Folge uns auf:

Fünf Tage Zeit, um ein neues Land zu erkunden. Jan und ich. Wir wollten nicht die typischen Reiseziele erobern, die wir täglich auf Instagram sehen, wenn wir durch unseren Feed scrollen. Kein Santorini, keine Malediven, kein Los Angeles. Es sollte ein Land sein, welches bisher so gut wie nie in unseren Köpfen rumgewschwirrt ist. Und so kamen wir auf Malta. Malta ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer. Gut zwei Stunden Flugzeit von Frankfurt aus entfernt. Malta teilt sich in drei Inseln auf. Zum einen die beiden Hauptinseln Malta und Gozo. Und zum anderen die kleine exotische Insel Comino. In fünf Tagen hatten wir uns vorgenommen alle drei Inseln zu erkunden. Was wir davon geschafft haben und wie wir rückblickend über Malta denken erfahrt ihr in meinem kleinen Malta Blogpost mit hoffentlich nützlichen Reisetipps für euch.

Trotz der vielen Ratschläge, kein Auto auf Malta zu mieten, haben Jan und ich uns gewagt. Und was soll ich sagen? Es war die schlechteste Idee, die wir auf Malta umgesetzt haben. Auf Malta herrscht Linksverkehr. Der Fahrer sitzt rechts. Nach nichtmal einem Tag hatte ich bereits einen Spiegel abgefahren und durfte (zum Glück nur) 50 € bezahlen. Die Straßen sind eng und zum Teil sehr kaputt. Ich würde nach unserem Malta Urlaub jedem empfehlen die Busse zu nutzen. Die Insel ist nicht sehr groß, dafür ist das Busnetz super ausgebaut. Mein Learning: nie wieder auf Malta Autofahren und lieber die kostengünstigen Busse in Anspruch nehmen.

Hotel- Tipp

Wir hatten uns für das Hotel „La Falconeria“ im Herzen von Valletta entschieden. Valletta ist die Hauptstadt von Malta und ich hatte mich von der ersten Sekunde an total in den City- Spirit verliebt. Das Hotel bot uns ein kleines Fitnessstudio, einen Pool in einer kleinen Grotte und ein sauberes, minimalistisch eingerichtetes Zimmer. Der Ausblick vom Balkon war besonders abends sehr romantisch. La Falconeria bietet ein super leckeres Frühstück an, welches im Hotelpreis mit inbegriffen ist. Was  mir sehr positiv aufgefallen ist, war die Tatsache, dass es kein Buffett sondern Essen á la carte zu bestellen gab. Ich ärgere mich im Urlaub nämlich immer über die Hotelgäste, die sich beim Frühstücksbuffet vier Teller voll packen und drei Teller davon stehen lassen, weil sie bereits satt sind. Verschwendung pur! Vom Hotel aus erreicht man die Fähre nach Sliema in vier Gehminuten und auch sonst liegt das Hotel perfekt zentral, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

Zimmer im „La Falconeria“

Ausblick vom Balkon

Valletta Tipps

Valletta hat seinen ganz eigenen Charme. Nehmt euch genug Zeit, um entspannt zu Fuß die Stadt zu erkunden. Neben einer Shopping- Meile (Republic Stresst) hat Valletta viele tolle kulturelle Highlights zu bieten. 2018 trägt Valletta übrigens den Titel als europäische Kulturhauptstadt. Ihr solltet auf jeden Fall die St. John’s Co- Cathedral und die Upper Barrakka Gardens mit auf eure TO DO Liste setzen. Ansonsten gibt es in Valletta auch in den vielen kleinen Seitenstraßen viel zu sehen. Vergesst nicht, auch mal hochzuschauen, denn da erwarten euch die berühmten kleinen Balkone. Abends solltet ihr euch auf jeden Fall zum Essen einen Platz bei San Giovanni sichern. Das Essen schmeckt super lecker und meistens wird der Abend von Straßenmusikern begleitet, die sich über einen Euro sehr freuen.

