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Beruflich bedingt bin ich oft unterwegs. Ich lerne auf Veranstaltungen die unterschiedlichsten Menschen kennen, beobachte ihr Verhalten und ziehe anschließend auf dem Rückweg im Zug meine ganz persönlichen Schlüsse aus den Begegnungen. Meist sind die Menschen, die ich kennenlerne zwischen 18-45 Jahre alt. Frauen. Männer. Bunt gemischt. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb ich das Thema Feminismus bis heute distanziert betrachtet habe. Bisher gab es für mich nie einen Anlass. Man versteht sich. Niemand wird dumm angeguckt, weil er Brüste oder einen Penis hat. Es wird respektvoll miteinander umgegangen und sich gegenseitig Hilfe angeboten.

Ich zeige meinen nackten Körper. Ich zeige meine Brustwarzen durch die Kleidung, weil ich ab und an keinen BH trage. Ich rufe dazu auf, dass wir Frauen untereinander mehr Support füreinander übrig haben sollten. Und ich spreche auf meinem Social Media Account unbewusst immer Frauen an, anstatt auch die Männer einzubeziehen. Für viele ein klarer Fall der Geburt einer weiteren Feministin. Aber nie wollte ich so betitelt werden. Nicht, weil ich die wichtige Message dahinter nicht verstanden hätte. Nicht, weil ich der Meinung wäre, dass bei uns auf der Welt alles gesittet und geordnet abläuft und man nicht für Gleichberechtigung kämpfen müsse. Vielmehr ist mir das Wort nie einleuchtend gewesen. Ich dachte, man müsse es nicht Feminismus nennen. Denn so würden sich doch die Männer wieder benachteiligt fühlen können. Gleichberechtigung ja, aber konnte man nicht ein anderes Wort dafür finden, welches genauso respektvoll mit der Thematik umgeht – in Bezug auf Frauen und Männer?

Letzte Woche wurde ich auf zwei Veranstaltungen eingeladen. Eine wirtschaftliche Veranstaltung und eine Preisverleihung, bei welcher ich sogar für mein Buch nominiert wurde. Bei der ersten Veranstaltung, durfte ich an einer Podiumsdiskussion teilnehmen – Thema „Digitalisierung und die Region Braunschweig“. Es waren über fünfzig mittelständische Unternehmer da. Anzug, Krawatte und das Handy immer griffbereit. Ich war ein wenig schockiert, dass ich auf diesem Event so wenig Frauen antreffen konnte. Hatten sie keine Zeit der Einladung zu folgen? Oder gab es einfach so wenig Frauen in Führungspositionen, die an diesem Abend der Diskussion folgen wollten? Auf der Bühne standen sechs Männer aus den unterschiedlichsten Bereichen. Rechtsanwälte, Ärzte, Geschäftsführer. Und ich. Zur Begrüßung schlugen die Männer sich gegenseitig in die Hände und tauschten respektvolle Blicke untereinander aus. Von sechs Männern gab mir einer die Hand und stellte sich vor. Alle anderen schienen es in diesem Moment vielleicht einfach nicht für wichtig zu halten auch mich zu begrüßen.

Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich mir auch heute noch nicht sicher bin, ob es wirklich der Situation geschuldet war, dass ich eine Frau bin oder dass ich vom Moderator als Influencerin angekündigt wurde. Während der Diskussion konnte ich mich allerdings gut ausdrücken, wichtige Impulse in die Runde schmeißen und den ein oder anderen Zuschauer zum Schmunzeln bringen. Ich schätze das Alter der Männer in der Podiumsdiskussion- Runde zwischen 49-60 Jahre ein. Wieso es mir wichtig ist das zu erwähnen, werde ich später noch erläutern.

Die zweite Veranstaltung. Eine Preisverleihung. Meine erste im Bereich Nachhaltigkeit und dementsprechend nervös war ich natürlich. Die Nominierung an sich war sehr ausgeglichen, was das Geschlechterverhältnis anging. Drei Frauen und vier Männer. Das Publikum war größtenteils wieder zwischen 49-60 Jahre alt. Ich freute mich für jeden der Gewinner/innen, schenkte ihnen einen Applaus und war sehr interessiert an den Projekten, für die sie einen Preis erhielten. Nach der Preisverleihung wurden alle Gewinner auf die Bühne gebeten, um einige Gruppenfotos zu machen. Ein älterer Herr und gleichzeitig einer der Gewinner, unterhielt sich laut und gedankenverloren mit einem anderen Mann. Beide bemerkten nicht, dass ich direkt neben ihnen stand. „Die hat doch nur gewonnen, weil sie viele Follower hat und nicht, weil sie gute Arbeitet geleistet hat“. In dem Moment wurde mir schlecht. Meine Beine zitterten und innerhalb weniger Sekunden suchte ich nach einer Antwort, die ich ihm zukommen lassen würde. Mir fiel nichts ein. Als der Herr bemerkte, dass ich seine Unterhaltung mit Spannung aufgesogen hatte, lächelte er mich nur blöd an.

