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Europawahl 2019: Welche Partei wähle ich?

Am 26. Mai wählt Deutschland. Nicht Deutschlands neuen Superstar. Und auch nicht das beste Tanzpaar bei Let’s Dance. Das hier ist ernst. Es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Europawahl. Gleichzeitig muss man diese Europawahl als Klimawahl bezeichnen. Denn die Menschen, die wir dieses Jahr ins Parlament wählen, werden in den nächsten fünf Jahren maßgeblich dafür verantwortlich sein, wie sich die Klimasituation auf unserem Planeten weiterentwickelt. Momentan sieht es gar nicht mal so gut aus. Laut IPCC sind die kommenden zwei bis fünf Jahre ausschlaggebend für unsere Zukunft. Denn wenn erst einmal bestimmte Kipp- Punkte erreicht sind, wie zum Beispiel das Schmelzen der Gletscher, können wir machen was wir wollen. Auf Kohlekraftwerke verzichten, kein Auto mehr fahren oder keine Tiere mehr schlachten. Das ist dem Klima dann scheißegal. Das Ruder können wir dann für die kommenden Generationen nicht mehr herumreißen.

Umso wichtiger ist es, dass wir uns klarmachen, dass unser Kreuz auf dem Wahlschein den Unterschied macht. Jede Geisterstimme (=Nichtwähler/innen) ist eine Stimme gegen unsere Zukunft. Wir müssen präsent sein. Wir müssen laut sein. Wir müssen unsere eigene Politik machen. Wir müssen den Politikerinnen und Politikern einen Denkzettel verpassen. Ihnen zeigen, dass wir nicht länger dulden, dass es immer noch um persönliche Belange, den eigenen Geldbeutel und gute Kontakte geht. Wir sind uns also einig – wir müssen am Sonntag, den 26. Mai wählen gehen. Nun stellt sich nur noch die Frage, welche Partei es werden soll.

Europawahl kurz erklärt

Gar nicht so einfach. Deshalb vorab nochmal ganz kurz erklärt, wie die Europawahl abläuft. Das Europaparlament mit dem Sitz in Straßburg, setzt sich aus verschiedenen europäischen Parteien zusammen, die wiederum Zusammenschlüsse verschiedener nationaler Parteien sind. Bei der Europawahl wählen wir deshalb keine europäische Partei, sondern eine nationale Partei. Die einzelnen Parteien haben im Vorfeld einen oder mehrere Spitzenkandidaten für die Europawahl nominiert, den oder die wir mit unserer Stimme unterstützen können. 96 Abgeordnete werden für Deutschland ins Parlament gewählt. Das ist viel. Bei der Europawahl treten in Deutschland eine Vielzahl von kleineren Parteien an. Die Parteien, die ihr aus dem Bundestag kennt, sind auch vertreten. Insgesamt werden am 26. Mai 41 politische Vereinigungen auf eurem Wahlzettel stehen.

Wie also wissen, wen man wählen soll? Darauf kann und möchte ich keine genaue Antwort geben. In den letzten Monaten habe ich mich mehr mit dem Thema Politik beschäftigt. Ich weiß, wen ich auf jeden Fall nicht wählen werde. Es gibt drei Parteien in Deutschland, mit denen ich mich am wenigsten bis gar nicht identifizieren kann. Es gibt aber auch keine Partei, mit der ich mich zu 100% identifizieren kann. Deshalb habe ich entschieden, mir einen Themenschwerpunkt rauszusuchen. Und what a surprise – es ist das Thema Klimaschutz. Auch nicht ganz einfach, denn gefühlt jede Partei hat verstanden, dass sie nur Wähler/innen behalten/bekommen kann, wenn sie sich Klimaschutz auf die Haube schreibt. Bis auf eine Partei. Die wählt aber hoffentlich auch niemand.

Aber wer schreibt es sich nicht nur auf die Haube, sondern hat den Arsch in der Hose, um im Parlament dann ordentlich auf die Kacke zu hauen? Neue Gesetze durchbringen. Regeln aufstellen. Übrigens, gibt es eine Partei, die aus Marketinggründen immer gern mit dem Wort „Verbot“ arbeitet und im gleichem Atemzug mit dem Finger auf eine andere Partei zeigt. Ich persönlich finde das schlau, denn das hat eine gewisse negative Wirkung auf uns und wir kommen ins Grübeln. Aber im Grunde sind Verbote einfach nur Regeln. Und Regeln gibt es hier in Deutschland an jeder Ecke. Ich bin also dafür, dass Parteien Regeln aufstellen, um das Klima zu schützen. Aber wieder zurück zum Thema. Welche Partei legt denn nun wirklich los? Und welche Partei hat in der Vergangenheit geliefert?

Das richtige Tool, um sich über Parteien zu informieren

Ich habe vor einigen Tagen einen Nachmittag in meinem Kalender geblockt, um in Ruhe den Wahl-O-Mat durchzuspielen. Welche Parteien treten zur Europawahl 2019 an? Was sind ihre Positionen? Das kann man mit dem Wahl-O-Mat herausfinden. Eine weitere Alternative ist der Wahl- Swiper. Hier kann man nicht „vielleicht“ als Antwort auf die gestellten Fragen auswählen. Sollte man ja in der Politik auch nicht zu oft machen.

