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In dem letzten Beitrag zum Thema Wildbienen, hatte ich euch bereits gezeigt, wie man eine unkomplizierte Insekten- Nisthilfe kinderlicht herstellen kann. Wer den Beitrag noch nicht kennt, kann ihn hier nochmal nachlesen. Bei dem Bienen- Workshop „Umtopfen im Kopf“ mit REWE und dem NABU, gab es eine ganze Menge zu verinnerlichen. Heute möchte ich nochmal näher auf das Material eingehen, welches wir für unsere Nisthilfen benutzen.

In dem Workshop berichtete uns Dr. Maren Meyer-Grünefeldt von der NABU Umweltpyramide, dass ein Großteil der Nisthilfen, die man in deutschen Bau- und Supermärkten vorfindet, wegen ungeeigneter Materialien und Bauweisen nicht den erwünschten Nutzen bringen. Motivierte Umweltschützer investieren oft vergeblich Arbeit, Zeit und Geld. Das ist ärgerlich, kann aber vermieden werden. Hier kommen ein paar Tipps:

  • Nisthilfen jahrelang ungestört draußen am gleichen Standort belassen, also auch im Winter. Die Nisthilfe muss nicht immer umgestellt werden; auch nicht zu dekorativen Zwecken.
  • Die Nisthilfe an einem möglichst sonnigen, regen- und windgeschützten Standort fest anbringen, also nicht baumelnd (Wind) oder bodennah (Beschattung durch Pflanzen). Die „Flugbahn“ der Wildbienen soll immer frei bleiben.
  • Je größer der Bohrdurchmesser ist, desto größer muss der Abstand zwischen den Bohrlöchern sein (ein bis zwei Zentimeter), um Risse zu vermeiden. Die Bohrtiefe entspricht der jeweiligen Bohrerlänge. Das Holzstück darf nicht durchbohrt werden, muss also tief genug sein.
  • Den Bohrer solange hin- und herbewegen, bis die Wände glatt sind. Querstehende Holzfasern am Eingang abschmirgeln. Je glatter das Bohrloch, umso besser! Bohrmehl durch Ausklopfen entfernen. Ansonsten können sich Wildbienen ggf. an den Löchern verletzen. Borhmehl durch Ausklopfen entfernen.

Nicht nur Nisthilfen sind wichtig. Auch das Nektar- und Pollenangebot ist für die Bienen essenziell.

Aber was ist denn nun mit dem Material? Auf was muss man bei der Vorbereitung achten, um eine Nisthilfe zu bauen?

  • Völlig nutzlos sind sogenannte „Weidenruten-Lehmwände“ zur Förderung grabender Bienenarten, weil das Lehmmaterial fast immer viel zu hart ist.
  • Für Nisthilfen aus Holz wird oft frisches, nicht abgelagertes Holz verwendet, die Bohrungen werden oft zu dicht gesetzt. So entstehen Risse, die von Wildbienen gemieden werden. Vorteilhaft sind Bohrungen ins Längsholz, anstelle ins Hirnholz von Baumscheiden, weil die Rissbildung damit vermindert wird.
  • Glasröhrchen sind wasserdampfundurchlässig. Dadurch kann die Wildbienenbrut in den Röhrchen verpilzen. Was als Nisthilfe gedacht ist und von den Tieren bezogen wird, verwandelt sich mit dieser Variante häufig zur Todesfalle.
  • Zur Abwehr von Vögeln kann man Nisthilfen mit einem Drahtgeflecht oder Netz schützen. Gut bewährt hat sich zum Beispiel ein im Abstand von 20 Zentimetern vor den Nisthilfen gespanntes, blaues Kunststoffnetz mit einer Maschenweite von drei mal drei Zentimetern. Diese Maschenweite ermöglicht den Wildbienen das problemlose Durchfliegen und hält Vögel fern.

Wildbienenschutz im Garten oder auf unserem Balkon, sollte sich nicht auf selbstgebaute Nisthilfen beschränken. Wassertränken und Nektar- und Pollenangebote sind mindestens genauso wichtig, um den kleinen fleißigen Bienen einen neuen Lebensraum zu bieten.

Um den Bienen ein ausreichendes Nektar- und Pollenangebot anbieten zu können, muss man Pflanzen in seinem Garten oder auf dem Balkon haben. Hierbei sollte man sich für heimische Wildblumen entscheiden. Diese sind schädlings- und witterungsresistenter, als gezüchtete Arten. Ein weiterer Vorteil ist die Pflege, denn diese ist dadurch ziemlich gering.

Tipps zur Aussaat von Wildblumen habe ich euch hier kurz zusammengefasst:

  • Ausbringen des Saatgutes von Februar bis Mai oder August bis Oktober.
  • Aussaat obenauf die Erde per Hand (einmal längs, einmal quer).
  • Anwalzen für den Erdschluss der Samen nötig.
  • Regiosaatgut hat den größten Nutzen für die heimischen Bestäuben und erhält die heimische Artenvielfalt.

Optisch gestalten kann man das Ganze zum Beispiel ganz einfach – wie hier auf dem unteren Bild – mit Hilfe einer Europalette. Das Bauen macht nicht nur Spaß, sondern sieht zudem auch noch echt stylisch aus. Rückblickend kann ich behaupten, dass mir der Workshop „Umtopfen im Kopf“ von REWE und dem NABU noch ein Stückchen mehr die Augen geöffnet hat und ich immer mehr Spaß daran habe, in unserem Garten tätig zu werden und Bienen und Insekten ein neues Zuhause zu geben. Wir haben schließlich nur eine Erde, die wir grüner gestalten können.

DIY- Idee für Nektarangebote im Garten oder auf dem Balkon.

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Fabienne

    geschrieben am 19. September 2018

    Liebe Lou,

    vielen lieben Dank dir für diesen tollen und informativen Beitrag. Ich bin so froh, dass eine solch große Bloggerin, wie du es bist, sich so strak für Umweltschutz einsetzt.

    Liebe Grüße
    Fabienne

    Antworten

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