Wieder schüttelten sich alle Männer die Hände und gratulierten sich untereinander. Wir Frauen taten das auch. Untereinander und miteinander. Ich hatte an dem Abend die Schnauze gestrichen voll. Also streckte ich jedem der Männer meine Hand aus, lächelte und gratulierte ganz herzlich zu dem Preis. Die Antwort war ein Gesichtsausdruck mit ganz viel Verunsicherung, denn damit schienen sie nicht gerechnet zu haben. Auch hier waren die Männer wieder zwischen 49-60 Jahre alt. Auch hier war ich mir nicht sicher, ob es der fehlende Respekt gegenüber meiner Arbeit und der Berufsbezeichnung war oder der Fakt, dass ich Brüste habe. Oder vielleicht beides.

Und jetzt sitze ich hier und denke über die letzte Woche nach. Bin überrascht, wie schnell ich mich aus dem Konzept bringen lassen habe. Denke über Gleichberechtigung, Respekt und Fairness nach. Und komme zu dem Entschluss, dass es bereits in der Erziehung entscheidend ist, wie Männer und Frauen übereinander denken und miteinander existieren. Ich hatte bei beiden Veranstaltungen das Gefühl, dass ich als Frau nicht ernst genommen werde. Ich hatte das Gefühl, dass hier ein Ungleichgewicht herrscht. Ältere Männer, die Frauen belächeln. Ältere Männer, die Angst vor intelligenteren Menschen haben. Und für die eine moderne, selbständige Frau ein Albtraum ist. Ich schreibe „ältere Männer“, weil ich in meinem Umfeld mit Männern in meinem Alter einen respektvolleren Umgang pflege. Ich fühle mich auf Augenhöhe, wenn wir diskutieren. Kann meine Stimme für etwas einsetzen ohne belächelt zu werden – im Gegenteil, oft wird mir Hilfe angeboten. Es sind also erfahrungsgemäß größtenteils ältere Männer, die keinen Respekt zeigen und Schwanzvergleiche ziehen. Natürlich nicht alle, denn dann würde ich Dinge verallgemeinern und das kann nur unfair und gefährlich enden. Aber einige vergessen, dass wir Frauen „Brüste“ haben und uns nicht mit Schwänzen vergleichen müssen. Wir, Frauen und Männer, können uns nicht nur im Bett ergänzen. Es funktioniert, wenn man will, auch im Berufsleben und im Alltag.

Frauen, die mit Männern sprechen, sollten gehört werden. Frauen, die mit Männern sprechen, sollten respektiert werden. Männer, die mit Frauen sprechen, sollten gehört werden. Männer, die mit Frauen sprechen, sollten respektiert werden. Und alles in allem ist es das fehlende simple Wort „Gleichberechtigung“ in unserer heutigen Gesellschaft. Gleichberechtigung im Beruf. Gleichberechtigung im Liebesleben. Gleichberechtigung auf der Straße. Ich werde weiterhin darauf achten und meine Fühler immer weiter ausstrecken, nachfragen und meinen Mitmenschen deutlich machen, dass das Alter und Geschlecht keine Rolle spielt. Auf Augenhöhe redet man miteinander, sobald man auf dieser Welt existiert.

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Heidi

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Liebe Lou,
    ich finde es wichtig, dass du über dieses Thema sprichst und nachdenkst.
    In meinem Job muss ich gefühlt immer doppelt so hart für Respekt und Anerkennung kämpfen, wie meine männlichen Kollegen.
    Ich bin erfahrener und einfach besser als viele meiner männlicher Kollegen, aber leider werde ich von unseren Kunden oft nicht für voll genommen oder mir wird auch nicht soviel zugetraut wie den anderen. Ich arbeite in einem Bereich mit Hightech Produkten, wo der Frauenanteil leider sehr gering ist.
    Was du beschreibst z.B. mit dem Händeschütteln etc. Passiert mir fast täglich. Dann bin ich immer noch freundlicher und wenn ich mal wieder gefragt werde, ob ich überhaupt weiß wie diese Technik funktioniert antworte ich mit meinem nettesten Lächeln “das ist so einfach, das versteht sogar eine Frau“ das wirkt eigentlich immer, dass sie merken, dass sieihr gerade unhöflich waren.
    Lass dich nicht unterkriegen, du bist nicht allein.
    Jede Mensch verdient Respekt, egal welches Geschlecht, welche Religion, welche Hautfarbe…