Aber letztendlich bleibt euch nichts anderes übrig, als euch dann, wenn ihr ein Ergebnis der beiden Seiten bekommen habt, mit den Parteien, die am meisten mit euch übereinstimmen, auseinanderzusetzen. Ist euch persönlich auch das Thema Klimaschutz ein wichtiges Anliegen, dann dürfte das Video von ntv noch interessant sein. Wen ich wähle? Das möchte ich öffentlich nicht preisgeben. Jedoch glaube ich, dass fleißige Leser und Leserinnen eins und eins zusammenzählen können. Lasst uns also für unsere Zukunft kämpfen. Lasst uns laut sein. Engagiert sein. Und den  Politikerinnen und Politikern Angst machen. Weil wir nämlich endlich wieder ein Auge auf sie haben und den Mund aufmachen. Wir sind hier. Wir sind laut. Weil ihr uns die Zukunft klaut.

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5 Kommentare

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    Yushin Washio
    9. Mai 2019 at 21:01

    Schöner Artikel! Auch wenn es so viele Parteien gibt, wird die Auswahl schnell sehr eng, wenn man auf diejenigen beschränkt, die richtig ambitionierte Ziele für 2030 (nicht 2050) setzen. Die Antworten der Parteien auf die Fragen des Naturschutzrings macht es deutlich: http://www.umweltcheck-ep.de/parteien-umweltcheck/
    Auch am Stimmverhalten der bereits im EP vertretenen Parteien lassen sich eindeutige Unterschiede feststellen: http://www.caneurope.org/publications/press-releases/1758-defenders-delayers-or-dinosaurs-where-do-eu-political-groups-stand-on-climate-change

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    Anne
    10. Mai 2019 at 10:58

    Ich finde es super schwer zu entscheiden welche Partei die richtige ist. Wahl o mat finde ich ganz nett aber da man am Ende nur 8 Parteien wählen kann, mit denen die Ergebnisse abgeglichen werden.. Dadurch gehen die neuen und kleinen Parteien leider völlig unter, denn wer hat Lust den Wahl o mat 10mal zu machen um alle Parteien gegeneinander aufzustellen? Ich würde mir eine Seite wünschen wo ganz klar erkennbar ist, welche Parteien welche Punkte im Wahlprogramm hat. Denn jedes Wahlprogramm zu lesen bei gut 30 Seiten pro Partei.. Da werde ich ja nie fertig. Dein Vorgehen ist aber ein guter Start um die hoffentlich richtige Entscheidung zu treffen. 🙂

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      Martin
      19. Mai 2019 at 11:21

      Die Seite http://www.ausgewaehlt.eu ist noch eine ganz gute Ergänzung zum Wahlomat. Da erklären 14 Parteien ihre Positionen in 280 Zeichen. Dann brauchst du nicht die 41×30 Seiten lesen, @Anna

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    blumenwiese
    13. Mai 2019 at 7:40

    Danke für diesen super Artikel! Leider gibt es immer noch Menschen, die nicht wählen gehen (egal ob Europawahl oder eine andere). In Diskussionen mit Freunden versuche ich immer klar zu machen, dass das keine Pflicht darstellt, sondern – ganz im Gegenteil – ein sehr, sehr wertvolles RECHT ist, für das in anderen Ländern Kriege geführt werden und z.T. Menschen sterben. Wir können wirklich mehr als froh sein, dass wir hier in einer Demokratie leben, bei dem das Volk seine Vertreter frei wählen DARF! Viele, viele Millionen Menschen auf dieser Welt beneiden uns darum.
    Aber leider sehen hierzulande viele die Wahlen als lästiges Übel, weil man sich mit Politik auseinandersetzen muss. Darauf haben manchen keinen Bock und gehen dann eben nicht wählen. Leider sind es aber oftmals genau diese Leute, die sich ständig über die aktuelle Lage (sei es Umwelt, Soziales, etc.) beschweren. Für mich, ehrlich gesagt, unfassbar.
    Nun, ich habe bereits von meinem RECHT Gebrauch gemacht und habe per Briefwahl gewählt, weil ich am Wahlsonntag im Urlaub sein werde.
    LG
    Natalie

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    Christine
    20. Mai 2019 at 10:26

    Danke für deinen tollen Artikel. Ich habe auch ein bisschen recherchiert, dann den Wahl-O-Mat gemacht, meine Gedanken anschließend geordnet und bereits per Briefwahl meine Stimme abgegeben. Eigentlich ist wählen so einfach und für jeden machbar. Daher finde ich es toll, dass du darüber berichtest und damit noch mehr Menschen auf die Wahl aufmerksam machst und ermutigst die eigene Stimme abzugeben. Das ist so wichtig in einer Demokratie, dass wir von unserem Stimmrecht gebrauch machen!
    Liebe Grüße, Christine
    https://uponmylife.de/

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