die Frage, wo kommt mein Gemüse her, wo und wie wird es erzeugt, welche Wege nimmt es, um im Winter bei mir im Geschäft zu landen. Oder welchen Ersatz nehme ich für die Kuhmilch? Wenn es Mandelmilch ist, wo kommen die Mandeln her?! Mandeln brauchen viel Wasser zum Anbau!
    Für mich ist es wichtig, nicht von einem extrem ins andre zu fallen, sondern nachzudenken, etwas zu verändern, auch wenn ich nur ein kleines Rädchen des Ganzen bin! Den wenn das kleinste Rädchen aufhört zu drehen, verändert es was.
    Und das finde ich, bringst du auch so rüber!
    Du regst dazu an, selber seinen Weg zu finden um etwas zu verändern!
    Mach weiter so!
    Tini

    Antworten
  • Svenja

    geschrieben am 25. März 2018

    Ich selber achte sehr darauf kein Fleisch zu kaufen und defitniv weniger Tierprodukte zu essen. Ich versuche mich überwiegend vegetarisch und auch vegan zu ernähren. Allerdings möchte ich nicht ganz auf Fleisch verzichten und esse dieses z.B. nur wenn wir irgendwo eingeladen sind wo sowieso mit Fleisch gekocht wird oder esse das Fleisch meiner Freunde und Familie nach was übrig geblieben ist und sowieso im Müll landen würde. In diesen Punkten mache ich für mich persönlich eine Ausnahme. Selbst kaufen tue ich Fleisch aber nicht und kann mit dieser Entscheidung völlig leben. Perfekt bin ich nunmal nicht, aber ich gebe mir Mühe wenigstens etwas zu verändern.

    Antworten
  • Alexa

    geschrieben am 26. März 2018

    Liebe Louisa,
    Toller Beitrag! Ich bin jetzt seit 5 Monaten Vegetarierin und aus dem Grund, weil mir Fleisch nicht mehr schmeckt, alles sah zu dem Zeitpunkt aus wie grauer Einheitsbrei, alle Produkte im Supermarkt aus einem Stück Fleisch gemacht oder irgendwelche Reste zusammengeschreddert. Dann hab ich mal überlegt wie Fleisch vor 10 Jahren geschneckt hat und wie besonders es war ein gutes Stück Fleisch zu bekommen, und es diesem Tier gut ging, hat man einfach geschmeckt. Vielleicht sollte auch jeder mal überlegen wie früher Fleisch geschmeckt hat und mal vergleichen. Mal gucken zu welchem Fazit man kommt…Und wenn jeder der noch Fleisch essen „muss“ weil man das halt isst, einfach weniger Fleisch ist.

    Lg Alexa

    Antworten
  • Kati

    geschrieben am 26. März 2018

    Liebe Louisa, ein schöner Beitrag. Ich versuche, genau wie du, peu a peu mein Leben ein bisschen grüner zu gestalten, wie du so schön sagst. Kaffee to go nur noch mit eigenem Becher, weniger in Plastik verpackte Dinge einkaufen, weniger Fleisch. Mir macht es auch einfach Spaß, mich mit sowas auseinander zu setzen und bewusster zu leben. Wir sind auf dieser Erde alle nur zu Gast, das versuche ich mir jeden Tag zu sagen. Viel Erfolg und Spaß auf deinem Weg 🙂

    Antworten
  • Martina

    geschrieben am 26. März 2018

    Liebe Louisa,

    Dankeschön für diesen Beitrag, finde deine Einstellung sehr gut. Ich persönlich liebe Fleisch, versuche es aber auch auf 1-2× pro Woche zu reduzieren.

    Gestern habe ich den Film „the green lie“ gesehen, in welchem es hauptsächlich um die Verwendung von Palmöl und die Ökolügen der Großkonzerne geht. Ich war sehr schockiert und bin sehr nachdenklich geworden. Dieses Problem war mir bis dato noch nie soo bewusst. Hast du dich mit diesem Thema auch schon mal beschäftigt?
    Lg Martina

    Antworten
  • Amina

    geschrieben am 26. März 2018

    Super Artikel.
    Ich selber lebe seit mehreren Monaten vegan, es hat sich für mich so richtig angefühlt, war aber auch eine Entwicklung über mehrere Jahre. Ich finde es schön zu sehen, wie du andere Menschen nicht über dich bestimmen lässt und deinen eigenen Weg gehst.