    Antworten
  • Ida Katharina

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Liebe Louisa! Ich verfolge Deinen Blog erst seit kurzem, und es ist der erste Blog, den ich mir als Link auf meine Startseite gesetzt habe. Ich finde Deine Beiträge, besonders diesen hier, sehr interessant, wichtig und finde, dass es richtig ist, was du sagst, und wie du es sagst.
    Ich bin froh, Dich auf Instagram und Deinen Blog gefunden zu haben. Weiter so!
    LG Ida❤

    Antworten
  • Pati

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Interessantes Thema, das mich auch schon seit längerem beschäftigt! Ich hab genau das selbe gefühlt in diesen Momenten in denen man entweder nicht beachtet/ ignoriert wird von Männer! Mit dem Alter hat das glaube ich nichts zutun, ich glaube eher mit der Erziehung und wem man gegenüber steht, quasi situations- und beziehungsbedingt. Ich glaube Männer sind auch ganz oft verunsichert und bevor sie diese offenbaren, ignorieren sie uns lieber!
    Aber viele dieser Erlebnisse habe ich auch schon mit Frauen gehabt und finde ältere Damen, vorallem in der Berufswelt sind mindestens genauso respektlos und herablassend, wenn sie einen nicht kennen. Alles in allem sollte man sich nie vom Verhalten anderer verunsichern lassen, wenn man sich selbst sicher ist, alles richtig gemacht zu haben. Heißt für mich, ich bin der Person offen entgegen getreten, habe ihr bei der Begrüßung in die Augen geschaut und hatte einen festen sicheren Händedruck!

    Antworten
  • Marlena

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Wow! Toll geschrieben! Ich finde deine Sicht auf „die Dinge“ des Lebens sehr bemerkenswert!

    Antworten
  • Anne

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Liebe Lou,
    ich habe gerade begeistert deinen Test gelesen. Natürlich nicht begeistert, wie die Herren der Schöpfung reagiert haben, sondern vielmehr wie sehr du mir aus der Seele sprichst. Ich habe schon ähnliche Situationen erlebt und meist merken die Männer nicht einmal, was sie gerade tun. Das ist teilweise so tief verwurzelt und unbewusst. Da hilft nur die Konfrontation, auch wenn das meist sehr schwer fällt. Vor allem im beruflichen Kontext, in dem teilweise die selbst von Frauen die Frauenquote belächelt wird, braucht es langsam mal ein Umdenken auf allen Ebenen. Hier hat es Skandinavien mal wieder vor gemacht und ich bin mir sicher, dass durch Menschen wie dich und alle Frauen und Männer, die sich dieser Situation bewusst sind, es auch hier eine Veränderung geben kann!
    Danke, dass du dich auch mal diesem Thema angenommen hast und dich nicht scheust, deine Gefühle kundzutun! Vielleicht fällt dem ein oder anderen Mann oder Frau auf, wie unterschiedlich Mann und Frau noch wahrgenommen werden. Manchmal reicht es einfach, die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich gerade diskriminierend verhalten. Und der Rest erledigt sich dann von ganz allein. Stichwort „ältere“ Männer 😉

    Liebe Grüße,
    Anne

    Antworten
  • Kristina

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Liebe Louisa,
    vielen Dank für diesen Post! Du sprichst mir aus dem Herzen, zu oft kam ich mir im Berufsalltag und auf Veranstaltungen wie das kleine dumme Mädchen vor (weil alle Männer im Raum das auch gedacht haben, bis sie dann gemerkt haben, dass ich ja doch was auf dem Kasten habe). Leider wird man als Frau immer noch viel zu oft nicht ernst genommen.

