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Die Korallenbleiche

Bei der Recherche für den heutigen Blogbeitrag bin ich auf einen Artikel des WWF gestoßen, dessen Titel mit drastischer Klarheit die dramatische Wahrheit des heutigen Themas auf den Punkt bringt: „Lebendige Unterwasser-Metropolen werden zu Geisterstädten“! Waldsterben, Gletscherschmelze, Hitzewellen, andauernde Dürren und der Anstieg des Meeresspiegels sind präsente Sinnbilder des Klimawandels. Was sich jedoch unter der Meeresoberfläche abspielt, entzieht sich meist unserer Wahrnehmung. Und dennoch macht der Klimawandel auch vor diesem Ökosystem keinen Halt.

Der Begriff der Korallenbleiche beschreibt das Ausbleichen der Steinkorallenstöcke, das zum Absterben der Korallen führen kann. Korallen sind lebende Organismen, die in Symbiose (= Zusammenleben von Lebewesen verschiedener Art zu gegenseitigem Nutzen) mit sogenannten Zooxanthellen – einer Algenart – leben. Diese Symbiose ist verantwortlich für die wunderbare Farbpracht der Korallen. Durch Photosynthese wandeln die Zooxanthellen Wasser und Kohlendioxid in Kohlenhydrate (Zucker) und Sauerstoff um und sind damit der Energielieferant der Korallen.

Korallen sterben ab

Dabei sind diese Algen sehr wärmeempfindlich. Erwärmt sich das umliegende Wasser nur minimal, produzieren die Algen Giftstoffe, die die Korallen zu einer Abstoßungsreaktion veranlassen. Die Koralle verliert ihren Energielieferanten und bleicht aus.  Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an und kehren die Zooxanthellen nicht zu ihrem Symbiosepartner zurück, stirbt die Koralle ab. Dabei ist die Farbintensität der Koralle ein guter Indikator für die Anzahl an Algen, die sie belagern. Je intensiver die Farbgebung, desto mehr Zooxanthellen befinden sich auf der Koralle.

Die Korallenbleiche

Das Great Barrier Reaf ist bereits seit 1979 immer wieder von dem Problem der Korallenbleiche betroffen. Dabei tritt dieses Problem inzwischen in immer kürzeren Zeitabständen auf. In den Jahren 1998 und 2002 waren ca. 50%-60% aller Riffe von der Korallenbleiche betroffen – ca. 5% davon sind letztendlich abgestorben.

Der Anstieg der globalen Erwärmung

Die verschiedenen Korallenarten haben sich dabei auf unterschiedlichste Weise an den thermalen Stress angepasst. So tritt die Korallenbleiche häufiger bei Korallen auf, die sich zwischen 15°und 20°  nördlich und südlich des Äquators  ansiedeln, als bei Korallen, die beidseitig des Äquators in den zentralen Tropen zu finden sind.

Bei einer ausbleibenden Anpassung der Korallen und einem Anstieg der globalen Erwärmung um 2 °C über dem vorindustriellen Wert sind mindestens 98% der Korallen langfristig gefährdet. Bei einem Anstieg um 1,5 °C wären immer noch 89% betroffen. Sollte die derzeitige Erwärmungsrate von ca. 0,2 °C/Jahrzehnt andauern, würde die globale Mitteltemperatur in ein oder zwei Jahrzehnten um 1 °C ansteigen. In diesem Fall wären 16% der Korallengebiete gefährdet.

Ein gesundes Korallenriff

Dabei ist die Korallenbleiche nicht nur verheerend für die Korallen an sich, sondern für ein gesamtes Ökosystem. Korallenriffe bedecken mit rund 225.000 km² zwar nur 0,1 – 0,2% der globalen Meeresoberfläche, sie sind jedoch Lebensort und Nahrungsquelle für ca. ein Drittel aller bekannten Lebewesen wie z.B. Seepferdchen, Muränen, Kugelfische, Haie, Rochen oder Feuerfische im Meer. Das tropische Korallenriff ist nach dem tropischen Regenwald der artenreichste und am dichtesten besiedelte Lebensraum der Erde. Damit führt die Korallenbleiche nicht nur zu einer starken Verringerung der Artenvielfalt, sondern letztendlich zum Kollaps eines gesamten Ökosystems.

Was können wir gegen die Korallenbleiche tun?

Aber was können wir daran ändern? Wie können wir Menschen dazu beitragen, dass Korallenriffe geschützt werden und weiterleben? Es sind Kleinigkeiten. Immer wieder habe ich beim Schnorcheln im Meer Menschen gesehen, die Korallen anfassen oder mit ihren Flossen auf ihnen herum treten, weil sie mit der Unterwasserkamera das beste Foto machen möchten. Achtsamkeit sollte generell immer ganz weit oben auf unserem Verhaltenskodex stehen.

Auch können wir darauf achten, was wir mit ins Wasser nehmen. Damit meine ich nicht unseren Schnorchel, die Kamera oder die Taucherbrille. Damit meine ich unser Duschgel mit dem wir uns morgens abduschen, die Sonnencreme mit der wir uns eincremen oder das Haarspray mit dem wir unsere Frisur richten. Sobald wir ins Meer gehen, nehmen wir lauter kleine Kunststoffpartikel mit ins Meer. Wir sehen sie nicht. Sie sind zu klein. Aber sie sind da. In vielen Kosmetikprodukten. Und sie belasten das Meer. Also können wir schon hier ansetzen und darauf achten, wie umweltbewusst wir mit der Natur umgehen. Denn eines ist klar. Wer schonmal ein Korallenriff gesehen hat weiß, wie wunderschön und einzigartig diese Unterwasserwelt ist.

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2 Kommentare

  • Avatar
    Christoph
    28. Oktober 2019 at 8:45

    toller Beitrag!
    Das der Klimawandel Folgen für das gesamte Ökosystem bedeutet ist vielleicht vielen bewusst – wie umfassend unser Ökosystem ist leider nicht.
    Wie man so schön sagt: „Aus den Augen, aus dem Sinn“ …

    lg Christoph

  • Avatar
    Sina
    21. November 2019 at 7:45

    Danke für diesen tollen Blog. Macht weiter so.

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