    Antworten
  • Coco

    geschrieben am 30. März 2018

    Liebe Louisa,
    ich finde ganz wunderbar, was du machst und finde, du sprichst hier genau die richtigen Dinge an: Du musst dich für überhaupt nichts rechtfertigen. Niemand muss das. Ich habe das Gefühl, in der heutigen Zeit herrscht so ein extremes Bedürfnis, Menschen in Schubladen zu stecken und nach irgendwelchen Idealen zu bewerten (die wer wann festgelegt hat??), und jeder, der nicht da rein passt, macht was falsch, ist fake oder peinlich. Was soll das?! Wo kommt das eigentlich her? Menschen sind Menschen und keine Roboter. Ich habe das Gefühl, dadurch dass so wenig Nuancen zugelassen werden, geht so viel verloren, man traut sich viel weniger, was von der Norm abweicht, aus Angst im Internet ausgelacht zu werden, von irgendeiner Gruppe als „falsch“ deklariert und fertiggemacht zu werden. Also lieber nach dem Mainstream gehen und bloß nicht groß auffallen. Das ist so schade! Denn nur wenn man etwas ausprobiert, kann man sich weiterentwickeln. Und man muss Fehler machen dürfen und Dinge, die vielleicht kein anderer so machen würde, aber sich für einen selber eben genau so richtig anfühlen. Ich glaube, zu lernen, wann sich etwas für einen selbst richtig anfühlt, ist in der Welt von Instagram und Co. wahnsinnig schwer geworden. Daher finde ich dein Blog und deine Message wahnsinnig wichtig, gerade für die junge Zielgruppe. Dafür einfach mal danke und weiter so 🙂

    Antworten
  • Christoph & Charlotte

    geschrieben am 30. April 2018

    Liebe Lou,

    es war sehr schön dich heute in deinem Laden persönlich getroffen zu haben 😊
    Wir sind eigentlich stille Follower auf Instagram aber waren einfach super gespannt dich mal persönlich kennen zu lernen und deinen Laden zu sehen. Es ist sehr sympathisch wie du mit deiner Art das Thema Nachhaltigkeit greifbarer und vor allem präsenter machst!

    Wir wünschen dir und Jan heute einen schönen Abend in WF 🍕🎞🍿😉
    Liebe Grüße
    Christoph & Charlotte 🚐✌🏻

    Antworten
  • Nina

    geschrieben am 8. Mai 2018

    Liebe Louisa, ich bin so froh, dass ich Dich durch Mady Morrisson bei Instagram „gefunden“ habe. Ich finde Dich toll!

    Ich selbst lebe vegan und und finde es super, dass Du Dir Gedanken machst und den Schritt zur fleischfreien Ernährung gewählt hast. Ein großer Schritt und Anfang und ich freue mich über jeden Menschen, der dies tut. Lass Dich von Hardlinern nicht beirren. Niemand ist perfekt, auch der tollste Veganer nicht…:-).

    Liebe Grüße
    Nina

    Antworten
  • Lina

    geschrieben am 10. Mai 2018

    Ein schöner Beitrag. Geduld. Die brauchen wir alle. Und ja, auch vielen Veganern würde die gut tun. Ich kenne allerdings auch viele Fleischesser, die Veganern gehörig auf die Nüsse gehen, weil sie ohne gefragt zu werden immer wieder davon anfangen müssen, wie unnatürlich diese Ernährung angeblich sei (ich finde nichts unnatürlich daran Vitamin B12 zu supplementieren, so viele andere Vitamine werden auch supplementiert, weil die Menschen einfach nicht mehr genug davon bekommen). Ich kann die Veganer also auch nachvollziehen,wenn die Hutschnur ab und zu reißt. Ich bin da aber auch parteiisch – ich bin selbst Veganerin. 😉 Mein Freund und ich ernähren uns bereits seit Jahren vegan, wir kleiden uns vegan und auch meine Kosmetik ist vegan. Unseren Strom beziehen wir nur aus regionaler Wasserkraft, wir kaufen größtenteils bio und regional und dieses Jahr haben wir zumindest auf unseren Balkonkästen Gemüse und Kräuter gepflanzt. Wir geben unser Bestes. Es war aber auch ein langer Weg bis dahin. Trotzdem können auch wir noch so viel mehr tun Irgendwann müssen wir unseren Diesel zum Beispiel abgeben und uns ein Elektroauto holen. Und wir könnten viel mehr wie zum Beispiel Seife selbst anfertigen. Jeder hat seine eigenen Entwicklungsschritte und geht sie zu seiner Zeit. Diskutieren was falsch und richtig ist möchte ich schon gar nicht mehr. Ich mache einfach, was ich für richtig halte.

    Lina

    Antworten

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