    Antworten
  • Milena

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Toller Blogeintrag und einfach großartig, dass du dieses wichtige Thema öffentlich ansprichst! Es sollte generell viel mehr über dieses Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern diskutiert werden. Es kann nicht sein, dass es in unserem Zeitalter immer noch solch krasse Unterschiede zwischen Männern & Frauen gibt! Liebe Grüße aus dem Harz 🙂

    Antworten
  • Johanna

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Toller Beitrag. Ich kann das als Fitness Trainerin nur bestätigen. Terminen mit älteren Männern sind oft super schwierig weil sie denken das junge Mädel hat keine Ahnung und hat mir nichts zu sagen. Sehr sehr traurig.. bei meinen jungen männlichen Kollegen läuft das anders 🙁 und ich finde nicht, dass ich weniger Kompetent rüber komme

    Antworten
  • Jasmin

    geschrieben am 21. Oktober 2018

    Super geschriebener Beitrag. Ich kann dir leider auch nur zustimmen was den Respekt von älteren Männern gegenüber jüngeren Frauen angeht. Ich habe eine Weile als Fachverkäuferin gearbeitet und hatte regelmäßig Konfrontationen und Beschwerden,weil ich mich nicht von oben herab behandeln hab lassen. Ich glaube aber daran, dass es sich ändern wird, weil wir Frauen selbstständiger und vorallem selbstbewusster werden. 🙂

    Antworten
  • Janine

    geschrieben am 22. Oktober 2018

    Liebe Louisa,

    Ich finde es toll, dass du deinen Content jetzt politisiert hast und dich für wichtige Dinge in der Gesellschaft interessierst und sie ansprichst. Bei dem Thema Feminismus merkt man, dass da noch eine Entwicklung mit der Sensibilität auf dich zu kommt.Das ist mir bspielsweise in einer Zeile in deinem Blog aufgefallen: “ haben die Frauen keine Zeit dieser Einladung zu folgen?“ Vorauszusetzen, dass genau so viele Männer wie Frauen eingeladen sind , ist sehr idealistisch gedacht. In der Realität werden zu solchen Veranstaltungen jedoch zu 80% weiße Männer eingeladen. Nicht weil Frauen nicht das Zeug dazu haben eine hohe Position in ihrer Firma zu erlangen, sondern weil sie durch strukturelle Unterdrückung ( schlechtere Bezahlung, Unterschätztung, sexistische Sprache, Dominanzausnutzung im Job, etc.) Einfach nicht in diese Positionen kommen können. Ein paar spannende Bücher zu Feminismus und Sexismus kannst du dir in der Bücherei ausleihen und deinen Horizont damit erweitern ( ich empfehle „Untenrum frei“ von Margarete Stokowski zum Einstieg). Ich freue mich schon auf deine Entwicklung in dem Bereich, vor ein paar Monaten war ich an der Stelle wo du gerade stehst und nur Informationen über gesellschaftliche Missstände können sie beseitigen. Keep on fighting.
    Liebe Grüße
    Janine

    Antworten
  • Anne

    geschrieben am 22. Oktober 2018

    Liebe Lou, Danke für diesen Beitrag. Du hast die Gedanken so gut in Worte gefasst, die mir seit einiger Zeit durch den Kopf gehen.
    Mir begegnet dieses Verhalten der Männer im Beruf wie auch im Privatleben, aber leider ist die Altersspanne dabei größer (20-80).
    Ich bin in einer Familie aufgewachsen in der sich eher die Männer gegenüber der Frauen behaupten mussten, und mein Papa trägt meine Mama auf Händen. Vielleicht bin ich deshalb so sensibel oder angegriffen, wenn Männer mich von oben herab behandeln oder sehen! Dein Wort „belächeln“ trifft es ganz gut!

    Ich kann zum Glück mit meinem Mann ganz offen darüber reden, und er sieht dieses Problem auch. Er kommt viel beruflich herum, und hat mit vielen Menschen zu tun, aber wie es so ist in Wirtschaft und Industrie, anteilig mit mehr Männern. Und da tut sich manch „Abgrund“ im Verhalten aus.
    Ein Beispiel: mein Mann und ich waren vor kurzem auf einer Reise nach Süddeutschland. Dort bot es sich an, dass mein Mann zu einem Geschäftsessen mit Kollegen und Kunden eingeladen wurde. Ich hab mir einfach einen schönen Abend im Hotelzimmer mit Netflix und Chips gemacht.