Die Aussicht nach oben in Valletta

Unbedingt die kleinen Seitenstraßen erkunden

Sonnenuntergang in Valletta

Comino – Blaue Lagune

Bei euren ganzen Tipps kamen wir nicht an der Blauen Lagune auf Comino vorbei. Also sind wir um 6 Uhr morgens aufgestanden und mit dem Auto nach CIRKEWWA, MALTA gefahren, um auch pünktlich die erste Fähre nach Comino zu bekommen. Ich glaube wir haben für zwei Personen 20 € bezahlt (für hin und zurück). Die erste Fähre fuhr gegen 08.30 Uhr los. Mit dröhnender 90er Musik aus den Boxen machten wir uns also auf den Weg zur türkisfarbenen Lagune. Beim Ankommen war mir die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Ich hatte auf den ganzen Instagram- Fotos nie sehen können, wie touristisch es hier auf Comino zuging. Ich fühlte mich von Anfang an wie am Ballermann. Liege an Liege und Sonnenschirm an Sonnenschirm gereiht liefen die ganzen Badegäste zum Wasser, um noch einen (teuren) Platz zu ergattern. Wir haben unser Handtuch einfach irgendwo hingeschmissen und sind sofort ins Meer gesprungen. Tolles Wasser, tolle Kulisse, aber unfassbar voll und viel zu touristisch. Da gibt es schönere Plätze auf Malta, an denen man die Natur und das Alleinsein genießen kann. Ich hatte bereits um 10 Uhr die Schnauze voll und wollte wieder fahren. Die Blaue Lagune war für Jan und mich eine große Enttäuschung.

Hier war die Welt um kurz vor 9 Uhr noch in Ordnung

St. Peters Pool

Beworben wird der St. Peters Pool als Naturpool inmitten einer Bucht mit türkisfarbenen Wasser. Dieser Pool liegt im Südosten Maltas – in Marsaxlokk. Bei unserem ersten Besuch sind wir gegen Mittag mit dem Auto angereist. Ein Parkplatz ist nach der Beschilderung (Abzweigung) über eine schlechte Naturstrasse erreichbar. Hier zahlt man zwei Euro. Auch hier waren wir definitiv zum falschen Zeitpunkt da. Es war voll. Viele Touristen, wenig Zweisamkeit. Das Wasser und die Aussicht sind hier allerdings atemberaubend. Wir verbachten bestimmt eine Stunde im Wasser und sammelten nebenbei Müll aus dem Meer ein. Mich hat dieser Platz auf Malta irgendwie so sehr geflasht, dass ich ein zweites Mal hinwollte. Dieses Mal sind wir bereits um 08.00 Uhr dort gewesen und hatten den ganzen Pool für uns alleine. So früh am Morgen muss man übrigens auch noch keine zwei Euro für den Parkplatz bezahlen. Es lohnt sich ein bisschen um den St. Peters Pool herum zu wandern. Die Natur und das Meer geben einen so viel wärme und positive Energie – ich wäre am liebsten den ganzen Tag dort geblieben.

St. Peters Pool

Farbenspiele auf dem Wasser

Blaue Grotte

Meiner Meinung nach ist die Blaue Grotte (Blue Grotto) ein Muss, wenn man Malta erkunden möchte. Mit dem Auto sind wird gegen Mittag (den frühen Vogel haben wir mal wieder verpasst) zur Bucht Wied iz-Zurrieq gefahren. Hier gibt es vor Ort Parkplätze. Offiziell bezahlt man hier fürs Parken nichts. Es ist aber immer jemand auf dem Parkplatz vor Ort, der die Autos einweist und dann ein wenig Geld verlangt. Von der Bucht Wied iz-Zurrieq aus kommt man mit einem kleinen Boot (es passen ungefähr sieben Touristen rein) zur Blauen Grotte. Die Tour hat pro Person sieben Euro gekostet. Unser Ausflugsboot fuhr zuerst ein Stück an der Steilküste entlang und dann in mehrere Grotten hinein. Denn es handelt sich nicht um eine einzige Höhle, sondern um ein komplexes Höhlensystem. Die als Blue Grotto berühmte Höhle ist nur der größte der insgesamt sechs Höhlensäle. Das Wasser ist türkis und die Kulisse ein absolutes Highlight. Nach ca. 30 Minuten war unser Ausflug allerdings schon vorbei. Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall.

Die kleinen Ausflugsboote zur Blue Grotto

 

Fischerdorf Marsaxlokk

Der Ort Marsaxlokk befindet sich im Südosten der Insel. Hier findet man Maltas größten Fischerhafen. Weit und breit findet man dort bunt bemalte Fischerboote. Am Hafenufer findet täglich (so haben es uns die Einheimischen gesagt) ein Markt statt. Landesübliche Produkte wie Honig, Marmelade, Süßigkeiten, aber auch Tücher und Spitzen werden dort neben den üblichen Marktwaren aus aller Welt (Ostasien) angeboten. Was mich an diesem Ort gestört hat war die Tatsache, dass der Hafen sehr verschmutzt war. Normalerweise sollte den Fischern daran gelegen sein, dass das Meer sauber gehalten wird. Diesen Eindruck hatte ich hier leider nicht. Trotzdem ist der Fischerort einen Spaziergang wert – und eine Hand zum Müll aufsammeln hat man gleichzeitig auch noch frei.

