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23.00 Uhr, ein Gin Tonic, der Song „Everywhere“ von Fleetwood Mac und ich. Kennt ihr das, wenn ihr einen ganz bestimmten Song hört und sofort anfangt nachzudenken? Es überkommen einen Gefühle, Situationen und Träume. Und nicht zu vergessen der Gin Tonic. Fleetwood Mac singt: „I want to be with you everywhere“. Und ich denke mir: „Ja! Ja, verdammt. Sei überall, wo ich auch bin. Komm überall mit hin, wo auch ich hingehe“. Und in diesem einen Moment frage ich mich, für wen mein Herz auf einmal aufgeht. Für meinen Freund? Für mein Leben? Für mich? Das Ding mit der Liebe…

Das erste Händchen halten, der erste Kuss, die erste Umarmung, der erste Sex. Ich glaube wir alle kennen unsere Schmetterlinge im Bauch noch ganz genau. Eine aufregende Zeit, wenn man einen Menschen neu kennenlernt. Anfängt sich zu unterhalten, Gemeinsamkeiten feststellt, miteinander lacht, neue Gerüche wahrnimmt. Es ist ein Abenteuer, welches uns das Leben schenkt. Und in diesem einen Moment möchte man einfach nur schreien: „I want to be with you everywhere“, sich ausziehen und nie mehr aus dem Bett aufstehen. Ja, so fängt eine Beziehung mit einem Menschen an.

Ich bin recht unromantisch. Ich glaube nicht daran, dass es auf diesem großen Planeten nur eine einzige Person gibt, die bedingungslos zu mir passt. Die mich liebt und ich diese Liebe erwidere. Das Ding mit der Liebe zwischen zwei Menschen ist kompliziert und doch wieder so einfach. Wenn man liebt, dann liebt man. Wenn man nicht liebt, dann liebt man woanders, wann anders und wen anders. Und das ist okay. Denn die wichtigste Liebe ist doch letztendlich die Liebe zu uns selbst. Sich selbst sagen zu können: „I want to be with me everywhere“. Früher dachte ich immer, dass ich alleine nicht glücklich sein kann. Habe mich von einer Beziehung in die nächste geküsst. Erfahrungen und Momente, die ich nicht missen möchte.

Heute, hier und jetzt schaue ich aus dem Fenster, atme tief ein und gebe mir selbst einen ganz fetten Kuss. Von mir, an mich selbst. Trotz Freund überkommt mich ab und an die Lust auch mal alleine zu sein. In den Spiegel zu schauen und zu sagen: „Man Lou, bist du attraktiv“. Die Schuhe zu schnüren und die Welt zu erobern. Mit meinem Lächeln, meinem Körper und meinem Verlangen nach Abenteuern.

Und dann sehe ich mich in der großen weiten Welt. Wie ich am Strand den Sand unter meinen Füßen spüre. Wie ich in Frankreich über eine Weinplantage spaziere und den Geruch genieße. Wie ich in New York im Central Park spazieren gehe und Leute beobachte. Wie ich in einem Irish Pub zu einem guten Song Karaoke singe und tanze. Ja, diese Gedanken schenken mir Liebe. Meine Liebe. Die Liebe, die ich letztendlich an auserwählte Menschen in meinem Leben weitergebe.

Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein. Und Unglück fängt oft dann an, wenn man sich von sich selbst entfernt. Das Ding mit der Entfernung ist schwierig. Damals hatte ich das Gefühl, dass die Entfernung zwischen mir und meinem Körper nicht zu überwinden ist. Die ganze Welt war schöner, klüger, schlanker, intelligenter und interessanter. Einen Menschen zu finden, der mich wirklich liebt, mich schön findet und gemeinsam mit mir meine Abenteuer erleben möchte, schien mir damals unmöglich. Und warum? Weil ich mich selbst nicht geliebt habe. Ja, so einfach ist das mit der Liebe. Und doch so schwer.

Wir wollen für andere Menschen schön sein. Ihnen imponieren und gefallen. Wir möchten die Blicke auf uns ziehen. Wir glauben, dass wir uns nur schön finden können, wenn auch andere Menschen uns schön finden. Und das ist das Problem. Ein großes Problem. Denn in erster Linie sollten wir immer alleine durchs Leben gehen können. Unser Körper und wir. Eine Beziehung, die im Leben nie enden sollte. Eine Beziehung für welche es auf diesem Planeten nur einen Treffer gibt. Wir.

Ich habe kein Geheimrezept. Keine Übung, die auf Anhieb wirken wird. Es gibt Tage, an denen ich meinen Hintern zu dick, meine Falten zu tief und meinen Busen zu klein finde. Und dann gibt es die Tage, die überwiegen. An denen ich den Moment im Hier und Jetzt am Strand in meinem Bikini genieße. Tage, an denen ich glücklich bin und mich auf die Menschen konzentriere, die zu diesem Glück beitragen. Wenn ich mir Gesundheit wünsche, dann ist das keine Floskel. Wäre ich sterbenskrank – würde ich dann wirklich noch Gedanken an meinen kleinen Busen oder meine Cellulite verlieren? Wohl kaum.

Dieser Planet und unser Leben sind dafür da benutzt zu werden. Es ist einzig und allein unsere Entscheidung, ob wir glücklich oder unglücklich sein möchten. Es ist unsere Entscheidung, ob wir und erlauben uns schön oder unattraktiv zu fühlen. Aber eine kleine wichtige Sache versichere ich jedem Leser dieses Beitrags: wir Menschen sind nicht so oberflächlich, wie es die Medien uns aufzeigen. Wir Menschen sehnen uns nach Charakter, Spaß, Erfahrungen, Fragen, Liebe, guten Gesprächen und einer schönen Zeit. Egal, ob Mann oder Frau – es ist zweitrangig, ob der Mensch, der uns gut tut eine schmale oder breite Taille, Cellulite, einen großen oder kleinen Penis hat. Wir Lieben, weil wir sind. Und wir sind das, was wir aus dem Inneren nach Außen tragen. Also worauf warten wir noch?

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