    Am nächsten Morgen erzählte mein Mann, dass viel getrunken wurde, und das das Niveau im Laufe des Abends auch Richtung Erdkern sankt. Aber alles noch tolerierbar. Etwas zögerlich rückte er damit heraus, wie der Rückweg zum Hotel verlief. Die heitere Männerrunde verkündete ihm scherzhaft? „Du, wir gehen jetzt alle zu deiner Frau ins Zimmer, und wenn wir mit ihr fertig sind, darfst du noch drauf.“
    Das fand sogar mein toleranter Ehemann nicht mehr witzig…

    Ich war etwas baff, realisierte aber erst später die Bedeutung, nachdem ich beim Frühstück beschriebene Personen kennen lernte! Ich hatte das Gefühl ich wurde als „Frischfleisch“ gesehen, von gestandenen Männern, mit Frau und Kind, in Führungspositionen. Dieses Gefühl und der Ausspruch des Vorabends haben mich nachdenklich gemacht. Ich fand beides so widerlich und primitiv, und in Zeiten von ‚MeToo‘ und Berichterstattungen aus Indien über selbstverständliche Gruppenvergewaltigungen von Frauen, einfach nur unfassbar dämlich! Und ich kann mich nicht entsinnen, solch ähnliches Verhalten bei meinen Freundinnen oder anderen Frauen jemals beobachtet zu haben.

    Ich wünsche UNS und unseren Töchtern, dass sich durch Stimmen wie dich liebe Lou, das Ansehen unseres Geschlechts in den Köpfen der Männer ändert. Und wir Frauen uns gegenseitig stärken und weniger vergleichen!

    Viele „feministische“ Grüße 😉👍🏻

    Antworten
  • Ulli

    geschrieben am 22. Oktober 2018

    Hallo Lou, was ein klasse Blogeintrag. Ich kenne das Ganze zu gut aus meinem Joballtag! Ich arbeite seit 10 Jahren in einem relativ großen Unternehmen. Ich habe vor 10 Jahren meine Ausbildung dort gemacht, danach nebenbei studiert und ich bin ziemlich gut in dem was ich mache. Mein großer Vorteil: Mein Chef (53 Jahre) weiß das! Er schickt mich zu Sitzungen, stellt mich vor neue Aufgaben und möchte das ich vor dem Vorstand präsentiere. Nun ja – eigentlich freue ich mich über die neuen Herausforderungen, doch immer wieder stelle ich fest, dass ich nicht immer für voll genommen werde. Ich bin noch relativ jung (29 Jahre) und eine Frau. In Männerrunden werde ich oft nicht begrüßt, mir wird das Wort abgeschnitten oder aber meine Meinung findet überhaupt kein Gehör. Die traurige Wahrheit. Auch hier handelt es sich oftmals um Männer über 40 Jahre. Ich bin eigentlich sehr selbstbewusst, doch leider lasse ich mich in diesen Situationen viel zu oft und zu schnell verunsichern! Meine Hoffnung: Unsere Generation und deren Männer 🙂 Ich danke dir auf jeden Fall für diesen Beitrag, du sprichst mir aus der Seele!!

    Antworten
  • Pia.plzn

    geschrieben am 22. Oktober 2018

    Wie immer ein richtig wichtiges Thema das du da ansprichst, und ich denke es spricht auch für sich wieviele Kommentare es hier j´schon gibt 🙂

    Natürlich mag der Begriff „Feminismus“ sich oberflächlich auf Frauen konzentrieren, aber der Begriff steht trotzdem für Gleichberechtigung. Gleichberechtigung für Frauen, Männer, Transpersonen, People of Color, Menschen die nicht dem Schöhnheitsideal entsprechen, Menschen mit körperlichen/geistigen Einschränkungen etc. Einfach für alle. Das Wort mag unglüclich gewählt sein, aber so ist es mit anderen Wörtern, die Männer und Frauen ja auch wie im Englischen das Wort „Mankind“.

    Ich denke dass heutzutage viele Leute nicht direkt denken „das ist eine Frau, die kann das nicht“, sondern dass es eher unbewusst ist, im Hinterkopf. Und dem kann man eben nur mit Präsenz, Erziehung und auch ein Stück weit eben Aufklärung und Reden über dieses Thema entgegen wirken. Ich selbst nehme es auch so wahr dass es EHER die Älteren sind, die noch so denken, und ohne sie entschuldigen zuwollen, hoffe ich eben dass die nächsten Generation toleranter, einfach bewusster gegenüber solchen Themen aufwachsen. 🙂

    Antworten
  • Jessica

    geschrieben am 26. Oktober 2018

    Liebe Louisa,

    vielen Dank für diesen tollen und auch wichtigen Beitrag. Ich selbst arbeite in einer sehr Männerlastigen Branche und ich kann nur sagen – um wirklich etwas erreichen zu wollen, muss ich das Unternehmen wechseln. Das kommt für mich momentan so nicht in Frage, aber in Rente geht man in so einem Laden nicht. Auch ich mache mir hierüber sehr starke Gedanken und habe auch einen Artikel über meine Gedanken und Erfahrung zu diesem Thema gemacht. Ihr könnt ja mal vorbeischauen. Würde mich sehr freuen. https://gogreen00.webnode.com/gleichberechtigung/
    Ganz liebe Grüße!