Die Fischerboote im Hafen von Marsaxlokk

Dinge, die man auf Malta nicht gesehen haben muss

  • Die Bucht/Strandabschnitt Golden Bay. Hier ist es in der Hauptsaison vergleichbar voll wie am Ballermann. Ich finde den Strand auch ansonsten nicht wirklich sehenswert, da das Ganze drumherum sehr touristisch angelegt ist.
  • Die Bucht/Strandabschnitt Mellieha Bay. Auch hier ist der Stand sehr überlaufen und ich finde, dass die vielen Liegen und Sonnenschirme das Feeling komplett zerstören.

Mein Malta- Fazit

Ich habe auf Malta einmal mehr festgestellt, dass ich kein Mainstream- Urlauber mehr bin. Mich erfüllt es nicht andere Länder zu bereisen und den ganzen Tag an einem Strand mit hunderten fremden Menschen herumzuliegen. Ich möchte Natur. Ich möchte Alleinsein. Ich möchte viel sehen und das Gefühl haben, dass ich das Land nicht als Tourist erleben darf, sondern als Unsichtbare. Malta hat mir viel gegeben. Natur, Sonne, Gastfreundlichkeit, die Liebe zum Meer und das Bewusstsein für die Umwelt. Malta hat mich gelehrt mehr auf unseren Planeten aufzupassen und gleichzeitig gezeigt, dass man auch mit ganz anderen Zielen im Leben glücklich werden kann. Malta hat mich berührt. Und ich würde jederzeit ein zweites Mal wiederkommen. Ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort, dann hat man ganze Buchten für sich alleine. Möchte man abends sein Herz berühren lassen, geht man auf die Straße und lauscht den vielen talentierten Straßenmusikern in Valletta. Wer keinen Hotelurlaub sucht und Lust hat eine ganze Insel zu erkunden, der ist auf Malta richtig!

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

Dir gefällt dieser Beitrag?

Schreibe einen Kommentar

Kommentare zu diesem Beitrag

  • Ariana

    geschrieben am 8. September 2017

    Das hört sich ja wunderschön an – und ich kann das sehr gut nachvollziehen. Wenn ich ein Land schon nicht als unsichtbare besuchen kann, dann lieber wie die Einheimischen – und bloss nicht als typischer Touri.
    Liebe Grüsse
    Ariana

    Antworten
  • Norma

    geschrieben am 9. September 2017

    Hallo Lou,
    Vielen Dank für diese wertvollen Tipps. Mein Freund und ich fliegen Mitte Oktober für eine Woche nach Malta und freuen uns schon sehr darauf die Inseln zu erkunden erkunden. Wir wollten eigentlich auch ein Auto mieten, werden das nun aber lassen. 🙂
    Wart ihr auch auf Gozo und habt dafür noch Insidertipps? 🙂
    Liebe Grüße,
    Norma

    Antworten
  • Inel

    geschrieben am 10. September 2017

    Liebe Lou, danke für den Bericht, ich überlege auch nach Malta zu fahren. Sicher bin ich nach dem Bericht aber nicht ob es das richtige ist. Ich suche das selbe wie du: Ruhe in der Natur an schönen Plätzen! Viele Orte auf Malta scheinen stark überlaufen zu sein, schade. Aber du hast ja auch von schönen Stunden berichtet, also im großen und ganzen war es hoffentlich doch OK dort.
    Nun bin ich nicht so fit um abgelegene Orte zu erreichen, daher ist es schwer das zu finden, was ich gerne finden möchte. Ich freue mich über jeden Tipp den du geben kannst :).
    Danke für den ehrlichen – für mich sehr hilfreichen – Blogpost. Liebe Grüße

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 27. September 2017

      Hallo Inel 🙂
      Nach Schweden würde ich dir nun tatsächlich eher Schweden ans Herz legen – da hast du die Ruhe und Natur – alles für dich alleine.

      Antworten
  • Malte

    geschrieben am 13. September 2017

    Ich wollte schon immer mal nach Malte, nicht nur weil es meine Namensinsel ist sondern auch weil es eine so wunderschöne Insel ist 🙂
    Nur leider hat das Geld bisher noch nicht gereicht. Aber was noch nicht ist kann ja noch kommen 😀

    Antworten

Letzte Beiträge in Rezepte

Letzte Beiträge in Selbstliebe

Letzte Beiträge in Nachhaltigkeit