    Antworten
  • Laura

    geschrieben am 2. November 2018

    Liebe Lou,
    ich musste grade beim lesen deines Textes schmunzeln. Weil ich mich total wiedererkannt habe.

    Aufgrund meines Berufes habe ich seit etwa drei Jahren viel mit „älteren“ Männern in „Machtpositionen“ zu tun.
    Steuerberater, Rechtsanwälte etc. . Und ich kann dir nur zustimmen; es scheint eine Frage der Generation zu sein.
    Da stand ich nun, mit grade 25 Jahren und sollte alleinstehend arbeiten, Betriebsprüfungen durchführen und das Finanzamt vertreten.
    Fast keiner dieser Männer nahm und nimmt mich ernst, wenn ich den Raum betrete. Obwohl ich eigentlich auf einer Ebene mit Ihnen stehe
    und wir zusammen arbeiten müssen. Oft wird mir das Gefühl vermittelt, dass sie lieber direkt mit dem Chef sprechen wollen.
    Ich weiß nicht woran es liegt, aber die jüngere Generation der Männer (so unter 40) strahlt diese Voreingenommenheit nicht aus.

    Im Endeffekt habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein sicheres Auftreten sehr hilft. Rücken grade, Blick in die Augen gerichtet und schön selbstbewusst sein.
    Nach anfänglicher Irritation seitens der Männer, kommt dann meistens noch eine gute Diskussion zu Stande.

    Ich finde es allerdings sehr schade, dass viele Frauen erst dafür kämpfen müssen, genauso ernst genommen zu werden wie Männer.
    Daher finde ich es wichtig und toll, dass du das Thema hier auf deinem Blog zur Spreche bringst 🙂 🙂

    Antworten
  • Tatjana

    geschrieben am 6. November 2018

    Liebe Lou,

    Ich bin froh und glücklich, dass jemand mit viel Reichweite so einen Post veröffentlicht. Ich kann vollkommen nachvollziehen, was du bei den Verantstaltungen erlebt hast. In den beiden Unternehmen, wo ich schon gearbeitet habe (beide in der IT-Abteilung) wird man als Frau nicht ernst genommen. Besonders wenn man noch jung und blond ist. Leider lag es bei mir nicht immer an dem Alter, denn auch noch junge Männer in meinem Alter nicht immer geglaubt haben, dass ich was schaffen kann. Jedes Mal, wenn man mit einer neuen Idee kommt, wird man leicht belächelt. Wenn man Kritik an einer anderen Idee äußert, wird einem vorgeworfen gestresst zu sein. Nur, weil man der Idee eines Mannes nicht zugestimmt hatte. Wenn man sich für seine Arbeit einsetzt, wird die eigene Arbeit nicht angesehen. Aber am Ende des Tages waren diese neuen Ideen einer Frau erfolgreich, die kritisierten Ideen eines Mannes verworfen und die Arbeit wertgeschätz, als man das Unternehmen verlassen hatte. Und ja, auch Frauen können eine so behandeln. Denn am Ende des Tages, wurde die Wirtschaft und die Arbeitswelt von Männern geschaffen.

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Auch danke für alle Anderen 🙂 Es ist immer ein Highlight, sie zu lesen.

    LG
    Tatjana

    Antworten
  • Christoph

    geschrieben am 23. November 2018

    Hallo Lou,

    Wie soll ich das formulieren? Du bist relativ berühmt, setzt Dich mit Deiner Reichweite meinungsstark für Deine Ziele und Werte ein, Du hast Dir erfolgreich Deine Selbständigkeit aufgebaut. Du bist deutlich jünger als ich. Du stehst 35 Stufen über mir. Es müsste eine absolute Notwenigkeit bestehen/die Hölle zufrieren/ein wirklich guter Grund vorliegen, das ich mich trauen würde, Dich irgendwie anzusprechen. Alles andere würde ich von mir selbst als aufdringlich/unverschämt/übergriffig bewertet werden. Und so gehe ich auch mit anderen fremden Frauen um.

    Viel Erfolg weiterhin
    Christoph *mit 42 Jahren ein alter, weißer Mann“

    Antworten

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